Barcelona plantet, ab 2027 Biokohle-Asphalt zu verwenden, um CO₂-Emissionen um 76 % zu senken
2026-06-12 11:07
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de.wedoany.com-Bericht: Die spanische Stadt Barcelona entwickelt einen neuartigen Biokohle-Asphalt, der die mit dem städtischen Straßenbau verbundenen CO₂-Emissionen um bis zu 76 % reduzieren könnte. Die Technologie wird vom Rathaus Barcelona (Ayuntamiento de Barcelona), BIMSA, BIT Habitat, der Provinzregierung von Barcelona (la Diputación de Barcelona) vorangetrieben und von den Unternehmen ELSAN und AMSA in Zusammenarbeit mit der Polytechnischen Universität Katalonien (Universitat Politècnica de Catalunya) umgesetzt. Sie ist Teil des innovativen Projekts namens „Biochar“.

Der städtische Wärmeinseleffekt ist eine der Herausforderungen, mit denen viele Großstädte heute konfrontiert sind. Dunkle Oberflächen wie Asphalt und Beton absorbieren Sonnenstrahlung und geben sie nachts langsam wieder ab, was zu anhaltend hohen Temperaturen führt. Barcelona möchte mit diesem Ansatz neue Wege erkunden, um die Umweltauswirkungen von Straßen zu verringern und die Klimaresilienz zu stärken.

Barcelona

Die Technologie nutzt Biokohle (Biochar), die aus Oliven- und Kiefernbiomasse hergestellt wird, um den in herkömmlichen Asphaltmischungen üblicherweise verwendeten Kalksteinfüllstoff zu ersetzen. Biokohle wird durch kontrollierte Erhitzung organischer Stoffe erzeugt und wandelt landwirtschaftliche oder forstwirtschaftliche Abfälle in Bestandteile der städtischen Infrastruktur um. Diese Innovation hat einen doppelten Nutzen: Sie verwertet Abfälle, die normalerweise weggeworfen oder verbrannt würden, und gleichzeitig fungiert die Biokohle als Kohlenstoffsenke, die einen Teil des Kohlenstoffs im Straßenbelag speichert und so verhindert, dass er als CO₂ in die Atmosphäre gelangt.

Nach Angaben der Projektverantwortlichen, die in der Bioguía veröffentlicht wurden, kann das Projekt die mit der Asphaltproduktion verbundenen CO₂-Emissionen um etwa 76 % reduzieren.

Tests zeigen, dass das neue Material in seiner Festigkeit mit herkömmlichem Asphalt vergleichbar oder sogar überlegen ist, während es gleichzeitig eine gute Wasserbeständigkeit, ein geringeres Rissrisiko und ein stabileres Verhalten bei extremen Temperaturschwankungen aufweist. Diese Eigenschaften sind besonders wichtig für Mittelmeerstädte, die zunehmend unter Hitzewellen leiden.

Biokohle-Asphalt ist keine isolierte Maßnahme. Immer mehr Städte und Forschungseinrichtungen untersuchen, wie städtische Materialien dazu beitragen können, die Auswirkungen des Klimawandels abzumildern. Kürzlich wurde bloc° vorgestellt, ein innovatives System aus 3D-gedruckten Terrakotta-Ziegeln, das von altägyptischen Techniken inspiriert ist und durch Verdunstungskühlung kleine Kühlzonen auf Plätzen, in Parks und an öffentlichen Verkehrsknotenpunkten schafft.

Während bloc° darauf abzielt, bestimmte städtische Räume direkt zu kühlen, konzentriert sich das Biochar-Projekt auf die Reduzierung des CO₂-Fußabdrucks von Straßenbaumaterialien. Es sind unterschiedliche Strategien, die jedoch dieselbe Idee teilen: Die Städte der Zukunft werden nicht nur von mehr Bäumen, Grünflächen oder Schatten abhängen, sondern auch von Materialien, die Emissionen reduzieren und die thermische Leistung ihrer Umgebung verbessern.

Das Biochar-Projekt ist Teil der Ausschreibung „La sección de calle del siglo XXI“ (Der Straßenquerschnitt des 21. Jahrhunderts) der Stadt Barcelona, die nach innovativen Lösungen für den Bau nachhaltigerer Straßen sucht.

Superblock im Viertel Sant Antoni in Barcelona

Eine weitere ausgewählte Initiative namens RePavimenta konzentriert sich auf die Zugabe von recycelten Materialien, um die Emissionen im Zusammenhang mit dem städtischen Straßenbau zu reduzieren. Diese Projekte befinden sich derzeit in der Forschungs- und Prototypenphase und werden bis September 2026 fortgesetzt. Danach sollen die ersten Pilotversuche auf städtischen Straßen gestartet werden, bei denen die Materialien etwa ein Jahr lang überwacht werden, um ihre Festigkeit, Haltbarkeit und wirtschaftliche Machbarkeit zu bewerten.

Wenn die Ergebnisse positiv ausfallen, könnten die ersten Straßen mit dem neuen Asphalt ab 2027 verlegt werden. Das Projekt stellt eine Verbindung zwischen landwirtschaftlichen Abfällen und städtischer Infrastruktur her. Spanien, einer der weltweit größten Produzenten von Oliven und Olivenöl, fällt jährlich eine große Menge landwirtschaftlicher Abfälle an. Die Umwandlung dieser Rückstände in Baumaterialien eröffnet neue Möglichkeiten für die Kreislaufwirtschaft.

Karte von Barcelona

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