Fogarty Finger stellt Strategien für hochwassersichere Gebäudeplanung vor
2026-06-02 11:44
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de.wedoany.com-Bericht: Angesichts zunehmender Überschwemmungen und schwerer Hochwasserereignisse müssen Gebäudeentwürfe sowohl Hochwasserschutzvorschriften erfüllen als auch die Lebendigkeit der Erdgeschosse und öffentlichen Räume bewahren. Das Architekturbüro Fogarty Finger teilt mehrere Praxisbeispiele und Designansätze, die zeigen, wie diese Herausforderung gemeistert werden kann.

Die bei der Planung zu berücksichtigenden Überschwemmungen lassen sich in zwei Kategorien einteilen: Zum einen das sogenannte „lästige Hochwasser“ (nuisance flooding), das mehrmals im Jahr auftreten kann und zu Wasseransammlungen von wenigen Zentimetern bis zu einem halben Meter um das Gebäude führt. Zum anderen die von der Federal Emergency Management Agency (FEMA) definierten „Jahrhundertstürme“ mit deutlich höheren Wasserständen. Für den Schutz vor letzteren legen staatliche und kommunale Behörden in der Regel eine Überhöhung von 0,3 bis 1,5 Metern über die FEMA-Bemessungshochwasserhöhe (BFE) fest, woraus die lokal geforderte Bemessungshochwasserhöhe (DFE) resultiert. Der Schutz des Gebäudes bis zur DFE ist gesetzlich vorgeschrieben.

Die zentrale Herausforderung liegt in der Gestaltung des Erdgeschosses. Die erste grundlegende Entscheidung ist, ob die Erdgeschossnutzung auf das DFE-Niveau angehoben werden soll. Diese Methode ist bautechnisch einfach und relativ kostengünstig, führt jedoch bei einer DFE, die mehr als einen Meter über dem Gehwegniveau liegt, zu Problemen wie überlangen Rampen und einem unharmonischen Höhenunterschied zwischen Innen- und Außenbereich. Fogarty Finger hat hierfür verschiedene Lösungen entwickelt.

Beim Projekt „The Art House“ in Jersey City, New Jersey, wurde die Strategie der „angehobenen Kolonnade“ gewählt. Die Fassade des Erdgeschosses ist von der Straßenflucht zurückgesetzt, davor befindet sich eine öffentliche Vorhalle. Die Rampe ist in einer Sockelmauer unterhalb des Gehwegs verborgen. Ein Café und Außensitzplätze beleben die öffentliche Loggia.

Schnittzeichnung des The Art House in Jersey City

Bei der „Galleria on Provost“ in Jersey City wird der Höhenunterschied durch eine Anhebung des Gehwegs reduziert. Ein Pflanzstreifen an der Bordsteinkante hebt den Gehweg gegenüber der Straße an, die Rampe ist hinter einer durchgehenden Pflanzwand verborgen.

Schnittzeichnung der Galleria on Provost

In Brooklyn, beim Projekt „Nevins Landing“, wurde ein „gegliederter Erdgeschossgrundriss“ umgesetzt. Um den Anforderungen an offene Räume entlang des Gowanus Canal gerecht zu werden, mildert das Erdgeschoss die vertikale Trennung zur angrenzenden Straße durch eine Reihe subtiler Abstufungen. Dieses Projekt wurde von Fogarty Finger in Zusammenarbeit mit Field Operations realisiert.

Beim Projekt 1300 Jefferson Street in Hoboken, New Jersey, wurde ein „abgestufter Eingangsbereich“ gewählt. Ein Teil der Straßenfassade weicht zurück und bildet einen Eingangsplatz. Rampen und Stufen verteilen sich zwischen dem Platz und der inneren Lobby, sodass kein einzelner Abschnitt eine visuelle Barriere darstellt.

Projekt 1300 Jefferson Street

Hochwasserresilientes Design der 1300 Jefferson Street in Hoboken, New Jersey

Eine weitere Option ist die Installation von Hochwasserschutzsystemen. Liegt die Bodenplatte unterhalb der DFE, sind entsprechende Vorkehrungen erforderlich. Hochwasserschutzsysteme werden in „nasse“ und „trockene“ Systeme unterteilt. Nasser Hochwasserschutz ermöglicht das Eindringen und Abfließen von Wasser durch Öffnungen in der Fassade, ist relativ kostengünstig, setzt jedoch Hochwasserlüftungsöffnungen frei. Trockener Hochwasserschutz blockiert den Wasserfluss vollständig und wird in passive und aktivierbare Systeme unterteilt. Passive Systeme benötigen kein menschliches Eingreifen; aktivierbare Systeme erfordern Personal zum Aufstellen temporärer Barrieren, haben eine geringe visuelle Auswirkung auf Ladenfronten, werden aber von Hochwasserschutzbehörden zunehmend hinsichtlich ihrer Praktikabilität hinterfragt. In Projekten werden zunehmend Kombinationen beider Systeme eingesetzt.

Entscheidungsbaumdiagramm zum Hochwasserschutz (Flood Protection Decision Tree Diagram)

Bei der konkreten Produktauswahl sind massive Wände kostengünstig, beeinträchtigen jedoch die Einzelhandelsnutzung. Das System „Aquarium glass“ ist ein proprietäres Produkt, das seitlichen Hochwasserdruck standhält und wasserdicht bleibt. Die neueste Low-Eisen-Version bietet gute Transparenz und Farbwiedergabe, ist jedoch teuer. Hochwasserschutzklappen oder -paneele sowie Produkte wie Aquafence sind die Hauptelemente des trockenen Hochwasserschutzes; Aufnahmeschienen werden als permanente Elemente in die Gebäudewand oder den Gehweg integriert. Die globale Erwärmung verändert die Interaktion zwischen Gebäuden und Straßen, aber die Planungsteams müssen sicherstellen, dass die Erdgeschosse dadurch nicht zu Bunkern werden. Bei der Planung und Umsetzung von Hochwasserschutzlösungen ist es entscheidend, informiert, durchdacht und proaktiv zu handeln.

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