de.wedoany.com-Bericht: Der französische Reifenhersteller Michelin veranstaltete eine Veranstaltung, die sich mit den gesellschaftlichen Anforderungen an Reifen befasste, indem er einen Umweltvortrag zum Thema „Nachhaltigkeitsstrategie-Update-Workshop & Probefahrt mit neuen Produkten“ mit Probefahrten neuer Produkte kombinierte. Die auf der Veranstaltung vorgestellten neuen Produkte sind der „Pilot Sport 5 Energy“ und der „Primacy 5 Energy“.

Die gesellschaftlichen Anforderungen an Reifen verändern sich deutlich, darunter: die Regulierung von Reifenabriebpartikeln durch Euro 7 (Fahrzeugverordnung, ab 2026), die Regulierung von Reifenabriebpartikeln durch die UNECE (UN-Verordnung, ab 2028), die Anforderung der EUDR (Entwaldungsverordnung, ab 2026) an die Rückverfolgbarkeit von Naturkautschuk sowie die Regulierung des ökologischen Designrahmens durch die ESPR-Ökodesign-Verordnung (ab 2024). Sicherheit und reine Kraftstoffeffizienz reichen nicht mehr aus, um den wachsenden gesellschaftlichen Anforderungen gerecht zu werden. Derzeit fallen in Europa jährlich 500.000 Tonnen Reifenabriebpartikel an; auch die Umwandlung landwirtschaftlicher Flächen in den Tropen, illegaler Holzeinschlag und die durch Waldbrände beschleunigte globale Erwärmung sowie der Verlust der biologischen Vielfalt sind besorgniserregend. Aus diesem Grund reguliert Euro 7 erstmals das Problem der Reifenabriebpartikel und legt schrittweise Reduktionsziele fest, wobei in der ersten Phase eine Reduzierung um etwa 10 % gegenüber dem aktuellen Niveau erforderlich ist. Michelin verpflichtet sich, die Abriebfestigkeit aller von ihm verkauften Reifen um 10 % zu verbessern. In Bezug auf die Entwaldung gab Michelin als erster Reifenhersteller weltweit eine „Null-Entwaldungs“-Verpflichtung ab und kündigte an, in allen seinen Reifen und Produkten weltweit nur Kautschuk zu verwenden, der nicht mit Entwaldung in Verbindung steht.
Im Rahmen dieser Veranstaltung erläuterte Michelin auch die Einzelbewertungen der LCA (Lebenszyklusanalyse) von Reifen. Im Überblick verläuft der Kreislaufprozess eines Reifens von der Herstellung bis zur Entsorgung wie folgt: Design & Material → Herstellung → Logistik → Nutzungsphase → Recycling & Wiederverwertung → Design & Material, und bildet einen geschlossenen Kreislauf. Die Umweltbelastung der einzelnen Phasen wird wie folgt quantifiziert: Design & Material 13 %, Herstellung 1,5 %, Logistik 1 %, Nutzungsphase 84 %, Recycling & Wiederverwertung 1 %. Derzeit wird im Bereich „Design & Material“ daran gearbeitet, die Materialien von Erdölquellen unabhängig zu machen (Hin zu 100 % nicht-erdölbasierten Quellen); im Bereich „Herstellung“ wird die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen reduziert und aktiv erneuerbare Energien wie Biomasse und Solarenergie für die Strom- und Wärmeversorgung der Werke eingeführt. Im Bereich „Recycling & Wiederverwertung“ liegt die Recyclingquote für Reifen in Nordamerika bei 70 % bis 80 %, in Europa bei 95 % und in Japan bei beachtlichen 99,2 %.

In der am stärksten belastenden „Nutzungsphase“ sind die Kraftstoffeffizienz und die Langlebigkeit (≈ Abriebfestigkeit) die entscheidenden Faktoren. Ein Fünftel des Energieverbrauchs eines Reifens während der Fahrt entfällt auf den Rollwiderstand. In Bezug auf die Langlebigkeit: Wenn sich die Abrieblebensdauer eines Reifens von 25.000 km auf 35.000 km pro Reifen verlängert, kann bei einer angenommenen Fahrstrecke von 200.000 km die Anzahl der benötigten Reifensätze von 8 auf 5 bis 6 reduziert werden. Dies verdeutlicht die Bedeutung der Reduzierung des Rollwiderstands und der Verbesserung der Abriebfestigkeit für Reifenhersteller. Die auf dieser Grundlage entwickelten neuen Michelin-Produkte – der Pilot Sport 5 Energy und der Primacy 5 Energy – werden im folgenden Teil näher vorgestellt.
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