UL Solutions startet Zertifizierung für bidirektionale Wechselstrom-Elektrofahrzeug-Ladegeräte in den USA

2026-09-15 14:49
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de.wedoany.com-Bericht: UL Solutions, der Geschäftsbereich von UL Enterprise, hat ein neues Zertifizierungsprogramm für Vehicle-to-Grid-Technologie (V2G) eingeführt und öffnet auf Grundlage der neu veröffentlichten Norm UL 1741 Supplement SC die offizielle Konformitätsprüfung für bidirektionale Elektrofahrzeug-Versorgungseinrichtungen (BEVSE). Die Prüf- und Zertifizierungsdienstleistungen werden bereits an den Standorten Fremont, Kalifornien, und Northbrook, Illinois, angeboten.

Die Dienstleistung bewertet BEVSE, die eine Wechselstromverbindung zwischen Hausleitungen und Elektrofahrzeugen herstellen. Solche Geräte fungieren als „Aufsicht" zwischen Fahrzeug und Stromnetz. UL Solutions weist darauf hin, dass diese wechselstrombasierte Funktion sich von den derzeit auf dem Markt befindlichen bidirektionalen Gleichstrom-Ladeprodukten von Anbietern wie dcbel, Sigenergy und Wallbox unterscheidet.

Bestehende Gleichstromlösungen setzen auf eine Gleichstromverbindung zwischen dem Elektrofahrzeug und einem externen Wechselrichter und umgehen den fahrzeuginternen Wechselrichter. Geräte, die nach UL 1741 SC zertifiziert sind, müssen hingegen mit Fahrzeugen zusammenarbeiten, die über einen bidirektional zertifizierten Wechselrichter verfügen. Die neue Norm macht einen externen Wechselrichter überflüssig; die daraus resultierenden bidirektionalen Elektrofahrzeug-Ladegeräte dürften deutlich günstiger sein als die derzeitigen Gleichstromlösungen auf dem Markt, was die Verbreitung dieser Technologie rasch vorantreiben könnte.

Wesley Kwok, Vice President und General Manager der Energy and Industrial Automation Group bei UL Solutions, erklärte in einer Pressemitteilung, Elektrofahrzeuge stünden die meiste Zeit geparkt, was ihnen die Möglichkeit eröffne, über den Transport hinaus weitere Funktionen zu übernehmen; die V2G-Technologie trage dazu bei, ungenutzte Batteriekapazität in eine wertvolle Ressource für Versorgungsunternehmen und Gemeinden zu verwandeln. Das neue Zertifizierungsprogramm helfe, Vertrauen zu schaffen, dass diese V2G-Systeme sicher und zuverlässig betrieben werden können und entscheidende elektrische Leistungsparameter liefern.

Hinsichtlich der in den USA maßgeblichen Normen haben die Bereiche Automobil, elektrische Sicherheit und Versorgungswirtschaft seit über zehn Jahren gemeinsam daran gearbeitet, einen regulatorischen und technischen Rahmen für wechselstrombasierte Vehicle-to-Grid-Technologie (V2G-AC) zu schaffen. Dieser Prozess führte zu entsprechenden Normen, die die Interoperabilität zwischen Fahrzeugen beliebiger Hersteller und BEVSE ermöglichen. Ein Schlüsselelement war die Ausarbeitung der Norm SAE J3072, die Netzanschlussanforderungen für fahrzeugintegrierte Bordwechselrichter festlegt. Nach der Fertigstellung dieser Norm im Jahr 2024 konnte UL Standards & Engagement die Arbeiten an der Norm UL 1741 SC abschließen.

Nach den alten Regeln konnte ein Fahrzeug eines bestimmten Marke und Modells gemäß der Norm UL 1741 für „mehrteilige dezentrale Energiesysteme" in Verbindung mit der Norm UL 9741 „Standard für Elektrofahrzeug-Energieausgabeeinrichtungen (EVPE)" zusammen mit einem bestimmten Ladegerät für V2G-AC-Fähigkeit zertifiziert werden. Neben der neuen Zertifizierung nach UL 1741 SC bietet UL Solutions diesen Zertifizierungspfad weiterhin an.

In Europa gibt es bereits Präzedenzfälle. Während die USA gerade erst einen eigenständigen Prüfpfad für V2G-AC einrichten, ist diese Technologie in Europa bereits im Einsatz. Automobilhersteller wie Renault und BMW haben in europäischen Ländern kommerzielle bidirektionale Wechselstromsysteme in Kombination mit speziellen kostengünstigen Wechselstrom-Wandladestationen eingesetzt. Auch in Utrecht, Niederlande, ist bereits eine vergleichbare kommunale Wechselstrom-Vehicle-to-Grid-Flotte in Betrieb, die überschüssigen Solarstrom in das lokale Verteilnetz zurückspeist.

Mit der offiziellen Öffnung der Tests im Rahmen des UL-Solutions-Programms verfügen US-Versorgungsunternehmen, Automobilhersteller und Hardware-Anbieter nun über den bisher klarsten regulatorischen Weg, um die Elektrofahrzeugflotte der USA in dezentrale Kraftwerke zu verwandeln.

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