Geothermiebohrung auf Teneriffa erreicht 3000 Meter Tiefe bei über 100 °C

2026-09-19 09:39
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de.wedoany.com-Bericht: Am 17. September veröffentlichte die Regierung der spanischen Insel Teneriffa den neuesten Stand des tiefengeothermischen Erkundungsprojekts Vilaflor. Die erste Forschungsbohrung des Projekts hat eine Tiefe von 3000 Metern erreicht und dabei heiße Fluide sowie Hochdruckklüfte im Untergrund nachgewiesen; die gemessene Temperatur übersteigt 100 °C. Die derzeitigen Ergebnisse zeigen, dass in diesem Gebiet ein geothermisches System mit Energieentwicklungspotenzial existiert. In der nächsten Phase werden die Größe des Reservoirs, die Temperatur, die Fließrate und die nachhaltige Förderkapazität weiter bewertet.

Das Projekt wird von Energía Geotérmica de Tenerife durchgeführt, einem Unternehmen, das von der Regierung Teneriffas, der DISA-Gruppe und Reykjavík Geothermal gemeinsam gebildet wird. Reykjavík Geothermal bringt dabei Erfahrung in der tiefengeothermischen Erkundung und Entwicklung ein. Das Projekt erhält 14,5 Millionen Euro Unterstützung vom spanischen Institut für Energiediversifizierung und -einsparung IDAE über Mittel aus Next Generation EU, was etwa der Hälfte der Projektfinanzierung entspricht.

Diese Bohrung ist der erste tiefe Erkundungspunkt des Projekts; in den vergangenen vier Monaten wurden die Bohrarbeiten und Formationstests kontinuierlich vorangetrieben. Die derzeit bestätigten Hochtemperatur-, Hochdruck- und Heißwasserbedingungen liefern entscheidende Daten für die spätere Beurteilung, ob eine kommerzielle Stromerzeugung möglich ist. Im weiteren Projektverlauf müssen noch Produktivitätstests abgeschlossen werden, wobei der Schwerpunkt auf der Überprüfung der Fluidmenge des unterirdischen Wärmereservoirs, seiner langfristigen Stabilität und seiner nachhaltigen Entnahmefähigkeit liegt.

Das Projekt ist Teil des spanischen IDAE-Programms VIAGEO zur Erkundung tiefer und hochenthalpischer Geothermie. Auf den Kanarischen Inseln gibt es derzeit insgesamt 9 entsprechende Erkundungsprojekte, verteilt auf Teneriffa, La Palma und Gran Canaria, die zusammen PRTR-Mittel von über 100 Millionen Euro erhalten haben.

Derzeit befindet sich das Projekt noch nicht in der Phase des Baus eines Geothermiekraftwerks. Ob es letztlich zur Stromerzeugung oder Wärmeversorgung genutzt werden kann, hängt von den durch weitere Bohrungen bestätigten Reservoirtemperaturen, Drücken, Fließraten und der Größe ab. Sollten die Ressourcenbedingungen die Anforderungen für eine Erschließung erfüllen, wird das Projekt in die Phase der Bewertung der Produktionskapazität und der kommerziellen Erschließungsplanung eintreten.

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