Stadler und BLT testen neue gummigefederte Räder zur Reduzierung der Vibrationsemissionen der TINA-Straßenbahn
2026-05-15 15:08
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de.wedoany.com-Bericht: Die Schweizer Stadler Rail AG und die BLT Baselland Transport AG setzen zusätzliche technische Maßnahmen um, um die Vibrationsemissionen der in der Region Basel eingesetzten TINA-Straßenbahnflotte zu reduzieren. Die beiden Unternehmen werden im Juli 2026 mit der Erprobung eines neuen gummigefederten Radsystems beginnen, um die durch den Straßenbahnbetrieb verursachten Vibrationen weiter zu verringern.

Die TINA-Straßenbahnplattform verfügt über ein vollintegriertes Niederflur-Antriebssystem, das darauf ausgelegt ist, die Zugänglichkeit für Fahrgäste und die Effizienz des Innenraums zu verbessern. Die Architektur ermöglicht stufenlosen Einstieg und barrierefreien Durchgang, stellt aber auch höhere Anforderungen an das präzise Zusammenspiel zwischen Fahrzeugsystem, Gleisinfrastruktur und Betriebsbedingungen, insbesondere in älteren städtischen Netzen mit engen Kurven, Weichen und unterschiedlichen Gleisuntergründen.

Seit der Inbetriebnahme der TINA-Straßenbahnen haben Stadler und BLT mehrere technische Nachrüstungen zur Emissionsreduzierung durchgeführt. Zu den Aufrüstungsmaßnahmen gehörten der Einbau zusätzlicher Dämpfungskomponenten, die Optimierung der Radprofile, die Anpassung der Magnetschienenbremsen sowie Modifikationen an Außenverkleidungselementen. Messungen zeigen, dass die Hauptlärmemissionen um 3,7 Dezibel reduziert wurden, was einer Verringerung des wahrgenommenen Lärmpegels um etwa 50 Prozent entspricht. Nach Angaben beider Unternehmen ist das Betriebsgeräusch der TINA-Flotte nun vergleichbar mit dem der älteren Tango-Straßenbahnflotte, die zuvor in diesem Netz verkehrte. Bis Ende 2025 waren die Nachrüstungsarbeiten an der gesamten BLT-TINA-Flotte abgeschlossen.

Die Lärmemissionen wurden deutlich gesenkt, doch BLT und Stadler konzentrieren ihre Folgemaßnahmen auf die Minimierung der Vibrationsübertragung auf die umliegende städtische Infrastruktur. Eine TINA-Straßenbahn wird mit neu entwickelten gummigefederten Rädern ausgestattet, die darauf abzielen, die Dämpfungseigenschaften an der Rad-Schiene-Schnittstelle zu verbessern. Die Rad-Schiene-Interaktion ist die Hauptquelle für Vibrationen in städtischen Schienenverkehrssystemen, insbesondere in dicht bebauten städtischen Umgebungen, wo unterirdische Infrastruktur, Gebäudefundamente und die Gleisgeometrie die übertragenen Vibrationen verstärken können.

Beide Unternehmen geben an, dass in städtischen Betriebsabschnitten mehrfach wiederholte Messungen durchgeführt werden, um die Wirkung des modifizierten Radsystems zu bewerten. Der Testbetrieb soll Anfang Juli 2026 beginnen. BLT-CTO Phillipp Glogg erklärte, das Ziel der Lärmreduzierung sei erreicht worden, und die nächste Phase der Zusammenarbeit konzentriere sich auf die Umsetzung von Vibrationsminderungsmaßnahmen mittels der modifizierten Radtechnologie. Stadler-Vertriebs- und Marketingleiter Ansgar Brockmeyer wies darauf hin, dass beide Seiten gemeinsam die Ursachen von Lärm- und Vibrationsemissionen analysiert und betrieblich erprobte technische Gegenmaßnahmen entwickelt hätten.

Laut Stadler werden die aktuellen Testergebnisse direkt in die zukünftige Produktion von TINA-Straßenbahnen einfließen. Sollte das gummigefederte Radsystem die erwartete vibrationsmindernde Wirkung zeigen, werden künftige Fahrzeuge bereits ab Werk mit den optimierten Radkomponenten ausgestattet. Auch die bestehende Flotte soll schrittweise aufgerüstet werden, wobei der Hersteller nach Angaben von Stadler die entsprechenden Umrüstungskosten übernehmen wird.

Die TINA-Straßenbahnplattform ist derzeit in sechs europäischen Städten im Einsatz: Basel, Darmstadt, Rostock, Halle, Gera und Den Haag. Im April 2026 entschieden sich die deutschen Städte Gera und Zwickau im Rahmen einer gemeinsamen Beschaffung für die Stadler-TINA-Plattform und bestellten 14 weitere Fahrzeuge.

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