Laut Reuters vom 18. September erklärte der CEO von Salzgitter, Deutschlands zweitgrößtem Stahlhersteller, dass das Unternehmen aufgrund der drastischen Verschlechterung der Branchenbedingungen in den letzten Jahren beschlossen habe, die Ausbauphase eines wichtigen Ökostahlprojekts um drei Jahre zu verschieben.

Salzgitter investiert rund 2,5 Milliarden Euro (2,9 Milliarden US-Dollar), davon 1 Milliarde Euro an Zuschüssen, in sein Projekt Salcos, das ab 2027 mithilfe von Wasserstoff Stahl mit geringeren CO2-Emissionen produzieren soll.
Die erste Phase des Projekts, die eine Elektrolyseurkapazität von 100 MW, eine Direktreduktionseinheit und einen Lichtbogenofen umfasst, verläuft planmäßig und dürfte bei der Produktion von etwa 2 Millionen Tonnen Stahl zu einer Reduzierung der CO2-Emissionen um etwa 30 % führen.
Vorstandsvorsitzender Gunnar Groebler sagte jedoch, dass sich die letzte Phase der Emissionsreduzierung bei der Stahlproduktion, einem der umweltschädlichsten Industrieprozesse, um 95 Prozent verzögern werde. Er fügte hinzu, der Wasserstoffmarkt entwickle sich langsamer als erwartet und „das wirtschaftliche Umfeld ist noch nicht ausgereift. Darüber hinaus warten wir noch immer auf regulatorische Reformen, die die Politiker schon lange versprochen haben, aber bisher nicht umgesetzt wurden.“
Die Investitionsentscheidung für die zweite Phase der Expansion bei Salcos werde 2028 oder 2029 – und nicht erst 2026 – überprüft, sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person. Durch die Verzögerung würden rund eine Milliarde Euro an Investitionen freigesetzt, sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person.
Im Juni gab ArcelorMittal, der zweitgrößte Stahlhersteller der Welt, aufgrund der hohen Energiekosten in Deutschland Pläne auf, zwei deutsche Werke auf eine CO2-neutrale Produktion umzustellen. Dies weckte Zweifel an der grünen Wasserstoffstrategie der vorherigen deutschen Regierung, die mit Subventionen die Umstellung bestehender Werke auf Wasserstofföfen mit erneuerbarer Energie fördern wollte.









