Das spanische Ministerium für Verkehr und nachhaltige Mobilität hat 1,73 Millionen Euro für technische Studien zu einem geplanten Eisenbahntunnel unter der Straße von Gibraltar zwischen Spanien und Marokko freigegeben. Die Mittel werden über die spanische Gesellschaft für die Untersuchung fester Verbindungen durch die Straße von Gibraltar (Secegsa) bereitgestellt und zielen darauf ab, das marokkanische Eisenbahntunnelprojekt voranzutreiben.
Der deutsche Tunnelbohrmaschinenhersteller Herrenknecht kam in einer im vergangenen Dezember abgeschlossenen Studie zu dem Schluss, dass ein 65 Kilometer langer Tunnel gebohrt werden könnte. Das Unternehmen gab jedoch an, dass diese Lösung nicht rechtzeitig vor der FIFA-Weltmeisterschaft 2030 fertiggestellt werden könne, die von Spanien, Portugal und Marokko gemeinsam ausgerichtet wird. Herrenknecht hält einen realistischeren Zeitrahmen zwischen 2035 und 2040 für möglich.
Herrenknecht betonte die Herausforderungen durch Flysch-Gesteinsformationen sowie die Meerestiefe und -instabilität und wies darauf hin, dass das Projekt einen Vorerkundungstunnel, fortgeschrittene seismische Untersuchungen und speziell angepasste Tunnelbohrmaschinen erfordere. Diese technischen Schwierigkeiten wurden auch von der Fachzeitschrift „RailFreight“ erwähnt.
Der geplante Tunnel unter der Straße von Gibraltar soll an das Hochgeschwindigkeits-Eisenbahnnetz Spaniens und Marokkos angeschlossen werden, doch Spanien muss dafür eine neue Strecke bauen.
Das staatliche Ingenieurberatungsunternehmen Ineco wird voraussichtlich im Sommer dieses Jahres den ersten Vorentwurfsplan fertigstellen. Im nächsten Jahr könnten Ausschreibungen für Erkundungsschächte folgen, um das grenzüberschreitende Eisenbahntunnelprojekt weiter voranzutreiben.









