Kengo Kuma and Associates gewinnt Wettbewerb für neuen Flügel der National Gallery in London
2026-06-04 14:19
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de.wedoany.com-Bericht: Der Auftrag für den neuen Flügel der National Gallery in London geht an Kengo Kuma and Associates, die das Projekt gemeinsam mit BDP und MICA realisieren werden. Der internationale Wettbewerb wurde im September 2025 ausgeschrieben und zog 65 Einreichungen an, aus denen nach einer Auswahl sechs Teams in die Endrunde kamen. Laut Angaben der Galerie ist das neue Flügelprojekt ein zentraler Bestandteil ihrer langfristigen Strategie „Project Domani“ und gilt als die bedeutendste Veränderung seit der Gründung der Galerie im Jahr 1824. Ziel ist es, die räumlichen Kapazitäten und das kuratorische Spektrum erheblich zu erweitern, sodass die Erzählung der westlichen Malerei in einem zusammenhängenden Raum präsentiert werden kann.

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Die Jury bewertete den Siegerentwurf als „vorbildlich“ und lobte die Balance zwischen formaler Klarheit und kontextueller Sensibilität sowie die gelungene Interaktion mit dem bestehenden Sainsbury-Flügel. Das Design verwendet abgestufte Volumen und Portland-Stein als grundlegende Gestaltungselemente, die das städtische Umfeld aufgreifen, und integriert gleichzeitig viel natürliches Licht. Landschaftsgestaltungen wie Dachgärten und begrünte öffentliche Räume sollen durchlässigere öffentliche Bereiche schaffen und die Verbindung zwischen dem Leicester Square und dem Trafalgar Square stärken. Der Entwurf versucht, die Grenzen des einzelnen Gebäudes zu überschreiten, sich in den weiteren städtischen Kontext einzufügen und die öffentliche Rolle der Galerie zu festigen.

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Die innere Raumorganisation erreicht sowohl kuratorische als auch räumliche Ziele durch eine Reihe differenzierter Ausstellungsräume. Im unteren Bereich werden Gewölbe- und Bogenstrukturen verwendet, die die räumlichen Merkmale der angrenzenden Säle fortsetzen und die Kohärenz der Museumsstruktur bewahren. Der obere Bereich hingegen wechselt zu einer geometrischeren und zurückhaltenderen Sprache, die das Raumerlebnis unter Wahrung der Gesamtkomposition verändert. Dieses duale Design, das Kontinuität und Wandel vereint, unterstützt vielfältige Ausstellungsmöglichkeiten und verbessert das gesamte Besuchserlebnis.

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Der Entwurf integriert zudem systematisch Nachhaltigkeits- und gesellschaftliche Wertaspekte durch einen speziellen „Designrahmen für Klima und soziale Wirkung“. Die Umweltstrategie wird parallel zu einem breiten Engagement für öffentliche Beteiligung vorangetrieben und stellt das Projekt in die zeitgenössische Diskussion darüber, wie Kultureinrichtungen auf ökologische und soziale Herausforderungen reagieren können. Der neue Flügel wird auf dem Gelände des St. Vincent's House errichtet, einem Grundstück, das vor fast dreißig Jahren für eine zukünftige Erweiterung erworben wurde und derzeit ein Hotel- und Bürokomplex ist. Dieser Wiederaufbau wird als die letzte große Gelegenheit angesehen, das Galeriegelände zu erweitern und gleichzeitig die Beziehung zum umgebenden städtischen Kontext zu festigen.

Die Designvergabe erfolgte nach einem Wettbewerb, bei dem andere international renommierte Büros wie Foster + Partners, Renzo Piano Building Workshop, Selldorf Architects, Sellen Architects und Farshid Moussavi Architecture in der engeren Auswahl waren. Parallel dazu bleibt die Wettbewerbsdynamik bei anderen großen Kultur- und Stadtprojekten hoch, so sind beispielsweise MVRDV, Heatherwick Studio und Mecanoo in die engere Auswahl für ein nachhaltiges Wahrzeichen in Rotterdam gekommen, während RSHP die Neugestaltung des Ufergebiets von La Défense in Paris leiten wird.

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