Verband der Chemischen Industrie (VCI) äußert Unterstützung für EU-Reformvorschlag zum Emissionshandel
2026-04-09 16:01
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de.wedoany.com-Bericht: Am 1. April hat der deutsche Verband der Chemischen Industrie (VCI) eine Erklärung veröffentlicht, in der er den Reformvorschlag der Europäischen Kommission für das EU-Emissionshandelssystem (EHS) anerkennt. Gleichzeitig drängt der Verband die EU, mehr konkrete Maßnahmen zu ergreifen, um die ambitionierten Klimaziele mit den tatsächlichen Transformationsmöglichkeiten der Industrie in Einklang zu bringen.Symbolbild Emissionshandel

Der Vorschlag der EU sieht vor, den automatischen Löschmechanismus für Emissionszertifikate in der Marktstabilitätsreserve (MSR) auszusetzen. Nach den derzeitigen Regeln würden alle überschüssigen Zertifikate in der Reserve von über 400 Millionen Tonnen verfallen. Die neue Regelung würde diese Zertifikate als Marktpuffer belassen und so die Fähigkeit des weltweit etablierten Kohlenstoffmarktes stärken, künftige Knappheiten und Preisschwankungen bei den Zertifikaten zu bewältigen. Die Marktstabilitätsreserve ist von Natur aus ein Regulierungsinstrument, das den Ausstoß bei Überangebot drosseln und bei Unterangebot erhöhen kann. Diese Anpassung wird ihre stabilisierende Wirkung auf den Markt weiter festigen und sowohl Regelstabilität als auch Marktanpassungsfähigkeit berücksichtigen.

Der VCI begrüßt diese Optimierung der Reserve und hält die Einstellung der Löschung von Zertifikaten für einen entscheidenden Schritt. Er ruft die EU zudem auf, die Rücknahme von Marktzertifikaten („backloading“) so schnell wie möglich zu beenden, um unnötige Angebotslücken zu vermeiden. Der VCI weist jedoch auch darauf hin, dass der Vorschlag Schwachstellen aufweist: Die EU hat sich noch nicht eindeutig verpflichtet, die Emissions-Benchmarks nicht zu verschärfen, und die kostenlos zugeteilten Emissionszertifikate sind ebenfalls nicht auf dem bestehenden Standard festgeschrieben. Der VCI stellt klar, dass es bei der Berechnung der Benchmarks für Wärme und Kraftstoffe seit langem methodische Lücken gibt und dass die entsprechenden Politiken unerwartete negative Auswirkungen auf die Industrie hatten. Solche Probleme müssten dringend angegangen werden.

In Bezug auf die bevorstehende Überarbeitung des Kohlenstoffsystems mahnt der VCI, dass wesentliche flankierende Maßnahmen für die europäische Energiewende noch fehlen. Dazu gehören Schlüsselelemente wie der Netzanschluss, kostengünstiger Strom und Wasserstoff sowie eine vollständige Infrastruktur für Wasserstoff, Kohlenstoffabscheidung, -nutzung und -speicherung (CCUS).

Der EU-Klimakommissar erklärte, diese Reform sei ein wichtiger Schritt zur Modernisierung des Kohlenstoffmarktes. Sie könne sowohl die Widerstandsfähigkeit des Kohlenstoffmarktes gegen Schwankungen stärken als auch kontinuierlich die Dekarbonisierung vorantreiben, die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie steigern und Investitionen in saubere Energien lenken. Unter dem Druck von Politikern und Unternehmen aus mehreren Ländern ist die Vereinbarkeit von Klimazielen und industrieller Wettbewerbsfähigkeit zu einem zentralen Anliegen der EU-Kohlenstoffreform geworden. Aufgrund politischer Verhandlungen ist der EU-Kohlenstoffpreis seit Januar dieses Jahres von seinem Höchststand deutlich gesunken.

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