Singapurs SMRT startet Pilotversuch für intelligentes U-Bahn-Wartungssystem JARVIS in Zusammenarbeit mit Oracle
2026-04-24 14:35
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de.wedoany.com-Bericht: Der singapurische U-Bahn-Betreiber SMRT hat einen Pilotversuch für die KI-Wartungsplattform JARVIS gestartet. Diese Plattform wurde gemeinsam von STRIDES Technologies, einer Tochtergesellschaft von SMRT für Technik und Technologie-Innovation, und dem US-Technologiekonzern Oracle entwickelt. Sie integriert fast vier Jahrzehnte Betriebsdaten von SMRT, kombiniert maschinelles Lernen mit generativer KI und hilft Ingenieuren, in dem auf drei Stunden pro Nacht begrenzten Wartungszeitfenster präzise Fehler zu beheben. So treibt sie die Schieneninstandhaltung von reaktiven zu präventiven Maßnahmen voran.

Im September 2024 kam es auf der Ost-West-Linie der Singapurer U-Bahn zu einer schweren Betriebsunterbrechung. Bei einem fast 40 Jahre alten Zug von Kawasaki Heavy Industries führte eine Verschlechterung des Achslagerfetts zu einer Überhitzung der Lager, was wiederum das Ablösen von Achslagern und eine Entgleisung des Drehgestells verursachte. In der Folge wurden etwa 1,6 Kilometer Schienen beschädigt, und der Abschnitt zwischen Jurong East und Buona Vista war sechs Tage lang außer Betrieb. Nach diesem Vorfall wurde SMRT von der singapurischen Land Transport Authority mit einer Geldstrafe von 3 Millionen Singapur-Dollar belegt, da die Wartung unzureichend war. Der Vorfall zeigte deutlich die Schwächen bei der Überwachungsverzögerung und Frühwarnung und veranlasste SMRT, den Aufbau eines präventiven Wartungssystems zu beschleunigen.

Die über lange Zeit von SMRT gesammelten Betriebs- und Wartungsdaten umfassen mehrere Dimensionen wie Zugbetrieb, Gerätezustand und Fehlermuster. Diese Daten waren jedoch über verschiedene Systeme verteilt und in unterschiedlichen Formaten wie Text und Diagrammen gespeichert. Der systemübergreifende Abruf und die Analyse bedingten einen hohen Aufwand, was die Effizienz der Fehlerbehebung bis zu einem gewissen Grad beeinträchtigte.

Aus diesem Grund entwickelte SMRT auf Basis der KI-Fähigkeiten der Oracle Cloud Infrastructure (OCI) und der autonomen KI-Datenbank die JARVIS-Plattform. Diese führt die verteilten Daten in einer einheitlichen Analyseumgebung zusammen und schafft so eine einzige vertrauenswürdige Datenquelle. Darauf aufbauend bietet die Plattform über eine generative KI-Chat-Oberfläche und große Sprachmodelle die Möglichkeit zur Interaktion in natürlicher Sprache. Dadurch können Wartungskräfte Fehleranalysen und Entscheidungsunterstützung deutlich schneller durchführen, was die Zeit für Datenverarbeitung und -bewertung erheblich verkürzt.

Angesichts der weiten Verteilung und schwierigen Lokalisierung von Geräten im Schienensystem kann JARVIS zudem Text- und Grafikinformationen aus historischen Aufzeichnungen in präzise geografische Koordinaten umwandeln. Dies dient zur schnellen Ortung spezifischer defekter Geräte, wodurch der Bereich für die manuelle Fehlersuche eingegrenzt und die Zielgenauigkeit sowie Effizienz der Vor-Ort-Arbeiten verbessert werden.

SMRT stellt klar, dass die JARVIS-Plattform die Fähigkeiten der Ingenieure verbessern und nicht die menschliche Arbeitskraft ersetzen soll. Derzeit sind bereits mehr als 50 Ingenieure an der Datenaufbereitung und KI-Entwicklung beteiligt. In Bezug auf Befürchtungen eines Arbeitsplatzabbaus durch KI betont SMRT, dass weiterhin Ingenieure eingestellt werden und KI lediglich ein Werkzeug zur Steigerung der Teamfähigkeiten sei.

Parallel zur Vorstellung der JARVIS-Plattform wird auch die globale Umstrukturierung und Personalanpassung bei Oracle beachtet. Am 31. März 2026 leitete Oracle eine neue große Entlassungswelle ein, von der rund 30.000 Mitarbeiter (ca. 18 % der Gesamtbelegschaft) in den USA, Indien, Kanada, Mexiko und anderen Regionen betroffen sind. Das Hauptziel der Entlassungen ist es, Mittel freizusetzen, um die Investitionsstrategie des Unternehmens im Bereich der KI-Infrastruktur zu unterstützen. Die Zusammenarbeit mit SMRT zeigt, dass Oracle trotz interner Anpassungen weiterhin sein KI-Cloud-Service-Angebot im asiatisch-pazifischen Raum ausbaut und die Expansion im Bereich der Unternehmens-KI fortsetzt.

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