de.wedoany.com-Bericht: Ein ehemaliges Verwaltungsgebäude des Stahlherstellers Breda Siderurgica im Mailänder Stadtteil Bicocca im Nordosten der Stadt wurde nach dem Umbau durch das Architekturbüro Balance Architettura unter dem neuen Namen Bicocca Superlab wieder in Betrieb genommen. Das 100 Meter lange, dreigeschossige Stahlbau-Gebäude wird von einem Stahlskelett getragen. Die Architekten betonen, dass kein Kilogramm Material verschwendet wurde und alle Teile auf das statisch Notwendige reduziert sind.
Balance Architettura entschied sich, die schlanken Stützen und Fachwerkträger als zentrale Elemente des Innenraums hervorzuheben, Trennwände und abgehängte Decken zu entfernen und das Gebäude vertikal zu öffnen. Der Haupteingang befindet sich nun auf der Nordseite und führt in das Untergeschoss, das zu einer vollwertigen Büroetage aufgewertet wurde und rund 1650 Quadratmeter zusätzliche vermietbare Fläche schafft. Die Architekten entfernten zudem einen Teil der Decke zwischen Unter- und Erdgeschoss, um eine doppelgeschossige Eingangshalle zu schaffen. Die beiden oberen Stockwerke dienen vollständig als Büros, und zwischen den beiden Treppentürmen wurde ein Dachgarten angelegt. Die Stahlkonstruktion jedes Stockwerks dieses Stahlbaus wurde in einer anderen Farbe gestrichen: das ursprüngliche Erdgeschoss in Grün, das nächste Stockwerk in Gelb und das oberste Stockwerk in Korallenrot. Die Architekten betonen, dass diese Entscheidung erst ganz am Ende des Projekts getroffen wurde.
Die vorgehängte Betonfassade an den beiden Längsseiten wurde entfernt und durch eine hochtransparente Glashülle ersetzt. Die großformatigen Glasscheiben sind in einem Pfosten-Riegel-System montiert, wobei halbrunde, transluzente Silikonprofile auf Aluminiumklemmen befestigt sind. Die Architekten und der Fassadenbauer haben für diese Lösung ein Patent angemeldet. Zwischen den hohen Stahlkonstruktionen auf dem Dach wurden Sicherheitsnetze gespannt. Die Treppen- und Aufzugstürme treten hinter die Straßenfassade zurück, wobei sich das Pfosten-Riegel-System vor ihren verputzten Stirnseiten ohne Verglasung direkt fortsetzt. Der Treppenturm auf der Nordseite des Eingangs zeigt eine rohe Betonästhetik, deren von Altersspuren geprägte Textur sich bis ins Untergeschoss fortsetzt. Der Investor zeigt sich mit dem Umbauprojekt dieses Stahlbaus zufrieden.
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