de.wedoany.com-Bericht: Eines der einflussreichsten Stadtentwicklungsprojekte in der kanadischen Geschichte – das von der Squamish Nation geleitete indigene Wiederaufbauprojekt Sen̓áḵw – hat seine ersten drei Türme am Kopf der Burrard Bridge in Vancouver fertiggestellt. Diese drei Türme bieten insgesamt 1.409 speziell gebaute Mieteinheiten, darunter über 280 erschwingliche Wohnungen. Der Einzug erfolgt in Phasen, wobei Mitglieder der Squamish Nation und indigene Bewerber Vorrang haben, bevor die Wohnungen Anfang Juni für die Öffentlichkeit zugänglich werden.

Da sich das Projekt auf dem Land der Squamish Nation befindet, unterliegt es nicht dem üblichen städtischen Umzonungsrahmen Vancouvers und bietet mehr Flexibilität in Bezug auf Höhe, Dichte, Parkplätze und langfristige Planung. Nach vollständiger Fertigstellung wird Sen̓áḵw auf einem kompakten Grundstück von etwa 10,5 Acres eine dichte, gemischt genutzte Gemeinschaft mit 6.000 Mietwohnungen sowie Gewerbe-, Büro-, Einzelhandels- und Gemeinschaftsflächen bilden.
Venelin Kokalov, Architekt bei Revery Architecture, erklärte, dass das Projekt einen „Dorf-im-Park“-Ansatz verfolgt, um ein zeitgenössisches indigenes Stadtdorf und keine traditionelle Wohnsiedlung zu schaffen. Er sagte, das Projekt sei tief in der Geschichte des Ortes und den Werten der Squamish Nation verwurzelt, deren Verbindung zu diesem Land Jahrtausende zurückreicht. Zehn Wohntürme mit 22 bis 58 Stockwerken, ein 12-stöckiges gemischtes Bürogebäude aus Massivholz, ein gemischt genutzter Turm und vier Gewerbepavillons sind in einer lebendigen Stadtlandschaft angeordnet. Die architektonischen Formen sind in zwei Typen unterteilt: „Mountain Towers“ und „Long Towers“. Die Mountain Towers verwenden kristalline Formen und Kupferfritteglas, deren Balkone und Verglasungen Elemente enthalten, die von den sichelförmigen und dreieckigen Mustern der Squamish inspiriert sind, und deren schräge Dächer auf die Zwillingsschwesternberge zeigen, die für die Squamish Nation von kultureller Bedeutung sind. Die Long Towers sind von den historischen, geradlinigen Langhäusern des Dorfes inspiriert; die wellenförmigen Sonnenschutzblenden an den Fassaden beziehen sich auf Lachse, die im Wasser schwimmen, filtern gleichzeitig das Licht und bieten Privatsphäre zwischen den Einheiten. Kokalov betonte, dass das Ziel darin bestehe, indigene Werte und die Designsprache der Coast Salish in einen zeitgenössischen städtischen architektonischen Ausdruck zu übersetzen, anstatt historische Kopien oder oberflächliche Referenzen zu schaffen.

Das Gelände des Projekts steht in enger Beziehung zur Burrard Bridge, die direkt durch das Grundstück verläuft und etwa 15 % der bebaubaren Fläche überdeckt. Die Designer nutzen den überdachten Bereich unter der Brücke für Erholung, Zusammenkünfte und kulturelle Aktivitäten. In der Verkehrsplanung reduziert das Projekt die Abhängigkeit von privaten Autos erheblich; nur etwa 10 % der Einheiten verfügen über Parkplätze. Das Gelände ist rund um öffentliche Verkehrsmittel, Radfahren und Gehen organisiert und umfasst ein unterirdisches Radwegenetz sowie Lager- und Wartungseinrichtungen. Kokalov erklärte, dass die Reduzierung der Parkfläche mehr Land und Ressourcen für Wohnraum, Landschaftsgestaltung und öffentliche Einrichtungen freisetze und gleichzeitig die Kosten für Aushub und unterirdische Infrastruktur senke.

Sxwíxwtn Wilson Williams, Vorsitzender der Squamish Nation, sagte, dass die Squamish-Kultur jeden Aspekt des Projekts durchdringe, von der Architektur und Kunstwerken bis hin zu Bepflanzung und Wegen. Er erklärte, dass man in jedem Detail der Innen- und Außengestaltung die Integration von Kultur und Tradition sehen könne, die Sprache im gesamten Gelände präsent sei, Kunstwerke und Geschichte greifbar seien und sich dies in der Wiederherstellung einheimischer Pflanzen sowie in der Art und Weise widerspiegele, wie die Wege die Menschen wieder mit Wasser und Land verbinden.
Nachhaltigkeit ist ein Kernstück des Projekts. Es ist auf betriebliche CO₂-Neutralität ausgelegt. Ein zentraler Bestandteil ist ein kohlenstoffarmes Fernwärmekraftwerk, das Abwasserenergie zurückgewinnt und das gesamte Entwicklungsprojekt mit Heizung und Kühlung versorgt. Massivholz wird in Schlüsselbereichen wie dem Bürogebäude verwendet, um den grauen Kohlenstoff zu reduzieren. Die Gebäudeanordnung ist darauf ausgelegt, Sonnenlicht und Luftzirkulation maximal zu nutzen, und umfasst Hochleistungsglas, nachwachsende Materialien, Regenwasserintegration und umfangreiche Landschaftsgestaltung. Kokalov sagte, Nachhaltigkeit bedeute, eine gesündere, widerstandsfähigere städtische Gemeinschaft zu schaffen, die die Prinzipien der indigenen Verwaltung, der gegenseitigen Verbundenheit und der langfristigen Verantwortung für das Land widerspiegele.

Die erste Phase des Projekts hat die Kerninfrastruktur etabliert, einschließlich der Mountain Towers und des Fernwärmesystems. Zukünftige Phasen werden das Landschaftsnetzwerk, den öffentlichen Raum, Einzelhandel, Büroflächen, Kultureinrichtungen und Wohngemeinschaften weiter ausbauen und den Long-Tower-Typ umfassender einführen. Kokalov erklärte, die umfassendere Ambition sei es, ein neues Modell des Städtebaus zu schaffen, das in indigener Führung und langfristiger Verwaltung verwurzelt sei und auf einer ganzheitlichen Verbindung zwischen Architektur, Natur, Mobilität und Kultur basiere, um Sen̓áḵw zu einer lebendigen, widerstandsfähigen und inklusiven Gemeinschaft zu machen.

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