de.wedoany.com-Bericht: Die französische Regierung und die Pariser Flughafengruppe (Groupe ADP) haben sich auf ein neues wirtschaftliches Regulierungsabkommen (ERA) geeinigt, das den Weg für ein Investitionsprogramm zur Modernisierung der Pariser Flughäfen in Höhe von 8,2 Milliarden Euro (rund 9,7 Milliarden US-Dollar) freimacht.
Das wirtschaftliche Regulierungsabkommen, das den Zeitraum von 2027 bis 2034 abdeckt, wurde nach monatelangen Verhandlungen zwischen der Pariser Flughafengruppe, dem französischen Luftfahrtministerium, den Fluggesellschaften und der französischen Verkehrsregulierungsbehörde (ART) ausgearbeitet. Der Vorschlag muss noch abschließend mit den Fluggesellschaften konsultiert werden und eine verbindliche Stellungnahme der ART erhalten, bevor er unterzeichnet werden kann. Er soll am 1. Januar 2027 in Kraft treten.

Philippe Pascal, Vorsitzender und Chief Executive Officer der Pariser Flughafengruppe, erklärte, das Investitionsprogramm sei das größte Investitionsvorhaben in der Geschichte der Pariser Flughäfen. Er wies darauf hin, dass diese Investition die Wettbewerbsfähigkeit der Pariser Flughäfen erheblich steigern werde. Als zentrale Infrastruktur seien diese Flughäfen ein wichtiges Kapital für die Attraktivität und die Wirtschaft des Landes.
Das Investitionsprogramm wird zwischen 2027 und 2034 in drei Phasen umgesetzt. Die ersten Projekte konzentrieren sich auf die Optimierung des Passagiererlebnisses durch verbesserte Grenzkontroll- und Sicherheitskontrollabläufe, während spätere Phasen die Optimierung der bestehenden Infrastruktur, neue Kapazitäten und die Verbesserung des multimodalen Verkehrs umfassen. Zu den konkreten Projekten gehören der Ausbau der Grenzkontrollanlagen, die Verlängerung des automatischen Personentransportsystems am Pariser Flughafen Charles de Gaulle, die Modernisierung der Gepäckabfertigungssysteme sowie die Entwicklung neuer Boarding-Einrichtungen am Pariser Flughafen Orly.
Gemäß den Vertragsbedingungen wird die durchschnittliche jährliche Steigerung der Flughafengebühren über den Achtjahreszeitraum bei Inflation plus 2,1 Prozentpunkten liegen. Der ursprüngliche Vorschlag der Pariser Flughafengruppe hatte Inflation plus 2,6 Prozentpunkte vorgesehen.
Das Abkommen wurde zusammen mit den Ergebnissen der ersten Jahreshälfte 2026 der Pariser Flughafengruppe veröffentlicht. Die Ergebnisse zeigen, dass der auf die Anteilseigner entfallende Nettogewinn im Jahresvergleich um mehr als das Doppelte auf 312 Millionen Euro gestiegen ist, was hauptsächlich auf Gewinne aus dem Teilverkauf ihrer Beteiligung an der indischen GMR Airports zurückzuführen ist. Im gleichen Zeitraum stiegen die Umsatzerlöse um 1,6 Prozent auf 3,22 Milliarden Euro, während das wiederkehrende EBITDA um 1 Prozent auf 1,02 Milliarden Euro sank. Die Gesamtpassagierzahlen der Gruppe stiegen leicht um 0,2 Prozent auf 179,2 Millionen, wobei die Pariser Flughäfen ein Wachstum von 0,5 Prozent auf 51,6 Millionen Passagiere verzeichneten.
Da der anhaltende Nahostkonflikt weiterhin Druck auf die Flugnachfrage und die Kapazitäten der Fluggesellschaften ausübt, senkte der Flughafenbetreiber seine Jahresprognose. Die Pariser Flughafengruppe erwartet nun für 2026 ein Passagierwachstum an den Pariser Flughäfen von rund 0,5 Prozent, unter der zuvor prognostizierten Spanne von 1,5 bis 2,5 Prozent. Gleichzeitig wurde die Prognose für das wiederkehrende EBITDA auf 2,30 bis 2,35 Milliarden Euro gesenkt, nachdem zuvor mehr als 2,35 Milliarden Euro erwartet worden waren. Das Unternehmen gab an, dass die im zweiten Quartal eingeleiteten Kostensenkungsmaßnahmen voraussichtlich Einsparungen von 40 bis 60 Millionen Euro erzielen werden, die sich hauptsächlich in der zweiten Jahreshälfte niederschlagen dürften. Trotz der schwachen kurzfristigen Aussichten ist Pascal der Ansicht, dass das wirtschaftliche Regulierungsabkommen dem Konzern die erforderliche Planungssicherheit für den nächsten Investitionszyklus bietet.










