de.wedoany.com-Bericht: Der CEO von Kinross Gold, J. Paul Rollinson, erklärte, dass das Unternehmen trotz eines deutlichen Anstiegs der M&A-Aktivitäten in der Edelmetallbranche und eines durch hohe Goldpreise gesteigerten Cashflows nicht auf Übernahmen dränge. In einem Interview im Büro in Toronto wies Rollinson darauf hin, dass Kinross weiterhin potenzielle Transaktionen prüfe, aber keinen Druck verspüre, aktiv um Vermögenswerte zu konkurrieren, sondern sich auf die Förderung des Portfolios organischer Wachstumsprojekte in Nord- und Südamerika konzentriere.
Seine Aussagen fallen in eine Zeit, in der die Transaktionsbereitschaft in der Goldbranche wieder zunimmt. Laut Bloomberg-Daten belief sich das Volumen der Edelmetalltransaktionen bis Mitte Mai auf fast 15,8 Milliarden US-Dollar, mehr als das Doppelte des Vorjahreszeitraums. Kinross hält an einer strengen Disziplin fest und hat im letzten Jahrzehnt nur drei Transaktionen abgeschlossen, die größte davon war die Übernahme von Great Bear Resources in Ontario für 1,4 Milliarden US-Dollar im Jahr 2022.
Kinross verfügte Ende des ersten Quartals über eine Liquidität von 3,9 Milliarden US-Dollar, darunter 2,2 Milliarden US-Dollar in bar, was dem Unternehmen finanzielle Flexibilität verschafft, während steigende Goldpreise die Branchenmargen verbessern. Rollinson ist der Ansicht, dass die interne Ressourcenbasis es dem Unternehmen ermöglicht, organisches Wachstum zu priorisieren. Kinross verfügt über 21 Millionen Unzen nachgewiesene und wahrscheinliche Reserven, 28 Millionen Unzen gemessene und angezeigte Ressourcen sowie 17 Millionen Unzen abgeleitete Ressourcen. Diese Ressourcen werden schrittweise in Entwicklungsprojekte umgewandelt. Das Unternehmen schätzt, dass sein Portfolio an organischen Wachstumsprojekten die Produktion von jährlich fast 2 Millionen Unzen Goldäquivalent aufrechterhalten und gleichzeitig die Margen verbessern kann.
Das Kernstück des Wachstumsplans von Kinross ist das Great Bear-Projekt im Nordwesten Ontarios, das Rollinson als „Generationen-Asset" bezeichnet. Laut einer vorläufigen wirtschaftlichen Bewertung aus dem Jahr 2024 könnte Great Bear jährlich etwa 500.000 Unzen Gold produzieren, mit Gesamterhaltungskosten von nahezu 865 US-Dollar pro Unze. Das Projekt hat das Potenzial, eine der wichtigsten langfristigen Entwicklungsplattformen von Kinross zu werden. Das Unternehmen hat Great Bear in zwei Genehmigungslinien unterteilt; die Rampe für die fortgeschrittene Exploration wurde bereits genehmigt, und die Oberflächenarbeiten sind zu etwa 90 % abgeschlossen. Diese Rampe ermöglicht Bohrungen unterhalb der geplanten Tagebaugrube und die Bewertung der tieferen Ausdehnung des Mineralisierungssystems. Kinross plant, die Produktion bei Great Bear in der zweiten Hälfte des Jahres 2029 aufzunehmen, wobei die Genehmigungszeiten weiterhin ein entscheidender Faktor für den Entwicklungszeitplan sind.
Great Bear wurde in das „One Project One Process"-Rahmenwerk Ontarios aufgenommen, eine Initiative, die darauf abzielt, Genehmigungen durch koordinierte Prüfungen von Bundes- und Provinzbehörden zu beschleunigen. Rollinson wies darauf hin, dass Kinross mit den Aufsichtsbehörden zusammengearbeitet hat, um Umweltinformationen schrittweise einzureichen, anstatt auf die Sammlung eines vollständigen Basisdatenpakets zu warten. Dennoch beschrieb der Manager den Genehmigungsprozess in Ontario als einen der komplexesten, denen er in über 20 Jahren globaler Arbeit begegnet sei, da er die Abwägung wissenschaftlicher Prüfungen mit umfangreichen indigenen Konsultationen erfordere.
Neben Kanada treibt Kinross drei organische Wachstumsprojekte in den USA voran: Round Mountain Phase X und Bald Mountain Redbird 2 in Nevada sowie Kettle River-Curlew in Washington. Insgesamt werden diese Projekte die Betriebsdauer verlängern, die Kostenstruktur verbessern und zwischen 2029 und 2031 jährlich etwa 400.000 Unzen Goldäquivalent beitragen. Das Unternehmen schätzt die Gesamtproduktion zwischen 2028 und 2038 auf etwa 3 Millionen Unzen.
Die strenge Disziplin von Kinross bei Übernahmen spiegelt sich auch in seiner Kapitalallokationsstrategie wider. Anstatt große Akquisitionen zu verfolgen, priorisiert das Unternehmen die Rückführung von Kapital an die Aktionäre durch Dividenden und Aktienrückkäufe. In diesem Jahr ist geplant, etwa 40 % des freien Cashflows für Aktionärsrenditen zu verwenden, was auf Basis aktueller Annahmen etwa 1,2 Milliarden US-Dollar entspricht. Rollinson wies darauf hin, dass Aktienrückkäufe angesichts des Aktionärskreises des Unternehmens besonders attraktiv seien, da mehr als die Hälfte der Investoren in den USA ansässig sei und Dividenden steuerlich weniger effizient sein könnten.
Der Wachstumsansatz von Kinross wird durch ein großes internes technisches Team mit Sitz in Toronto unterstützt, das aus etwa 80 Experten besteht und für die Prüfung von Minenplänen, Entwicklungsannahmen und potenziellen Übernahmezielen zuständig ist. Rollinson wies darauf hin, dass das Team eine „kollaborative Spannung" mit den operativen Abteilungen erzeuge, die dem Unternehmen helfe, Annahmen zu hinterfragen und die Projektumsetzung zu stärken. Dieselbe technische Disziplin prägt auch die Sichtweise von Kinross auf potenzielle Übernahmen. Das Unternehmen prüft weiterhin M&A-Möglichkeiten, doch viele potenzielle Transaktionen bestehen die internen Standards nach der detaillierten Analyse durch das Team nicht.
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