de.wedoany.com-Bericht: Brasilien hat diese Woche zwei bedeutende Fortschritte im Bereich Energiespeicherung erzielt: Die nationale Stromregulierungsbehörde (Aneel) hat die Regulierung für Energiespeichertechnologien genehmigt, während die Regierung die Verordnung für die erste Ausschreibungsrunde zur Beschaffung von Energiespeichersystemen unterzeichnet hat.

In den letzten Jahren verzeichnete Brasilien ein starkes Wachstum erneuerbarer Energien wie Solar- und Windkraft. Die fluktuierende Stromerzeugung stellt eine Herausforderung für den Echtzeitbetrieb des Stromsystems dar, wodurch der Bedarf an Versorgungssicherheit und -stabilität stetig steigt. Vor diesem Hintergrund legt die nach sechsjähriger Diskussion und Verfeinerung erlassene Regulierung der Aneel fest, dass der brasilianische Markt sowohl unabhängige Batterien als auch solche akzeptieren kann, die in der Nähe von Kraftwerken installiert sind. Diese Anlagen können Energie direkt aus den Kraftwerken oder dem Netz beziehen. Pumpspeicherkraftwerke werden ebenfalls als Energiespeichersysteme eingestuft. Sie funktionieren mit zwei Reservoirs: Bei Stromüberschuss wird Wasser in das obere Becken gepumpt, bei Versorgungsrückgang wird Wasser zur Stromerzeugung abgelassen.
Eine entscheidende Entscheidung betrifft die Gebührenerhebung für die Nutzung von Übertragungs- und Verteilnetzen durch Energiespeichersysteme. Unabhängige Batteriesysteme, die vom nationalen Stromsystembetreiber (ONS) gesteuert werden, zahlen nur bei Entladung Gebühren; andere Konfigurationen müssen sowohl beim Laden als auch beim Entladen Gebühren entrichten. Diese Klarstellung beseitigt die Unsicherheit für zahlreiche Investoren, die an der ersten Technologieauktion teilnehmen möchten. Die Auktion soll eine Beschaffungskapazität von mindestens 2 Gigawatt umfassen.
Brasiliens amtierender Minister für Bergbau und Energie, Gustavo Ataide, erklärte auf einer Sitzung des Bergbau- und Energieausschusses des Abgeordnetenhauses, dass die Regierung die Verordnung mit den Auktionsrichtlinien unterzeichnet habe und diese am nächsten Tag veröffentlicht werde. Der beurlaubte Energieminister Alexandre Silveira bestätigte ebenfalls in einem Beitrag auf einer Social-Media-Plattform, dass die Ausschreibung im Dezember dieses Jahres stattfinden werde. Die Richtlinien werden Anforderungen an den Lokalisierungsgrad der Systeme enthalten, was auch den Forderungen der einschlägigen Industrieunternehmen des Landes entspricht.
Seit 2024 hat die Regierung Batterieauktionen versprochen, doch die Veröffentlichung der Regeln wurde immer wieder verschoben. Diese Nachricht wird von großen Investoren wie Stromerzeugungs- und Übertragungsunternehmen sowie Geräteherstellern aufmerksam verfolgt. Neben neuen Geschäftsmöglichkeiten können Energiespeichersysteme (SAE) auch dazu beitragen, Probleme wie die von der ONS erzwungene Reduzierung der Wind- und Solarstromerzeugung zu lösen, da sie Strom speichern können, der sonst verschwendet würde. Eine indikative Studie der staatlichen Energie-Forschungsgesellschaft (EPE) zeigt, dass die installierte Kapazität von Energiespeichersystemen in Brasilien bis 2030 1.600 Megawatt und bis 2035 auf 6.600 Megawatt ansteigen könnte.
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