Stromverbrauch von US-Rechenzentren könnte bis 2028 580 Terawattstunden erreichen – Stromnetz unter Druck
2026-06-11 10:43
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de.wedoany.com-Bericht: Der nächste Engpass für die KI-Entwicklung könnte nicht die Rechenleistung von Chips sein, sondern die Stromversorgung. Für Cloud-Anbieter, Betreiber von Rechenzentren und Unternehmen, die KI einkaufen, hat sich die Herausforderung von der Beschaffung von Beschleunigern oder Cloud-Kapazitäten hin zur Frage verlagert, ob die Versorgungsunternehmen eine stabile Stromversorgung für geplante KI-Campusse gewährleisten können.

Im Jahr 2023 verbrauchten US-Rechenzentren etwa 4,4 % des landesweiten Stroms; bis 2028 könnte dieser Anteil auf 6,7 % bis 12 % steigen. Ein vom US-Energieministerium (DOE) unterstützter Bericht prognostiziert, dass der Stromverbrauch von Rechenzentren von etwa 176 Terawattstunden im Jahr 2023 auf 325 bis 580 Terawattstunden im Jahr 2028 ansteigen könnte, wobei der Anteil der Branche im oberen Szenario fast verdreifacht würde. Vor diesem Hintergrund haben jüngste KI-Rechenleistungsgeschäfte gezeigt, dass Strom, Kühlung, Netzwerke und Rechenzentrumsflächen gleichzeitig verfügbar sein müssen.

Die landesweiten Daten könnten jedoch dringendere lokale Probleme überdecken. Der Beratungsausschuss des Energieministeriums (SEAB) weist darauf hin, dass Hyperscale-Anschlussanfragen typischerweise zwischen 300 und 1000 Megawatt oder mehr liegen, mit einer Vorlaufzeit von ein bis drei Jahren, und das lokale Stromnetz belasten, während die Genehmigung, Finanzierung und der Bau von Übertragungs-infrastruktur oft länger dauern. In Regionen mit eingeschränkter Übertragungskapazität ist das Risiko des Netzanschlusses besonders hoch. SEAB führt als Beispiel an, dass ein Versorgungsunternehmen etwa 350 Tage im Jahr Rechenzentren mit Strom versorgen kann, während es an den verbleibenden rund 15 Tagen auf Notstrom, Energiespeicher oder andere Zuverlässigkeitslösungen angewiesen ist, was die Zeitpläne für KI-Einführungs-Roadmaps nicht vollständig erfüllen kann.

Lastflexibilität ist eine kurzfristige Option. SEAB erklärt, dass bei nicht kritischer Latenz einige KI-Inferenz-Workloads je nach lokaler Netzlast und Menge erneuerbarer Energien zwischen verschiedenen Regionen geroutet werden können, um so einen Teil des Drucks während Spitzenlastzeiten zu verlagern. Flexibilität kann jedoch den Bedarf an stabiler Stromversorgung nicht beseitigen. SEAB erwähnt, dass Interessengruppen allgemein der Meinung sind, dass neue Erdgaskapazitäten sowie Solar-, Wind- und Batteriespeicher derzeit die Hauptoptionen zur Aufrechterhaltung der Zuverlässigkeit sind.

Kernenergie wird Teil langfristiger Absicherungsstrategien. Laut Associated Press plant Constellation Energy, den 835-Megawatt-Reaktor von Three Mile Island im Jahr 2027 wieder in Betrieb zu nehmen, was mit einem 20-jährigen Stromliefervertrag mit Microsoft zusammenhängt. Google, Kairos Power und die Tennessee Valley Authority haben angegeben, dass Hermes 2 in Oak Ridge, der bis zu 50 Megawatt Strom in das TVA-Netz einspeisen soll, voraussichtlich 2030 in Betrieb gehen wird. Keines dieser Projekte kann jedoch die kurzfristigen Netzlücken für aktuelle KI-Campusse schließen. Aufsichtsbehörden wägen auch ab, wer für die Netz-Upgrades im Zusammenhang mit neuen Campus-Projekten zahlen soll. SEAB empfiehlt die Einführung von Tarifen, bei denen Rechenzentren diese Kosten mittragen oder übernehmen, und warnt, dass einige Unternehmen Standorte außerhalb der USA in Betracht ziehen, falls die heimischen Stromzeitpläne weiterhin nicht umsetzbar sind.

Für KI-Teams in Unternehmen ist die Verfügbarkeit von Strom heute ein ebenso entscheidender Faktor in der Infrastrukturplanung wie Modellleistung, Verfügbarkeit von Beschleunigern und Workload-Platzierung.

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