Chiles Energieministerium prognostiziert bis 2057 einen Photovoltaik-Zubau von 27–58 GW
2026-07-29 10:19
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de.wedoany.com-Bericht: Chile könnte in den nächsten 30 Jahren zwischen 27 GW und 58 GW an Photovoltaik-Kapazität hinzugewinnen. Diese Prognose stammt aus dem vom chilenischen Energieministerium veröffentlichten „Vorläufigen Bericht zur langfristigen Energieplanung 2028–2032“ (PELP).

Der Bericht umfasst fünf Szenarien, die jeweils unterschiedlichen Wirtschaftswachstums-, Brennstoffkosten-, Technologieentwicklungs- und Energiepolitikpfaden entsprechen. Das Modell basiert auf der bestehenden installierten Solarkapazität von 12.015 MW (einschließlich großer Kraftwerke und kleiner dezentraler Erzeugungsanlagen) sowie weiteren 490 MW, die im Rahmen des Net-Metering-Programms installiert sind und direkt von der Nachfragemodellierung abgezogen werden. Die Prognosedaten dienen der chilenischen Nationalen Energiekommission als Input für die Erstellung des jährlichen Übertragungsausbauplans. Der Bericht erwartet zudem einen Ausbau der Onshore-Windenergie zwischen 16 GW und 27 GW.

In allen fünf Szenarien stützt sich die optimale Erweiterung des nationalen Stromsystems hauptsächlich auf neue Photovoltaik-Solaranlagen im Norden des Landes sowie auf Onshore-Windparks in den Regionen Maule und Biobío im zentral-südlichen Chile.

Die Entwicklung der Photovoltaik ist eng mit der Integration von Batteriespeichersystemen verbunden, insbesondere in Szenarien mit höheren Preisen für fossile Brennstoffe, der Stilllegung von Kohlekraftwerken und der Einbeziehung einer CO₂-Steuer in die variablen Stromerzeugungskosten. Das Modell geht von einer installierten oder im Bau befindlichen Batteriespeicherkapazität (BESS) von 4.078 MW zum Ende des Jahres 2026 aus, mit einer durchschnittlichen Speicherdauer von 4,3 Stunden. Der Großteil dieser Kapazität befindet sich im Norden: Antofagasta (56 %), Atacama (15 %) und Tarapacá (15 %).

Der Bericht weist darauf hin, dass für neue Investitionen Speichersysteme mit längerer Dauer erforderlich sind. Mehrere Szenarien betrachten 6-Stunden- und 8-Stunden-Lösungen als wichtigen Bestandteil des Ausbaus, hauptsächlich um Solarstrom in die Nachtstunden zu verlagern und Flexibilität in Zeiten geringerer Sonneneinstrahlung zu bieten. Batterien sind die einzige Speichertechnologie, die das Modell im Planungszeitraum berücksichtigt; ein Ausbau von Pumpspeicher, thermischen Speichern oder anderen neuen Technologien ist nicht enthalten.

Der Bericht analysiert erstmals Offshore-Windenergie. Diese Technologie entwickelt sich in drei der fünf Szenarien, vorausgesetzt, ihre Kosten sinken moderat oder günstig, mit einer frühesten Umsetzung im Jahr 2041; in den anderen Szenarien tritt sie nach 2048 auf. Bis zum Ende des Prognosezeitraums werden mindestens 83 % der jährlichen Stromerzeugung aus Solar-Photovoltaik oder Windenergie stammen. Der Anteil der abgeregelten erneuerbaren Energien an der Gesamtstromerzeugung liegt zwischen 9 % und 12 %, gegenüber einer aktuellen Basis von 7 %.

Der Ausbau der erneuerbaren Energien wird neue Investitionen in Übertragungsleitungen erfordern. Der Bericht stellt fest, dass die Kapazität des Korridors Charrúa-Ancoa-Alto Jahuel-Lo Aguirre um mindestens 1.750 MVA auf einer Spannungsebene von 500 kV erhöht werden muss. Diese Verstärkung wird es ermöglichen, Windenergie aus dem zentral-südlichen Bereich zu den Hauptverbrauchszentren und in den Norden über die zukünftige Kimal-Lo Aguirre-Leitung zu transportieren. Der Plan umfasst auch den Ausbau des chilenischen 220-kV-Netzes; in allen untersuchten Szenarien muss die aktuelle Kapazität einiger Leitungen um bis zu das Sechsfache erhöht werden, wobei die größte Nachfrage in den Regionen Antofagasta und Maule im zentral-nördlichen Chile konzentriert ist.

Die Szenarien prognostizieren ein Wachstum des nationalen Energiebedarfs im Analysezeitraum zwischen 4,1 % und 47,8 %, wobei das Ergebnis hauptsächlich von der Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts und dem Elektrifizierungsgrad der Wirtschaft abhängt. Der Verkehrssektor bleibt der größte Energieverbraucher; das regulatorische Szenario geht von einer verstärkten Nutzung von Elektroautos, Taxis und Bussen sowie von Wasserstoff im Schwerlastverkehr aus. Auch der Bergbau und die Industrie steigern ihren Stromverbrauch, während Rechenzentren zu einer neuen strukturellen Nachfragequelle werden. Der Bericht schätzt die Rechenzentrumskapazität im Jahr 2024 auf 198 MW, die bis 2030 etwa 594 MW und bis 2057 900 MW erreichen könnte.

Einzelpersonen und Institutionen, die im PELP-Prozess registriert sind, können bis zum 24. August Stellungnahmen zum Bericht einreichen. Anschließend wird das Energieministerium einen Abschlussbericht erstellen und nach weiterer Prüfung die entsprechende Energieplanungsverordnung erlassen.

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