Deutschland: Focused Energy finanziert 240 Millionen Dollar für Bau des ersten Laserfusionskraftwerks
2026-05-29 18:53
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de.wedoany.com-Bericht: Das deutsche Laserfusions-Start-up Focused Energy hat eine Series-A-Finanzierungsrunde über 240 Millionen US-Dollar abgeschlossen – die bislang größte vollständig gezeichnete Series-A-Runde in der globalen Kernfusionsbranche. Nach Angaben des Unternehmens macht diese Finanzierungsrunde es zum wertvollsten Kernfusionsunternehmen Europas.

An der Finanzierungsrunde beteiligten sich Investoren aus Deutschland, Europa, den USA, Asien und der Golfregion. Zu den Unterstützern zählen RWE, die Bundesagentur für Sprunginnovationen (SPRIND), der European Innovation Council Fund, die Hessische Investitionsmanagementgesellschaft, Futury Capital sowie Prime Movers Lab.

Focused Energy ist auf die Entwicklung von Laserfusionstechnologie spezialisiert. Das Unternehmen erklärt, die Laserfusion sei derzeit der einzige durch wissenschaftliche Experimente nachgewiesene Fusionsansatz, mit dem ein Nettoenergiegewinn erzielt werden könne.

Thomas Forner, CEO und Mitgründer von Focused Energy, wies darauf hin, dass die Fusionsenergie in Deutschland und Europa in eine neue Ära eintrete und das Unternehmen bestrebt sei, wissenschaftliche Exzellenz und industrielle Stärke in industrielle Wertschöpfung umzusetzen. Diese Finanzierungsrunde validiere den Weg von Focused Energy, innerhalb von vier Jahren vom Start-up zum weltweit führenden Laserfusionsunternehmen zu werden. Die neuen Mittel sollen genutzt werden, um die führende Position im Bereich der Laserfusion in Hessen weiter auszubauen.

RWE beteiligt sich als strategischer Investor und verschafft Focused Energy damit Zugang zum ehemaligen Kernkraftwerksstandort Biblis. Der Standort verfügt bereits über Netzinfrastruktur, industrielle Kapazitäten und Standortexpertise. Der Großteil der neuen Mittel wird dorthin fließen, um die Entwicklung des weltweit ersten Laserfusionskraftwerks voranzutreiben. Dr. Markus Krebber, Vorstandsvorsitzender der RWE AG, erklärte, Deutschland verfüge über die erforderliche Forschungsbasis und das Start-up-Ökosystem und sei bestens in der Lage, eine weltweit führende Position im Bereich der Kernfusion einzunehmen. Dies sei ein wichtiges Signal, dass Bundes- und Landesregierung gemeinsam an der Weiterentwicklung arbeiteten, um einen kommerziellen Fusionsreaktor in Deutschland zu realisieren. RWE unterstütze dieses Ziel ausdrücklich und nutze stillgelegte Standorte, vorhandene nukleare Infrastruktur sowie regulatorisches Fachwissen, um ideale Voraussetzungen zu schaffen, damit Deutschland im internationalen Wettbewerb Zeit- und Kostenvorteile erlange.

Die Biblis-Strategie bietet dem Projekt eine industrielle Basis und verknüpft die Finanzierungsrunde mit den übergeordneten deutschen Bestrebungen nach Technologiesouveränität, Energiesicherheit und inländischer industrieller Wertschöpfung. Derzeit suchen Regierungen weltweit nach zuverlässigen, kohlenstoffarmen Stromquellen, um Elektrifizierung, Rechenzentren, Schwerindustrie und Energiesicherheit zu unterstützen. Obwohl die Kernfusion noch nicht kommerzialisiert ist, zieht ihr langfristiges Potenzial zur Bereitstellung sauberer Energie in großem Maßstab zunehmend strategisches Interesse auf sich.

Focused Energy erklärte, die neuen Mittel würden für die Technologieentwicklung und den Aufbau einer Lieferkette für das europäische Fusionsökosystem verwendet. Die Finanzierungsrunde erfülle zudem die entscheidenden Eigenkapitalanforderungen für eine öffentliche Drehkreuzfinanzierung und trage dazu bei, privates Kapital mit staatlich unterstützter Industriepolitik zu verbinden. Das Unternehmen habe zudem seine Struktur angepasst und von einer deutsch-amerikanischen Doppelstruktur in eine deutsch-amerikanische Struktur mit einer neu gegründeten deutschen Holdinggesellschaft umgewandelt, die Deutschland und Hessen ins Zentrum der industriellen Umsetzung stelle.

Der hessische Ministerpräsident Boris Rhein bezeichnete dies als wichtigen Schritt, um die Region zu einem führenden Standort für Spitzenforschung und -entwicklung im Bereich der Laserfusion zu machen. Der hessische Wirtschaftsminister und stellvertretende Ministerpräsident Kaweh Mansoori betonte, das Investitionsvolumen sende ein starkes Signal und drücke das Vertrauen internationalen Kapitals in Hessen aus. Die Investition unterstütze Arbeitsplätze, industrielle Wettbewerbsfähigkeit und Klimapolitik, festige die industrielle Basis und treibe eine klimaneutrale, sichere und bezahlbare Energieversorgung voran.

Professor Markus Roth, Mitgründer und Chief Scientific Officer von Focused Energy, ist der Ansicht, dass Geschwindigkeit über die Führungsposition entscheiden werde. Deutschland sei mit seiner weltweit führenden Photonikindustrie ideal für die Laserfusion positioniert. Wer zuerst skaliere, werde die globalen technologischen, regulatorischen und wirtschaftlichen Standards setzen. Diese Finanzierungsrunde stelle die Kernfusion in einen breiteren Kontext von Governance und Kapitalallokation. Die Kernfrage sei nun, ob Europa in der Lage sei, Forschung in exportfähige industrielle Fähigkeiten umzusetzen.

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