de.wedoany.com-Bericht: Das portugiesische Industrieunternehmen Grupel hat gemeinsam mit Prosolia Energy am Grupel-Industriestandort in Vagos, Aveiro, ein Hybridsystem aus Photovoltaik und Batteriespeicher installiert. Das System besteht aus 813 Solarmodulen (insgesamt 500 kWp) und einem Batteriesystem mit einer Kapazität von 645 kWh (maximale Leistung 300 kW), ausgestattet mit einem intelligenten Managementsystem mit autonomem Betriebsmodus, um den Eigenverbrauchsanteil des selbst erzeugten Stroms zu erhöhen.

Laut Pedro Silva, Nationalmanager von Prosolia in Portugal, ist das Ziel von Grupel, sich im Bereich der erneuerbaren Energien zu einem unabhängigen Stromerzeuger (IPP) zu entwickeln. Einerseits werden große Kraftwerke im Versorgungsmaßstab geplant, die an das nationale öffentliche Netz angeschlossen werden und Strom an das Netz verkaufen; andererseits werden Anlagen für erneuerbare Energien am Standort des Verbrauchers oder in dessen Nähe errichtet, die mit einer Anschlussweise hinter dem Zähler (Behind The Meter, BTM) betrieben werden und den Kunden mit Strom für den Eigenverbrauch versorgen – als Windkraft-, Batterie- oder Hybridanlagen. Silva betonte, dass es für die portugiesische Industrie von entscheidender Bedeutung sei, sich vom öffentlichen Netz unabhängig zu machen, da „der Strompreis günstiger ist und nicht von Netzbewegungen, Markt- oder politischen Willensbekundungen abhängt“.
Die großflächige Photovoltaikanlage des Hybridsystems erfasst tagsüber Energie, die entweder direkt in der Fabrik verbraucht oder in Lithiumbatterien gespeichert wird, um sie in Spitzenlastzeiten oder bei reduzierter Solarstromerzeugung freizugeben. Dadurch wird die Lastkurve geglättet und die industrielle Einheit kann bei Netzstörungen autonom weiterbetrieben werden. Das System verfügt über Echtzeitüberwachung, automatische Fehlererkennung und automatische Löschmechanismen und unterstützt den Inselbetrieb, d. h. den vollständigen Betrieb unabhängig vom Netz bei Bedarf.
Auf Energie- und Umweltebene erzeugt das Projekt voraussichtlich jährlich 665,6 MWh saubere Energie am Grupel-Industriestandort und reduziert die CO₂-Emissionen um 314 Tonnen pro Jahr (entspricht der Pflanzung von 1.945 Bäumen). Silva erwähnte außerdem, dass die Strompreise im portugiesischen Großhandelsmarkt während der Sonnenstunden derzeit niedrig sind und der Bau einer reinen Photovoltaikanlage nur begrenzte Vorteile bietet. Mit dem Hybridsystem könne eine Strompreis-Arbitrage erzielt werden – überschüssiger Strom wird gespeichert und zu Zeiten höherer Netztarife selbst verbraucht oder ins Netz eingespeist, was wirtschaftliche Einsparungen bewirkt.
Das Projekt steht im Einklang mit den Zielen des portugiesischen Nationalen Energie- und Klimaplans 2030. Zu den Umsetzungshürden sagte Silva: „Es gibt keine Hindernisse, die Umsetzung ist sehr einfach“, wies jedoch darauf hin, dass einige Kunden Bedenken hinsichtlich des Brandrisikos und der Versicherungsfragen bei der Installation von Batterien in Gebäuden hätten – tatsächlich seien die Batterien bereits für die Installation im Freien geeignet und modular aufgebaut. Er betonte zugleich, dass der Preis weiterhin das Hauptproblem sei: „Die Preise sinken zwar stetig, sind aber im Vergleich zu einer reinen Photovoltaiklösung immer noch deutlich höher.“
Das Projekt zeigt, wie die Integration von Solarstrom und Batteriespeicherung die Energieeffizienz von Industriegebäuden und die energetische Unabhängigkeit der Einheit verbessern kann. Silva ist der Ansicht, dass das System „vollständiger, intelligenter und widerstandsfähiger“ geworden sei, und wies darauf hin, dass sich Städte in der Zukunft von reinen Verbrauchern zu einer Doppelrolle als Verbraucher und Erzeuger entwickeln würden, was den Aufbau bidirektionaler dynamischer Systeme erfordere.









