de.wedoany.com-Bericht: Das finnische Startup Reduciner hat ein neuartiges thermochemisches Verfahren entwickelt, mit dem industriell abgeschiedenes Kohlendioxid in nachhaltige Kraftstoffe und Chemikalien umgewandelt werden kann. Das Unternehmen gab kürzlich den Abschluss einer ersten Finanzierungsrunde über 3,6 Millionen Euro bekannt. Die Eigenkapitalfinanzierung stammt von Voima Ventures, Lifeline Ventures und der Mikko Kodisoja Foundation, während das finnische Technische Forschungszentrum VTT Technologie- und IP-Nutzungsrechte als Sacheinlage in das neue Unternehmen einbringt. Reduciner plant den Bau einer ersten industriellen 1-Megawatt-Pilotanlage in Finnland, um die Kommerzialisierung der Technologie einzuleiten.
Das Kernstück der Technologie ist ein proprietäres thermochemisches Verfahren, das mit erneuerbarem Strom und biogenem Kohlenstoff CO₂ effizient in Kohlenmonoxid (CO) umwandelt. CO selbst ist mit bestehenden industriellen Verbrennungssystemen kompatibel, sodass Unternehmen Emissionen reduzieren können, ohne kostspielige Infrastrukturänderungen vornehmen zu müssen. Durch die indirekte Elektrifizierung des Verbrennungsprozesses ermöglicht die Technologie die großtechnische Produktion nachhaltiger Kraftstoffe und Chemikalien und hilft der globalen Industrie, ihre CO₂-Emissionen drastisch zu senken.
Im Gegensatz zu den meisten CO₂-Reduktionstechnologien wurde Reduciner von Anfang an auf Wirtschaftlichkeit ausgelegt. Ein entscheidender Faktor ist, dass bei dem Prozess als wertvolles Nebenprodukt Aktivkohle anfällt. Aktivkohle wird in großem Umfang zur Wasser- und Gasreinigung eingesetzt, und angesichts immer strengerer Umweltvorschriften wird eine steigende Marktnachfrage erwartet. Dieses Design trägt zur Verbesserung der Gesamtwirtschaftlichkeit des Prozesses bei und verringert die Abhängigkeit von politischen Subventionen oder steigenden Preisen für fossile Brennstoffe.
Johanna Grönroos, Mitgründerin und CEO von Reduciner, erklärte, dass die meisten Technologien, die fossile durch nachhaltige Kraftstoffe ersetzen wollen, einen Neuaufbau der Infrastruktur erfordern. Die Technologie von Reduciner hingegen wandelt CO₂ in CO um, das mit bestehenden Anlagen kompatibel ist, was eine schnellere und kostengünstigere Einführung ermöglicht. Sie betonte, dass Reduciner im Vergleich zu anderen Deep-Tech-Unternehmen, die an nachhaltigen Kraftstoffalternativen arbeiten, bereits in der Projektstartphase sowohl nachhaltige Wirkung als auch Rentabilität erzielen kann.
Das mit dieser Technologie erzeugte Synthesegas ist reich an Kohlenmonoxid und kann als Rohstoff für die Synthese von Kohlenwasserstoffen wie Methanol dienen. Im Vergleich zu herkömmlichen CO₂-basierten Verfahren ermöglicht die Verwendung von CO eine deutliche Steigerung der Effizienz und Kosteneffektivität und reduziert den Bedarf an teuren Rohstoffen wie Wasserstoff, was die Gesamtrentabilität des Prozesses erheblich verbessert. Juha Lindfors, Managing Partner bei Lifeline Ventures, wies darauf hin, dass Reduciner bereits in der Ausgründungsphase über fortgeschrittene Geschäftsgespräche, ein erstes Partner-Einsatzmodell und ein Full-Stack-Team von der Wissenschaft bis zur Finanzierung verfügt – ein Reifegrad, der bei Startups selten ist.
Die Technologie eignet sich besonders für schwer zu dekarbonisierende Schwerindustrien wie Kalk, Zement, Stahl und Zellstoff. In der Kalkindustrie beispielsweise, die derzeit teure Brennstoffe verwendet und unvermeidbare CO₂-Emissionen verursacht, kann das CO₂ aus dem Kalkofen abgeschieden, mit der Reduciner-Technologie behandelt und dann im selben Ofen wiederverwendet werden, wodurch ein geschlossener Kohlenstoffkreislauf entsteht. Mitgründer und CTO Eemeli Tsupari erklärte, dass die CO₂-Emissionen der globalen Kalk- und Zementindustrie die des Luft- und Seeverkehrs zusammen übersteigen. Die Technologie könne fossile Brennstoffe je nach Verfügbarkeit von grünem Strom und Netzbedingungen werkweise ersetzen und gleichzeitig die Kostenwettbewerbsfähigkeit verbessern.
Die Technologie basiert auf langjährigen Forschungsergebnissen des VTT und wurde in Tests im Pilotmaßstab validiert. Die Kommerzialisierungsphase beginnt 2026 mit der Installation kleiner Demonstrationsanlagen. Die ersten industriellen Einsätze werden in Finnland erfolgen, bevor bis 2030 eine Expansion in breitere internationale Märkte stattfindet. Antti Arasto, Vizepräsident für Industrieenergie und Wasserstoff beim VTT, sagte: „VTT innoviert nicht für das Labor, sondern für die Welt. Technologie muss auf den Markt kommen, um echte Wirkung zu erzielen."
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