de.wedoany.com-Bericht: Das US-amerikanische Unternehmen Anthropic hat am 9. Juni (Ortszeit) das neue KI-Modell „Claude Fable 5" öffentlich vorgestellt. Dieses Modell wird als die höchste Stufe der „Mythos-Klasse" des Unternehmens positioniert und bietet erstmals allen Nutzern bisher nicht öffentlich zugängliche Hochleistungsfähigkeiten, die gleichzeitig mit Sicherheitsfunktionen zur Missbrauchsverhinderung ausgestattet sind.
Gleichzeitig stellt das Unternehmen vertrauenswürdigen Partnern in begrenztem Umfang eine Hochleistungsversion „Claude Mythos 5" zur Verfügung, bei der die netzbezogenen Schutzfunktionen deaktiviert sind.

Beide Modelle werden unter dem API-Modellnamen „claude-fable-5" angeboten, zu einem Preis von 10 US-Dollar pro 1 Million Input-Token und 50 US-Dollar pro 1 Million Output-Token.
„Fable" stammt vom lateinischen „fabula" (das Erzählte) ab und ist ein Synonym zum griechischen „mythos". Beide Modelle basieren auf dem gleichen Basismodell und unterscheiden sich nur durch das Vorhandensein von Schutzfunktionen, weshalb sie durch sprachlich unterschiedliche, aber bedeutungsähnliche Begriffe voneinander abgegrenzt werden.
Fable 5 ist ab sofort in allen „Claude"-Tarifen, einschließlich der kostenlosen Version, verfügbar. Die Abonnements Pro/Max/Team/Enterprise (pro Sitzplatz) können bis zum 22. Juni kostenlos genutzt werden, benötigen jedoch ab dem 23. Juni Guthaben. Dies ist eine schrittweise Bereitstellung aufgrund der schwer vorhersehbaren Nachfrage; sobald die Bereitstellungskapazität optimiert ist, wird es als Standardfunktion integriert.

Die API- und nutzungsabhängigen Enterprise-Tarife sind ab dem ersten Tag vollständig verfügbar. Mythos 5 hingegen ist derzeit auf Partner des Projekts „Project Glasswing" zur Cybersicherheitsabwehr beschränkt und wird über das mit der US-Regierung kooperierende „Trusted Access Program" schrittweise ausgeweitet. Für Forscher im Bereich der Biowissenschaften wird zudem ein separater Rahmen für die Mythos-Klasse mit deaktivierten biologischen und chemischen Schutzfunktionen eingerichtet.
Anthropic betont, dass die Bilderkennungsfähigkeiten von Fable 5 erheblich verbessert wurden. Als Demonstration veröffentlichte das Unternehmen ein Video, in dem das Spiel „Pokémon Feuerrot" allein anhand von Spielbildschirm-Screenshots vollständig durchgespielt wurde, ohne Karten, Navigationshilfen oder Informationen zum Spielstatus. Eine Aufgabe, die zuvor selbst mit Hilfswerkzeugen nur schwer zu bewältigen war, wurde von Fable 5 allein durch Bilderkennung erfolgreich gelöst.
Laut der von Anthropic veröffentlichten Systemkarte gelten die Schutzfunktionen von Fable 5 für die Bereiche Cybersicherheit, Biologie/Chemie, Modell-„Destillation" sowie für die Unterstützung bei der Entwicklung moderner LLMs. In den ersten drei Bereichen wird nach Benachrichtigung des Nutzers automatisch auf „Claude Opus 4.8" umgeschaltet, während die Einschränkung für die Entwicklung moderner LLMs für den Nutzer unsichtbar bleibt und kein Modellwechsel erfolgt. Dies ist ein Mechanismus, der die Wirksamkeit des Modells durch Prompt-Änderungen oder Feintuning einschränkt. Es wird erwartet, dass etwa 0,03 % des gesamten Traffics und weniger als 0,1 % der betroffenen Organisationen betroffen sind.
Darüber hinaus variiert das Verhalten beim Auslösen der Schutzfunktionen je nach Nutzungsumgebung. In Web-, Desktop- und mobilen Anwendungen wird automatisch auf Opus 4.8 zurückgegriffen und der Nutzer benachrichtigt; in der Messages API hingegen erfolgt standardmäßig kein automatischer Rückgriff, sondern die Antwort wird mit einer Begründung der Ablehnung blockiert. Entwickler müssen selbst Wiederholungs- oder Rückfallmechanismen implementieren oder die serverseitige automatische Rückfallfunktion aktivieren.
Das Unternehmen gab außerdem bekannt, dass die Ausrichtungsfähigkeiten von Mythos 5 in Sicherheitsbewertungen etwa denen von Opus 4.8 entsprechen, jedoch in Gesprächen mit Nutzern über Selbstmord oder Selbstverletzung einige Antworten Rückschritte aufweisen; auch in einigen Bereichen der Kindersicherheit besteht Verbesserungspotenzial. Diese Probleme wurden durch Aktualisierungen der System-Prompts von „claude.ai" weitgehend behoben und werden in zukünftigen Modelltrainings berücksichtigt.
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