de.wedoany.com-Bericht: Ende Juli 2026 treiben die USA die Erweiterung der Anwendungsszenarien für Kernenergie kontinuierlich voran und haben mehrere richtungsweisende politische und industrielle Maßnahmen eingeführt.

Auf Bundesebene haben das Bureau of Ocean Energy Management (BOEM) des Innenministeriums und die US-amerikanische Nuclear Regulatory Commission (NRC) eine ressortübergreifende Absichtserklärung unterzeichnet, die die regulatorischen Zuständigkeiten im Bereich der Offshore-Kernenergie klärt. Auf lokaler industrieller Ebene untersucht der Hafen von Long Beach in Kalifornien zusammen mit der Maritime Administration des US-Verkehrsministeriums und einem Nukleartechnologie-Start-up die Machbarkeit, mit auf Lastkähnen montierten Small Modular Reactors (SMR) die Energieversorgung des Hafens zu unterstützen.
Diese Reihe von Maßnahmen zielt darauf ab, die geografischen Beschränkungen zu durchbrechen, die die Kernenergie lange Zeit auf landgestützte Standorte beschränkt haben, und einen grundlegenden institutionellen Rahmen für die Ausweitung der Kernenergie auf küstennahe und Offshore-Szenarien zu schaffen. Alle Projekte befinden sich jedoch noch in der frühen Forschungs- und Bewertungsphase, und es besteht ein erheblicher zeitlicher Abstand zu einer substanziellen technischen Umsetzung.
Am 22. Juli unterzeichneten das BOEM und die NRC offiziell eine Absichtserklärung. Dies ist das erste Mal auf Bundesebene, dass ein standardisierter regulatorischer Kooperationsmechanismus für die Kernenergienutzung im Bereich des äußeren Festlandsockels etabliert wird. Die Absichtserklärung legt die regulatorischen Zuständigkeiten klar fest: Das BOEM ist für die Vergabe von Nutzungsrechten für Meeresgebiete in Bundesgewässern, die Genehmigung von Standorten auf dem äußeren Festlandsockel und die begleitenden Umweltverträglichkeitsprüfungen zuständig; die NRC ist speziell für die Sicherheitsprüfung aller Offshore-Kernanlagen, die Erteilung von Nuklearlizenzen und andere Kernaufgaben der Nuklearregulierung verantwortlich.
Das Abkommen gilt hauptsächlich für Offshore-Kernanlagen wie schwimmende Plattformen und auf Lastkähnen montierte SMR, nicht jedoch für Unterwasser-Reaktorkonzepte. Bislang gibt es in den bundesstaatlich verwalteten Meeresgebieten der USA kein genehmigtes oder im Bau befindliches kommerzielles Offshore-Kernkraftwerksprojekt. Diese Absichtserklärung dient in erster Linie als vorausschauende institutionelle Grundlage.
Als Schlüsselelement beim Aufbau des regulatorischen Rahmens für Offshore-Kernenergie durch die NRC hat die Aufsichtsbehörde im Jahr 2026 mehrere öffentliche Anhörungen abgehalten. Sie plant, im Herbst ein spezielles Weißbuch zur Offshore-Kernenergie zu veröffentlichen, das auf dem bestehenden Regelwerk 10 CFR Part 50/52/53/57 basiert, um zukünftige Projektlizenzanträge zu bearbeiten. Selbst nach der Unterzeichnung des Abkommens über die Zuständigkeiten auf höchster Ebene erfordert die Schließung des vollständigen Regulierungskreislaufs noch die Koordinierung und Abstimmung zwischen der endgültigen Version von Part 57, den detaillierten Regeln des BOEM für Meeresgebietsverpachtungen und den Schiffsmanagementvorschriften der US-Küstenwache. Die Vervollständigung des gesamten Regelwerks wird voraussichtlich mehrere Jahre in Anspruch nehmen.
Auf der Ebene der konkreten Szenarienerkundung unterzeichneten der Hafen von Long Beach in Kalifornien und die Maritime Administration (MARAD) des US-Verkehrsministeriums am 21. Juli eine Kooperationsvereinbarung. Beide Seiten werden gemeinsam die Anwendungsnormen, Betriebsmodelle und Sicherheitsstandards für kleine Reaktoren in Hafenszenarien untersuchen. Am selben Tag gab das lange Zeit im Verborgenen operierende Start-up Bluecore Energy den Abschluss einer Pre-Seed-Finanzierungsrunde in Höhe von 10 Millionen US-Dollar bekannt. Die technologische Ausrichtung des Unternehmens zielt auf die Entwicklung eines wassergekühlten Small Modular Reactors der 10-MWe-Klasse ab, der in einen Lastkahn integriert wird, um eine mobile Stromquelle zu schaffen. Diese soll Häfen mit Landstrom für Schiffe und die industrielle Last im Hafengebiet mit stabiler, kohlenstoffarmer Energie versorgen. Bluecore Energy ist der technologische Entwicklungspartner, der für diese Zusammenarbeit gewonnen wurde. Die von der Hafenbehörde und der MARAD unterzeichneten Dokumente sind lediglich Rahmenvereinbarungen für die Forschung. Das Projekt befindet sich noch in der Phase der Konzeptentwicklung für Demonstrationsvorhaben und ist noch nicht in die Vorbereitungsphase für Demonstrationsprojekte eingetreten.
Insgesamt betrachtet bilden der Aufbau der regulatorischen Rahmenbedingungen auf höchster Ebene und die Pilotstudien zu Hafenszenarien eine zweigleisige Strategie. Dies hat effektiv die langjährigen Zuständigkeitsstreitigkeiten gelöst, die die Entwicklung der Offshore-Kernenergie in den USA behindert haben, und sendet ein klares Signal, dass die USA entschlossen sind, den neuen Markt der Offshore-Kernenergie zu erschließen. Der Durchbruch im Regulierungsrahmen bedeutet jedoch nicht, dass die Offshore-Kernenergie schnell kommerzialisiert werden kann. Offshore-Kernanlagen müssen noch Herausforderungen wie Meereskorrosion und Wellenlasten bewältigen, gleichzeitig Notfallpläne außerhalb des Standorts verbessern, die Haftungsgrenzen Dritter klären, die relevanten Regeln der Internationalen Seeschifffahrtsorganisation koordinieren und die öffentliche Akzeptanz kontinuierlich steigern. Es gilt, eine Vielzahl von Herausforderungen nacheinander zu lösen.
Objektiv betrachtet markieren die im Juli 2026 in den USA dicht aufeinanderfolgenden politischen und industriellen Entwicklungen den offiziellen Eintritt der Offshore-Kernenergie in die Phase der institutionellen Vorbereitung. Dies ist lediglich der Beginn eines langen industriellen Entwicklungszyklus. Um eine großflächige Stromversorgung durch binnenschiffsgestützte SMR und den stabilen Betrieb von schwimmenden Kernkraftwerksprojekten auf dem äußeren Festlandsockel zu erreichen, wird die Branche noch einen langen Weg der technologischen Iteration, der rechtlichen Ausarbeitung und kontinuierlicher Kapitalinvestitionen vor sich haben.










