Aufsichtsrat der Volkswagen Gruppe billigt Transformationsplan – weitere rund 50.000 Stellen sollen gestrichen werden

2026-09-04 09:10
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de.wedoany.com-Bericht: Am 3. September hat der Aufsichtsrat der Volkswagen Gruppe den vom Vorstand vorgelegten „Zukunftsplan 2030" einstimmig gebilligt. Das Unternehmen wird über die bestehenden Personalanpassungen hinaus weitere rund 50.000 Stellen streichen, die Modellpalette reduzieren, das europäische Produktionsnetzwerk anpassen und das China- sowie das Nordamerika-Geschäft neu ausrichten. Der Vorstand wird gemeinsam mit den Marken, Tochtergesellschaften und Arbeitnehmervertretern zwölf konkrete Maßnahmen vorantreiben.

Im Rahmen des Plans wird die Volkswagen Gruppe ihre jährliche Absatzplanung auf rund 9 Millionen Fahrzeuge anpassen und bis 2030 ein operatives Umsatzrenditeziel von 9 Prozent anstreben, was einem operativen Gewinn von rund 31 Milliarden Euro entspricht. Im Planungszeitraum 2027 bis 2031 sind Investitionen und Forschungsausgaben in Höhe von 135 Milliarden Euro vorgesehen; konkrete Investitions- und Forschungsprojekte werden dem Aufsichtsrat weiterhin in den nachfolgenden Planungsrunden zur Genehmigung vorgelegt.

Auf der Produktseite plant Volkswagen, die Modellpalette bis 2035 um rund 50 Prozent zu reduzieren und die Konfigurationskomplexität um rund 75 Prozent zu senken. Gleichzeitig werden Fahrzeugplattformen, Elektrik/Elektronik-Architekturen, Fahrerassistenzsysteme und die Softwaresysteme integriert. Auf der Produktionsseite werden Überkapazitäten weiter abgebaut. Der Konzern bestätigte, dass die bestehende Fahrzeugproduktionskapazität in Europa die Marktnachfrage um mehr als 500.000 Fahrzeuge übersteigt; bis Ende Juni 2027 soll ein Anpassungskonzept für die Produktionsstruktur der europäischen Werke erarbeitet werden.

Die vier deutschen Werke Emden, Zwickau, Hannover und Neckarsulm können derzeit noch nicht sicherstellen, dass sie nach dem schrittweisen Auslaufen der bestehenden Modelle zwischen 2031 und 2034 Folgeproduktionsaufträge erhalten. Volkswagen prüft parallel alternative Nutzungsmöglichkeiten für diese Werke. Der Konzern hatte seine Produktionskapazität bereits von rund 12 Millionen Fahrzeugen vor der Pandemie um rund 2 Millionen reduziert; das neue, markenübergreifende Produktionskapazitätsziel wird weiter auf rund 9 Millionen Fahrzeuge gesenkt. Weitere Anpassungen werden zudem China und Europa betreffen.

Im Personalbereich erklärte Volkswagen, dass der Zukunftsplan über die bereits umgesetzten Personalabbaumaßnahmen hinaus eine Anpassung von rund 50.000 Stellen weltweit erfordere, einschließlich Führungspositionen. Konkrete Zeitpläne sowie die Verteilung auf Marken und Regionen wurden jedoch noch nicht bekannt gegeben. Diese zusätzlichen Anpassungen werden getrennt von den zuvor laufenden Stellenkürzungen in Höhe von rund 50.000 berechnet.

Im regionalen Geschäft wird Volkswagen die Ressourcen in Nordamerika weiter auf margenstärkere Marktsegmente konzentrieren; das China-Geschäft wird Kapazitäten und betriebliche Planung an die neuen Wachstumserwartungen des Automobilmarkts anpassen und die Exporte in Märkte des „Globalen Südens" ausweiten. Der Konzern wird zudem seine Beteiligungen und sein Portfolio neu bewerten und neue Strukturen für Konzernentscheidungen und Governance entwickeln.

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