de.wedoany.com-Bericht: Auf dem „International Dry Bulk Shipping Symposium: Herausforderungen, Lösungen und Best Practices“ war die Frage, wie Automatisierung, Digitalisierung und Infrastrukturoptimierung die Logistik in Schüttguthäfen verändern, eines der Kernthemen. Die Veranstaltung wurde von Future Events organisiert und auf Einladung von MundoMaritimo durchgeführt. Auf dem Symposium analysierten Sergio Zamorano, CEO von FAM BEUMER Group für Lateinamerika, Ismael Torres, Business Development Manager von Prodevelop für Lateinamerika, Alejandro Valenzuela, Manager des automatisierten Terminals von Ultraport TGN, und Francisco Martínez, stellvertretender Betriebsleiter von TGN Ultraport, die technologischen Fortschritte, die die Schüttgutindustrie verändern, sowie die Herausforderungen der Terminals bei der Steigerung von Effizienz, Betriebskapazität und Humankapitalentwicklung.
Sergio Zamorano führte aus, dass die Entwicklung von kontinuierlichen Transportsystemen und digitalen Werkzeugen die Schüttgutterminals in eine neue Phase der Modernisierung treibe. Er stellte insbesondere die Fortschritte bei kontinuierlichen Transportsystemen mittels Bandförderern vor, die den intensiven Einsatz von Lkw im Bergbau und in Hafenbetrieben zunehmend ersetzen. Als Beispiel nannte er das weltweit größte Rohrfördersystem für Eisenerzfeinstoffe in China mit einer Förderkapazität von 5.500 Tonnen pro Stunde. Viele Fabriken und Terminals seien dort über Bänder verbunden, wodurch tausende Lkw-Fahrten ersetzt und die Logistikeffizienz deutlich gesteigert würden. Zamorano betonte zudem, dass die frühzeitige Einbindung von Kunden, Beratern und Lieferanten in der Entwicklungsphase neuer Projekte dazu beitrage, optimale und betrieblich angepasste Lösungen zu entwickeln.
Ismael Torres ergänzte, dass der technologische Wandel über die Be- und Entladevorgänge hinausgehen müsse. Die Digitalisierung von Häfen dürfe den maritimen Bereich, die Reeden, die Schiffsstaus sowie die Koordination mit Lkw und Bahn an Land nicht außer Acht lassen. Er wies darauf hin, dass der Großteil der Schüttgutterminals in Südamerika noch immer mit traditionellen Werkzeugen wie Excel und E-Mail arbeite, sodass das Potenzial für eine Digitalisierung enorm sei. Vor diesem Hintergrund hob er die Implementierung von Managementsystemen, Port Community Systemen (PCS), Geräteüberwachung und digitalen Zwillingen hervor. Diese Technologien könnten Probleme frühzeitig erkennen, Staus reduzieren und die Gesamteffizienz der Logistikkette steigern.
Ultraport stellte die Inbetriebnahme des neuen Verlade-Terminals für Kupferkonzentrat am nördlichen Schüttgutterminal (TGN) vor. Das Terminal wurde entwickelt, um den wachsenden Anforderungen des Bergbaus gerecht zu werden und die betrieblichen Staus in der Bucht von Mejillones im Norden Chiles zu entlasten. Aufgrund seiner technischen Integration gilt das Terminal als weltweit einzigartig. Es wird zu 100 % mit erneuerbarer Energie betrieben und hat eine jährliche Umschlagkapazität von 4 Millionen Tonnen. Die konstruktive Verladekapazität beträgt 1.800 Tonnen pro Stunde, das Lager kann 3.700 Container aufnehmen, der Verladeprozess ist zu 100 % automatisiert, und es können Schiffe mit einer Länge von bis zu 229 Metern abgefertigt werden. Alejandro Valenzuela, Manager von Ultraport TGN, betonte, dass die Automatisierung nicht nur die Effizienz steigere, sondern auch zu höheren Sicherheitsstandards führe. Matías Ormazábal, Manager für mechanisierte Häfen bei Ultraport, wies darauf hin, dass das Projekt einen traditionellen Betrieb in eine Plattform für die Bereitschaft zum Umschlag neuer Güter verwandelt habe. Im Bereich Humankapital erklärte Francisco Martínez, stellvertretender Betriebsleiter von TGN Ultraport, dass die Schulung der Arbeiter entscheidend für den Projektstart gewesen sei. Das Unternehmen habe ein internes Ausbilderprogramm entwickelt, verfüge über ein Schulungszentrum und habe Werkzeuge zur Unterstützung des Wissenstransfers der Arbeiter geschaffen.
Die teilnehmenden Experten waren sich einig, dass die Schüttgutindustrie vor großen Herausforderungen in den Bereichen Effizienz, Digitalisierung und Humankapitalentwicklung steht. Ismael Torres wies darauf hin, dass die Herausforderung darin bestehe, zu stärker standardisierten und digitalisierten Prozessen überzugehen, um Staus frühzeitig vorherzusehen und die See- und Landseitenabläufe zu optimieren. Matías Ormazábal betonte, dass die Automatisierung von Schulungs- und Umschulungsstrategien begleitet werden müsse, um die Fähigkeiten der Arbeiter zu stärken und Entwicklungsmöglichkeiten zu schaffen, die den neuen betrieblichen Anforderungen entsprechen. Sergio Zamorano warnte, dass die größte Herausforderung für die Häfen darin bestehen werde, die prognostizierten Gütermengen bei begrenztem Raum für den Infrastrukturausbau zu bewältigen. In den nächsten fünf bis sieben Jahren liege die Herausforderung darin, mit den vorhandenen Anlagen und Geräten 30 bis 40 Prozent mehr Güter effizienter umzuschlagen als derzeit.
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