de.wedoany.com-Bericht: Das Europäische Parlament hat kürzlich für einen neuen Schutzrahmen für den Stahlhandel gestimmt und das jährliche zollfreie Einfuhrkontingent auf 18,3 Millionen Tonnen festgelegt. Für darüber hinausgehende Mengen wird der Zollsatz von 25 % auf 50 % erhöht. Die neuen Bestimmungen sollen die bisherigen Maßnahmen ersetzen, die 2018 eingeführt wurden und Ende Juni 2026 auslaufen, um den Auswirkungen der globalen Überkapazitäten zu begegnen. Nach Angaben der EU hat diese Entwicklung seit 2008 zum Verlust von rund 100.000 Arbeitsplätzen in der europäischen Stahlindustrie geführt.
Die neuen Vorschriften enthalten eine Rückverfolgbarkeitsklausel, die verhindern soll, dass Drittländer die Beschränkungen durch einfache Weiterverarbeitung umgehen. Der Ursprung wird dabei nach dem Ort des ersten Schmelzens und Formens bestimmt und nicht nach dem Ort der Verarbeitung. Der Rahmen umfasst zudem eine Ausnahmeregelung für die Ukraine, deren Stahlindustrie von den regionalen Konflikten betroffen ist. Der Text muss noch vom Rat der Europäischen Union formell genehmigt werden, bevor er in Kraft treten kann.
Unterdessen haben auch die USA und Mexiko eigene Schutzmaßnahmen ergriffen. Die USA erheben seit Juli 2025 einen Zoll von 50 % auf Stahl- und Aluminiumeinfuhren aus Mexiko und anderen Ländern. Daten zeigen, dass die mexikanischen Stahlexporte in die USA um 60 % zurückgegangen sind und die Kapazitätsauslastung der heimischen Stahlindustrie auf 55 % gesunken ist. In der gesamten nordamerikanischen Region besteht eine Versorgungslücke: Im Jahr 2024 betrug die Rohstahlproduktion rund 106,1 Millionen Tonnen, während der Verbrauch bei 130 Millionen Tonnen lag.
Mexiko wiederum hat die Zölle auf Stahlimporte aus Ländern ohne Freihandelsabkommen (darunter China, Vietnam und Südkorea) dauerhaft auf 10 % bis 35 % angehoben, was 220 Produkte betrifft. Darüber hinaus hat das mexikanische Wirtschaftsministerium vorläufige Ausgleichszölle auf warmgewalzten Stahl aus China und Vietnam verhängt. Die mexikanische Präsidentin Sheinbaum erklärte, man werde Arbeitsplätze verteidigen, die Industrie unterstützen und faire Handelsbedingungen anstreben. Die USA haben ihrerseits einen Weg zur Zollanpassung vorgeschlagen, der es qualifizierten mexikanischen und kanadischen Produzenten ermöglicht, die Zölle zu halbieren, sofern sie sich verpflichten, ihre nordamerikanischen Produktionskapazitäten auszubauen.
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