de.wedoany.com-Bericht: Eine aktuelle Umfrage des Pembina Institute zeigt, dass 60 % der Albertaner dagegen sind, Steuergelder für den Bau neuer Ölpipelines zu verwenden, während zwei Drittel der Befragten der Meinung sind, dass die Wirtschaft der Provinz zu stark von Öl und Gas abhängig ist.
Die von der Marktforschungsfirma Probe Research aus Winnipeg im April und Mai dieses Jahres durchgeführte Studie ergab, dass die Ansichten der Provinzbewohner zur Energiepolitik von den Prioritäten der Provinzregierung und der Führungskräfte der Öl- und Gasindustrie abweichen. In einer Erklärung der Organisation heißt es, dass die Studie auf einer „Gelegenheitsstichprobe“ basiert und daher keine Fehlermarge angegeben werden kann.
Obwohl der kanadische Premierminister Mark Carney und die Premierministerin von Alberta, Danielle Smith, zugesichert haben, dass neue Pipelines nur durch private Finanzierung vorangetrieben werden, hält der Druck hinsichtlich der Notwendigkeit von Steuergeldern seit Monaten an. Das Pembina Institute betont, dass das Konzept einer neuen Pipeline an der Westküste oft als Symbol für die Souveränität Albertas dient.
Die konkreten Umfrageergebnisse zeigen, dass 61 % der Befragten teilweise oder stark dagegen sind, dass Steuerzahler für den Bau neuer Pipelines aufkommen, wenn Ölunternehmen nicht bereit sind zu investieren, während 25 % zustimmen. 67 % stimmen zu, dass die Wirtschaft der Provinz zu stark von Öl und Gas abhängig ist, 25 % lehnen dies ab. Etwa 60 % der Befragten glauben, dass die CO₂-Bepreisung in der Industrie zur Emissionsreduzierung beiträgt und die Entwicklung neuer Industrien unterstützt. 49 % stimmen zu, dass die Bundesregierung eigene Maßnahmen ergreifen sollte, wenn Alberta nicht ausreichend gegen den Klimawandel vorgeht, 38 % lehnen dies ab.
Janetta McKenzie, Leiterin des Öl- und Gasbereichs des Pembina Institute, erklärte in einer Stellungnahme, dass die Provinzbewohner wüssten, dass etwas nicht stimme, wenn die Industrie selbst nicht bereit sei zu investieren. Sie wies darauf hin, dass die Provinzbewohner, obwohl ihnen jahrelang gesagt wurde, dass eine weitere Pipeline alle wirtschaftlichen Probleme lösen würde, ein klares Signal gesendet hätten: Wenn private Unternehmen immer noch keinen ausreichenden Geschäftsfall sehen, um eigenes Geld zu investieren, dürften Steuergelder auf keinen Fall für solche Projekte verwendet werden. Sie fügte hinzu, dass Politiker zwar angesichts der Diskussionen über einen Separatismus in Alberta geneigt sein könnten, eine Pipeline um fast jeden Preis zu bauen, die meisten Provinzbewohner jedoch von den Politikern einen vernünftigen Wirtschaftsplan erwarten, der sich nicht nur auf Öl und Gas konzentriert, damit eine einzelne Branche nicht weiterhin die Agenda dominiert.
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