Südkorea und Kanada unterzeichnen Abkommen 2026: Rohölimporte mehr als verdreifacht, 3,4 Mio. Tonnen LNG
2026-06-08 09:16
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de.wedoany.com-Bericht: Südkorea und Kanada haben am 2. Juni 2026 in Ottawa ein umfassendes Energiekooperationsabkommen unterzeichnet. Seoul verpflichtet sich, die Rohölimporte aus Kanada mehr als zu verdreifachen und den LNG-Handel zwischen beiden Ländern deutlich auszuweiten. Das Abkommen wurde auf einem bilateralen Forum offiziell besiegelt, das gemeinsam von den Energieministerien beider Länder ausgerichtet wurde. Dies geschah vor dem Hintergrund der anhaltenden Instabilität im Nahen Osten, die die globalen Lieferketten stört, während Seoul außerhalb der Straße von Hormuz nach zuverlässigeren Energiepartnern sucht.

Das Ottawa-Forum fand am 2. Juni 2026 statt und wurde gemeinsam vom südkoreanischen Ministerium für Handel, Industrie und Ressourcen (Ministry of Trade, Industry and Resources) und dem kanadischen Ministerium für Energie und natürliche Ressourcen (Ministry of Energy and Natural Resources) ausgerichtet. Der Sonderbeauftragte des südkoreanischen Präsidenten für wirtschaftliche strategische Zusammenarbeit und Leiter des Präsidialsekretariats, Kang Hoon-sik, nahm an dem Forum teil. Es war sein zweiter Kanada-Besuch im Jahr 2026, was die Bedeutung unterstreicht, die Seoul den bilateralen Beziehungen beimisst. Beide Regierungen beschreiben die Partnerschaft als „beste strategische Partner füreinander" und stützen die vertiefte Zusammenarbeit auf gemeinsame Werte und geopolitische Stabilität.

Der anhaltende Konflikt im Iran und die fortwährenden Unterbrechungen in der Straße von Hormuz haben die Denkweise vieler Länder über Energieversorgungsketten verändert. Für Südkorea, einen großen Energieimporteur mit begrenzter Inlandsproduktion, stellen diese Unterbrechungen eine direkte und unmittelbare Bedrohung dar. Seoul ist aktiv bestrebt, seine Abhängigkeit von der Straße von Hormuz zu verringern, deren Störung sich fast sofort auf den Öl- und Gastransport nach Ostasien auswirkt. Die weltweit zunehmende Konkurrenz um Lieferketten für kritische Mineralien verschärft die Dringlichkeit zusätzlich. Kanada mit seinen reichen Kohlenwasserstoffreserven und seinem stabilen geopolitischen Profil entspricht den Kriterien, nach denen Seoul sucht.

Die Schlüsseldaten des Abkommens sind bedeutsam. Südkorea plant, die Rohölimporte aus Kanada von 4,88 Millionen Barrel im Jahr 2025 auf 16 Millionen Barrel im Jahr 2026 zu steigern – eine Zunahme um etwa das 3,3-Fache innerhalb eines Jahres. Beamte prüfen zudem eine weitere Ausweitung auf jährlich 20 Millionen Barrel. Bei Erreichen dieses Niveaus würde Südkorea nach den USA und China zum drittgrößten Rohölexportziel Kanadas werden. Das Abkommen hat für Ottawa einen praktischen strategischen Wert: Über 90 % der kanadischen Rohölproduktion fließen in die USA. Eine Diversifizierung der Exporte nach Asien ist seit langem ein politisches Ziel Kanadas.

Der LNG-Handel nahm in den Ottawa-Gesprächen einen wichtigen Platz ein. Südkorea strebt an, jährlich 3,4 Millionen Tonnen LNG aus Kanada zu beziehen, was einem Wert von etwa 6,41 Milliarden kanadische Dollar (rund 4,6 Milliarden US-Dollar) entspricht. Ob dieses Ziel erreicht wird, hängt teilweise von der Beteiligung Südkoreas an der zweiten Phase eines LNG-Projekts in Kitimat, British Columbia, ab. Die endgültige Investitionsentscheidung für dieses Projekt wird im dritten Quartal 2026 erwartet. Wenn die Zusammenarbeit wie geplant voranschreitet, könnte der Anteil kanadischen LNGs an den südkoreanischen Importen von 1,7 % im Jahr 2025 auf 3 % im Jahr 2031 steigen, was eine bedeutende Verschiebung in der Bezugsstruktur darstellt.

Südkorea betrachtet Energiesicherheit seit langem als eine zentrale politische Priorität. Das Land verfügt über eine sehr geringe Inlandsproduktion und ist stark auf Importe angewiesen, wodurch die Zuverlässigkeit der Lieferketten ein ständiges Anliegen der politischen Entscheidungsträger ist. Kanada versucht seit Jahren, seine LNG- und Rohölexporte auf den asiatischen Markt auszuweiten. Die Infrastruktur war der Hauptengpass. Das LNG-Terminal in Kitimat an der kanadischen Pazifikküste bietet eine pazifische Exportroute, die die Straße von Hormuz vollständig umgeht. Das Abkommen vom 2. Juni vereint den Diversifizierungsbedarf Seouls mit den Exportambitionen Ottawas: Rohölimporte könnten 20 Millionen Barrel pro Jahr und der LNG-Handel 3,4 Millionen Tonnen pro Jahr erreichen.

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