de.wedoany.com-Bericht: Der britische Unternehmer Jo Bamford hat die mobile Wasserstoffbetankungsanlage HyKit MHR-X75 vorgestellt, die 75 kg Wasserstoff mit einem Druck von 350 bar transportieren kann. Die Betankungszeit beträgt etwa 10 bis 15 Minuten. Seit seinem Eintritt in das Familienunternehmen JCB (J.C. Bamford Excavators Limited) im Jahr 2003 verfolgt Bamford die Anwendung von Wasserstoff im Bausektor. Er betont, dass die Baumaschinenbranche eine mobile Energielösung benötige, die die derzeitigen Arbeitsabläufe nachbilden könne. Die Betankung mit Wasserstoff ähnele der mit Diesel, stehe jedoch in der Praxis vor zahlreichen Herausforderungen.

Die mobile Wasserstoffbetankungsanlage HyKit speichert den Wasserstoff in Drucktanks. Die gesamte Einheit kann per Anhänger transportiert und vor Ort mit einem Baggerlader oder einem Materialumschlaggerät bewegt werden. Die Firma Brian James Trailers entwickelte einen speziellen Anhänger, während Moffett ein maßgeschneidertes Umschlaggerät entwarf. Die Betankungsanlage kann Baumaschinen oder Stromaggregate vor Ort mit Treibstoff versorgen. Bamford weist darauf hin, dass es sich im Wesentlichen um eine Lösung handelt, die eine direkte Betankung auf der Baustelle ermöglicht. Die Markteinführung erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem die Bauindustrie zunehmend auf Wasserstoff setzt und Kunden wie die National Highways und HS2 den Einsatz emissionsfreier Geräte auf wichtigen Baustellen unterstützen.

JCB spielt eine Schlüsselrolle im Wasserstoffsektor und hat einen Wasserstoff-Verbrennungsmotor entwickelt, der nach dem gleichen Prinzip wie ein Dieselmotor arbeitet. Dadurch können herkömmliche Geräte relativ einfach auf emissionsfreien Antrieb umgerüstet werden. Der Wasserstoff-Verbrennungsmotor wird bereits in Baggerladern, Teleskopladern und Stromaggregaten eingesetzt. Bei der Vorstellung des MHR-X75 waren Vertreter von Riversimple, das an wasserstoffbetriebenen Stadtfahrzeugen arbeitet, und Swift Aircraft, das wasserstoffbetriebene Brennstoffzellenflugzeuge entwickelt, als Gäste anwesend. Bamford erklärte, dass diese Unternehmen alle vor den gleichen Herausforderungen in Bezug auf die Gasversorgung und Betankungsmethoden stünden. Er arbeite mit seinen verschiedenen Unternehmen daran, eine vollständige Lieferkette von der grünen Wasserstoffproduktion über den Transport bis hin zur mobilen Betankung aufzubauen.

Die geplante Jahresproduktion des HyKit-Werks liegt bei etwa 500 Einheiten, mit einem anfänglichen Ziel von 200 Einheiten. Da Wasserstoff leicht ausläuft und seine kleinen Moleküle selbst winzigste Spalten durchdringen können, finden die meisten Produktionsschritte im Werk in Bicester in Reinräumen statt. Jede Komponente wird vor dem Einbau geprüft, um mikrometergroße Partikel zu entfernen, die zu Ventilausfällen führen könnten. Bamford ist der Ansicht, dass jedes Glied der gesamten Wasserstoff-Lieferkette einwandfrei funktionieren muss und eine Verfügbarkeit von 99 % sowie vergleichbare Kosten wie in der Branche üblich erreichen sollte. Er erwähnte, dass ein Unternehmen, das nur in einem Bereich tätig ist, die Entwicklungskosten für diesen Bereich innerhalb von 20 Jahren amortisieren müsse. Ein Weg dorthin sei, dass Unternehmen alle Bereiche abdecken und in einzelnen Bereichen ausreichende Mengen und Wiederholbarkeit erreichen.
Der landesweite Transport von Wasserstoff ist eine der Herausforderungen. Bamford ist der Ansicht, dass ein rein elektrischer Ansatz an seine Grenzen stößt. Das Stromnetz sei eines der drei großen Energienetze Großbritanniens, die anderen beiden seien die Erdgaspipeline sowie das Diesel- und Benzin-Transportnetz. Derzeit sei das Stromnetz stark überlastet, die Lieferzeiten für Schlüsselkomponenten wie Turbinen betrügen bereits fünf Jahre, und der Ausbau von KI-Rechenzentren könnte diese Fristen weiter verlängern. Bamford investiert in Verfahren zur Herstellung von grünem Wasserstoff mithilfe von Sonnenlicht, darunter ein 4-GW-Projekt für grünes Ammoniak im Oman. Nach Fertigstellung werden die Kosten für grünes Ammoniak auf etwa 650 US-Dollar pro Tonne geschätzt, während graues Ammoniak etwa 500 US-Dollar pro Tonne kostet. Derzeit werden Elektrolyseure mit einem Wirkungsgrad von 55 % eingesetzt; zukünftige Elektrolyseure mit einem Wirkungsgrad von 85 % sollen die Kosten weiter senken.

Bamford ist der Ansicht, dass eine praktikable Wasserstoff-Lieferkette kurzfristig staatliche Subventionen benötigt, um die britischen Arbeitsplätze und die Lieferkette für Baumaterialien zu unterstützen. Er wies darauf hin, dass es in der Wärme- und energieintensiven Industrie 2,5 Millionen Arbeitsplätze gebe, die Subventionen benötigten. Auch sein anderes Unternehmen, Wrightbus, spiele eine Rolle beim Aufbau einer Wasserstoff-Nachfragebasis. Da Busse 15 Jahre lang genutzt werden könnten, biete dies eine stabile Nachfrage nach Wasserstoffbetankung über einen Zeitraum von 15 Jahren. Eine 35-MW-Wasserstoffproduktionsanlage könne etwa 700 Busse versorgen, die Baukosten beliefen sich auf etwa 100 Millionen Pfund, die über 15 Jahre Einnahmen gedeckt werden müssten. Bamford betonte, dass seine Strategie darin bestehe, Wasserstoff als vollständiges Ökosystem zu betrachten. Durch die Abdeckung aller Bereiche – Produktion, Transport und Betankung – solle die Gesamtbetriebskosten auf das Niveau konventioneller Lösungen gebracht werden, sodass die Wasserstoffbetankung bequem und zuverlässig werde und die Nutzer sich auf ihre tägliche Arbeit konzentrieren könnten.
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