Französisches Start-up Carbon gibt Gigafactory-Projekt für Photovoltaikmodule auf
2026-05-21 17:56
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de.wedoany.com-Bericht: Das französische Start-up Carbon hat die Aufgabe seines Projekts für eine Gigafactory zur Herstellung von Heterojunction-Solarmodulen im Süden Frankreichs bekannt gegeben. Die Gründer des Unternehmens erklärten, dass der europäische Regulierungsrahmen keinen ausreichenden Marktschutz für in Europa hergestellte Produkte biete, weshalb dieser Industrieplan, der einst als „Projekt von bedeutendem nationalem Interesse" eingestuft worden war, letztlich gescheitert sei.Französisches Start-up Carbon gibt Gigafactory-Projekt für Photovoltaikmodule auf

Carbon hatte Anfang 2023 Pläne zum Bau dieser Fabrik in Fos-sur-Mer im Département Bouches-du-Rhône in Südfrankreich angekündigt. Die vollständige Inbetriebnahme war ursprünglich für 2025 vorgesehen, und 2024 wurde ein Bauantrag gestellt. Die geplante Produktionskapazität des Projekts belief sich auf 5 GW Solarzellen und 3,5 GW Photovoltaikmodule pro Jahr, bei einer geplanten Investition von 1,5 Milliarden Euro. Nach seiner Fertigstellung wäre das Werk ein symbolträchtiges Projekt für die Rückverlagerung von Teilen der Photovoltaik-Wertschöpfungskette nach Frankreich gewesen.

Die Gründer wiesen in einer Erklärung darauf hin, dass der Bau großer Industrieanlagen eine notwendige Voraussetzung sei, um global wettbewerbsfähige Kosten zu erreichen. Solche Projekte benötigten jedoch einen geschützten europäischen Markt, der von den EU-Mitgliedstaaten unterstützt werde, um die Phase der industriellen Skalierung zu überstehen und die durch den anfänglichen Hochlauf entstehenden Mehrkosten aufzufangen. Der europäische Regulierungsrahmen habe eine solche Planbarkeit jedoch nie geboten.

In der Erklärung heißt es, das im Juni 2024 verabschiedete Net-Zero Industry Act ziele lediglich auf eine Diversifizierung der Lieferkette ab und gewähre in Europa hergestellten Produkten keinerlei Vorzugsbehandlung. Darüber hinaus dehne der Industrial Acceleration Act vom März 2026 das Konzept „Made in Europe" auf alle Länder aus, die ein Freihandelsabkommen mit der EU haben, was potenziell die Türkei, Vietnam und Indien einschließe, und verschiebe die Umsetzung einer „Europe First"-Politik auf das Jahr 2030. Investoren verlangten klare regulatorische Garantien zur Finanzierung des Projekts, doch sei derzeit nicht absehbar, wann ein solcher Markt entstehen werde.

Bevor das Projekt in eine Sackgasse geriet, hatten die Initiatoren noch versucht, die Strategie anzupassen. Dazu gehörte die Überlegung, zunächst eine kleinere Fabrik zur Modulmontage mit aus China importierten Zellen zu errichten, sowie später die Sondierung einer Zusammenarbeit mit dem chinesischen Hersteller Longi. Diese Bemühungen konnten das Carbon-Projekt jedoch nicht retten.

In Europa werden derzeit noch zwei große Modulfertigungsprojekte vorangetrieben. HoloSolis baut im französischen Hambach eine Gigafactory mit einer Jahreskapazität von 5 GW für Zellen und Module, die als eine der größten Fabriken Europas gilt. In Spanien entwickelt Sunwafe in Asturien eine große Fabrik für Silizium-Ingots und -Wafer, die mit europäischen öffentlichen Mitteln unterstützt wird.

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