Eine Studie zur Landnutzung in Brasilien analysierte das Gleichgewicht zwischen landwirtschaftlicher Entwicklung und Ökosystemschutz bis 2050. Basierend auf einem Rahmenkonzept für gemeinsame sozioökonomische Entwicklungspfade verglich die Studie die Auswirkungen verschiedener Entwicklungsmodelle auf Biodiversität, Klimawandel und Agrarwirtschaft.

Forschungen zeigen, dass Brasiliens landwirtschaftliche Nutzfläche in den letzten 50 Jahren um rund 109 Millionen Hektar zugenommen hat – das entspricht der doppelten Fläche des französischen Festlandes. Diese Ausweitung der Landwirtschaft hat zwar die wirtschaftliche Entwicklung angekurbelt, aber auch die natürliche Vegetation und die Artenvielfalt beeinträchtigt. Mithilfe von Modellanalysen ermittelte das Forschungsteam, dass im Rahmen des SSP3-Entwicklungspfads mit verstärktem regionalem Wettbewerb bis 2050 52 Millionen Hektar Naturfläche in Ackerland umgewandelt werden könnten. Dies würde zwar das landwirtschaftliche Einkommenswachstum um 28 % steigern, gleichzeitig aber 12 Milliarden Tonnen Kohlendioxid freisetzen und dazu führen, dass rund 70 % der Säugetierarten ihren Lebensraum verlieren.
Der Studienleiter wies darauf hin: „Zukünftige Veränderungen der globalen Nahrungsmittelnachfrage und der landwirtschaftlichen Produktion werden die in Brasilien landwirtschaftlich genutzte Fläche und damit den Druck auf das Ökosystem bestimmen.“ Im Szenario des nachhaltigen Entwicklungspfads SSP1 könnten zwar die landwirtschaftlichen Einkommen um 31 % sinken, gleichzeitig könnten aber durch ökologische Wiederherstellungsmaßnahmen zusätzlich 12,4 Milliarden Tonnen Kohlendioxid gebunden und zwei Drittel der Lebensräume von Säugetieren erweitert werden.
Die Studie unterstreicht die entscheidende Bedeutung der Standortwahl für die Ausweitung der Landwirtschaft. Ökologische Wiederherstellungsmaßnahmen in Gebieten mit hohen Kohlenstoffreserven und großer Biodiversität ermöglichen die Erreichung der Ziele der Kohlenstoffbindung zu geringeren Kosten und tragen gleichzeitig wesentlich zum Artenschutz bei. Diese Strategie der koordinierten Entwicklung bietet Orientierung für Brasiliens nachhaltigen Wandel.
Mit dem Start des brasilianischen Emissionshandelssystems für Treibhausgase empfiehlt die Forschung, die Landnutzungsplanung mit der Klimapolitik zu verknüpfen, um das ökologische Gleichgewicht zu erhalten und gleichzeitig die Ernährungssicherheit zu gewährleisten. Der für die nächsten dreißig Jahre eingeschlagene Entwicklungspfad wird tiefgreifende Auswirkungen auf die nachhaltige Entwicklung in Brasilien und weltweit haben.
Zeitschrifteninformationen: Global Change Biology















