Die Europäische Kommission hat den Clean Industry Deal ins Leben gerufen, der die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie steigern und den Dekarbonisierungsprozess der EU vorantreiben soll. Der Plan begegnet den Herausforderungen hoher Energiepreise und des globalen Wettbewerbs, indem er die Energiekosten senkt, saubere Technologien unterstützt und die Regulierung vereinfacht. Die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, sagte, Europa sei mit Investitionsabflüssen und regulatorischen Belastungen konfrontiert, und das Abkommen werde einen klaren Entwicklungspfad für Unternehmen vorgeben. Zu den Initiativen gehören die Bereitstellung von Finanzmitteln für energieintensive Industrien und saubere Technologien, die Verringerung der Abhängigkeit von Rohstoffen Dritter und die Förderung freiwilliger CO2-Intensitätskennzeichnungen durch den Industrial Decarbonization Acceleration Act, beginnend mit der Stahlindustrie im Jahr 2025 und später ausgeweitet auf Zement.
Um Energie bezahlbar zu machen, hat die EU einen Aktionsplan zum Ausbau sauberer Energie und zur Modernisierung der Netzinfrastruktur aufgelegt. Im Jahr 2026 soll mit dem Circular Economy Act die Ressourceneffizienz verbessert werden. Die Finanzierung erfolgt mit Mitteln von insgesamt über 100 Milliarden Euro, unterstützt unter anderem von der Europäischen Investitionsbank. Der neue Hilfsrahmen vereinfacht die Bewilligung staatlicher Förderung, zudem soll die geplante Industrial Decarbonization Bank zusätzliche Mittel bereitstellen. Darüber hinaus wird die EU den Handelsschutz stärken, die CO2-Grenzausgleichsmechanismen optimieren und ein zentrales Rohstoffzentrum zur Koordinierung der Beschaffung einrichten. Das Programm Erasmus+ investiert 90 Millionen Euro in die Ausbildung von Arbeitskräften in strategischen Branchen.
Das Clean Industry Agreement baut auf der Erklärung von Antwerpen auf und zielt darauf ab, innerhalb der ersten 100 Tage der Regierung wichtige Maßnahmen umzusetzen, gefolgt von Plänen für die Automobil-, Stahl- und Chemieindustrie. Im Oktober 2024 wurden aus dem Innovationsfonds 4,8 Milliarden Euro zur Unterstützung von 85 Netto-Null-Projekten bereitgestellt, darunter der Ausbau der Solarproduktionskapazität um 3 GW. Die geschäftsführende Vizepräsidentin Teresa Ribera betonte, dass der Plan das Vertrauen der Investoren stärke und die Expansion des Marktes für saubere Technologien sowie die Schaffung von Arbeitsplätzen fördere. Klimakommissar Wopke Hoekstra betonte, das Abkommen sei eine Strategie für die Reindustrialisierung und Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit Europas.









