de.wedoany.com-Bericht: Der Rohstoffhändler Glencore International AG plant, rund 30.000 Tonnen Blei aus den registrierten Lagern der London Metal Exchange (LME) in Singapur abzuziehen. Dieser Schritt erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem die LME-Bleivorräte auf ein nahezu 50-Jahres-Hoch gestiegen sind.
Glencore mit Hauptsitz in der Schweiz ist einer der weltweit größten Rohstoffhändler und in den Bereichen Produktion, Raffination und Handel von Metallen, Mineralien, Energie und Agrarprodukten tätig. Die London Metal Exchange ist der größte Terminmarkt für Nichteisenmetalle weltweit, und die Lagerbestände in ihren registrierten Lagern sind ein wichtiger Indikator für das globale Angebots- und Nachfragegefüge bei Metallen.
Branchenkreisen zufolge ist der Abzugsplan von Glencore ein wesentlicher Bestandteil der jüngsten Welle von Stornierungen von LME-Bleilagerscheinen. Seit dem 16. Juli 2026 wurden insgesamt 65.200 Tonnen LME-Bleilagerscheine storniert, was etwa 14 % der gesamten Börsenbestände entspricht. Die überwältigende Mehrheit dieser stornierten Lagerscheine konzentriert sich auf die LME-Lager in Singapur. Bemerkenswert ist, dass der Händler Trafigura im Juli über 160.000 Tonnen Blei in die Singapurer Lager eingelagert hatte, was Singapur zum zentralen Knotenpunkt dieser Bleibestandsveränderungen macht.
Aus Kosten-Nutzen-Perspektive beträgt die tägliche Lagermiete für LME-Blei in Singapur 51 US-Cent pro Tonne. Die Lagerung von 30.000 Tonnen Blei würde täglich etwa 15.300 US-Dollar an Lagereinnahmen generieren, was sich auf über 5 Millionen US-Dollar pro Jahr summiert. Der Schritt von Glencore, große Mengen Blei abzuziehen, wird vom Markt entweder als Signal für eine tatsächliche Nachfrage im Kassamarkt oder als Hinweis auf Arbitragegeschäfte mit Lagermieteinnahmen interpretiert.
Die Offenlegung dieses groß angelegten Abzugsplans erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem die LME-Bleivorräte auf einem historischen Hoch liegen. Eine konzentrierte Stornierung von Lagerscheinen deutet in der Regel auf einen bevorstehenden Auslagerungsdruck auf die Bestände hin, was sich auf die Struktur der Kassaprämie/-abschläge und die Terminpreise von Blei auswirken könnte. Der LME-Blei-Frontmonatskontrakt wies zuvor bereits eine Kassaprämie auf, und der Cash-3S-Spread erreichte ein Zweieinhalbjahreshoch. Die weitere Umsetzung des Abzugsplans von Glencore und seine tatsächlichen Auswirkungen auf das Angebots-Nachfrage-Gleichgewicht am Bleimarkt bleiben abzuwarten.










