Der Zentralpavillon der Biennale Venedig wurde nach einer 16-monatigen architektonischen Sanierung wiedereröffnet. Das historische Gebäude, das zwischen 1894 und 1895 errichtet wurde, wurde in ein räumlich zusammenhängendes und technisch integriertes Ausstellungsumfeld verwandelt. Das vom italienischen Kulturministerium finanzierte Projekt ist Teil des nationalen Plans für neue Denkmalpflege. Der neu gestaltete Pavillon wird die von Koyo Kouoh kuratierte Ausstellung „Stranieri Ovunque – Fremde überall“ beherbergen und am 9. Mai 2026 für die Öffentlichkeit zugänglich sein. Im Kern der architektonischen Sanierung stand die gezielte Auswahl, Interpretation und Neuanordnung historischer Bausubstanz, nicht die undifferenzierte Bewahrung aller Spuren.

Das Sanierungsteam betrachtete den Zentralpavillon als einen geschichteten architektonischen Organismus, der nach über einem Jahrhundert ständiger Erweiterungen zu einem klaren räumlichen System neu organisiert wurde. Verkehrswege und Ebenenstruktur wurden definiert, wobei der Zentralpavillon als Hauptverkehrsknotenpunkt positioniert wurde, von dem aus die Ausstellungsflächen erschlossen werden. Um den zentralen Ausstellungssaal herum gruppieren sich Servicebereiche wie Buchladen, Café, Bildungsräume und Technikzonen. Die Ausstellungsräume wurden als „White Cube“-Räume gestaltet, mit in Wände und Decken integrierten technischen Systemen. Originalelemente wie die von Carlo Scarpa entworfenen Fenster wurden restauriert und wieder eingebaut, der Salone Breno wurde nach der räumlichen Logik von 1928 neu konfiguriert, und die Öffnungen zur Kanalterrasse wurden wiederhergestellt, wodurch die visuelle und physische Verbindung zum Garten wiederhergestellt wurde. Diese architektonische Sanierung schafft eine Balance zwischen Denkmalschutz und moderner Funktionalität.
Zwei neue Außengebäude aus karbonisiertem Schichtholz und X-LAM-Platten schaffen transparente Übergänge zwischen Innen- und Außenraum und erweitern den Pavillon nach außen. Neue Oberlichter, die Photovoltaik-Glas mit Streuglas kombinieren, sorgen für gleichmäßiges natürliches Licht und unterstützen gleichzeitig die lokale Energieerzeugung. Ein elektrisches Beschattungssystem ermöglicht vollständige Verdunkelung, und alle technischen Infrastrukturen sind in der Gebäudehülle verborgen. Das Projekt zielt auf eine LEED-Gold-Zertifizierung ab und entspricht Nachhaltigkeitsstandards wie verbesserter Energieeffizienz und reduzierten Emissionen. Diese architektonische Sanierung liefert ein Referenzbeispiel für die Modernisierung historischer Ausstellungsräume.









