de.wedoany.com-Bericht: Die uruguayische Regierung hat am Mittwoch ein Gesetz zur Wettbewerbsfähigkeit und Senkung der Lebenshaltungskosten mit über 240 Artikeln vorgelegt, das darauf abzielt, die Wettbewerbsfähigkeit des Agrarsektors durch die Digitalisierung der Fleischlieferkette, die Ermöglichung handwerklicher Verarbeitung auf dem Feld und die Vereinfachung von Verwaltungsverfahren zu steigern.
Derzeit verlangen einige Verfahren im Agrarsektor von Unternehmen, Informationen, die der Regierung bereits vorliegen, erneut einzureichen. Beispielsweise zwingen alle fünf Jahre auslaufende Registrierungen Unternehmen dazu, vollständige Unterlagen erneut vorzulegen. Haushaltsproduzenten, die Käse, Honig oder gepökelte Fleischwaren herstellen, können ihre Tätigkeit aufgrund fehlender spezifischer Kanäle nicht legalisieren. Das von vier Ministerien gemeinsam vorgelegte Gesetz zielt darauf ab, diese Probleme zu lösen.
Alfredo Fratti, Minister für Viehzucht, Landwirtschaft und Fischerei, erklärte, dass Branchenverbände seit 30 Jahren eine Verfahrensvereinfachung fordern, was weniger Papier- und Formularaufwand bedeuten werde. Eine der konkretesten Maßnahmen für die Branche ist die Schaffung des Systems für Handelsmanagement und Zertifizierungsregistrierung (SRGCC), das auf eine umfassende Digitalisierung der Fleischlieferkette abzielt, um das Handelsmanagement und die Zertifizierungsprozesse zu vereinfachen und zu stärken, die Rückverfolgbarkeit von Informationen zu verbessern, Kosten und Zeit für Verfahren zu senken und die Hygienekontrollen zu verschärfen.
Die Regierung betrachtet diese Maßnahme auch als Instrument zur Steigerung der Exportwettbewerbsfähigkeit der Branche. Fratti verwies insbesondere auf die Plattform des Nationalen Fleischinstituts Uruguays (INAC) als Beispiel für die Beschleunigung des Informationsflusses und die Verkürzung von Wartezeiten. Das Gesetz führt ein vereinfachtes System für die handwerkliche Verarbeitung in der landwirtschaftlichen Familienproduktion ein. Käse, gepökelte Fleischwaren, Konserven, Honig, Textilien und ländliche Tourismusprojekte von Haushaltsproduzenten sollen durch ein differenziertes Genehmigungsverfahren legalisiert werden, um ihnen zu helfen, Mehrwert zu schaffen und ihre Einkommensquellen zu diversifizieren. Derzeit befinden sich diese Aktivitäten oft in einer regulatorischen Grauzone.
Neben branchenspezifischen Maßnahmen führt das Gesetz auch horizontale Änderungen ein: Die Gültigkeitsdauer von Gesundheits-, Pflanzenschutz-, Technik- und Umweltregistrierungen wird von 5 auf 10 Jahre verlängert, was den geltenden Regelungen in Argentinien und Brasilien entspricht. Die Verlängerung erfolgt durch eine eidesstattliche Erklärung, ohne dass alle Unterlagen erneut eingereicht werden müssen. Gleichzeitig wird die Verpflichtung zur Übersetzung von Dokumenten ins Englische oder Portugiesische abgeschafft. Im Bereich des Informationsaustauschs verlangt das Gesetz eine verstärkte Interoperabilität zwischen staatlichen Stellen über das nationale einheitliche Registrierungssystem für Lebensmittel, Unternehmen und Fahrzeuge. Beispielsweise können Informationen, die zuvor von der Katasterbehörde angefordert werden mussten, nun direkt von der Generaldirektion für Bergbau (DINAMIGE) generiert werden, ohne dass private Stellen separate Anträge stellen müssen. Das Gesetz wird nächste Woche dem Parlament vorgelegt und könnte während des Gesetzgebungsprozesses geändert werden.
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