de.wedoany.com-Bericht: Hertha Metals plant, im Spätsommer dieses Jahres in Texas mit dem Bau einer Fabrik zu beginnen, die jährlich 10.000 Tonnen hochreines Eisen produzieren soll. Dieses Produkt wird für die Herstellung von Neodym-Eisen-Bor (NdFeB)-Dauermagneten verwendet. Laut CEO Laureen Meroueh soll damit eine entscheidende Lücke in der Lieferkette für US-amerikanische Seltenerdmagnete geschlossen werden, um den bevorstehenden neuen Vorschriften zur Inlandsbeschaffung gerecht zu werden.

Hertha Metals, 2022 gegründet und mit Hauptsitz in Houston, entwickelt ein Verfahren namens FLEXHERS (Flexible Hydrogen Electric Reduction Smelting), das Lichtbogenofentechnologie mit Erdgas oder Wasserstoff zur Stahlproduktion kombiniert. Das Unternehmen plant, der einzige inländische Produzent von hochreinem Eisen in den USA zu werden. Die aktualisierte Defense Federal Acquisition Regulation Supplement (DFARS) tritt im Januar 2027 in Kraft und verlangt, dass Materialien für bestimmte Verteidigungsanwendungen aus nicht abgedeckten Ländern stammen müssen. Ab dem 1. Januar 2027 wird das US-Verteidigungsministerium (DoD) die Verwendung von Seltenerdmagneten und deren Bestandteilen aus chinesischer Quelle in allen abgedeckten Verteidigungssystemen verbieten.
Meroueh wies darauf hin, dass sich der aktuelle politische und branchenweite Fokus hauptsächlich auf die Sicherung der inländischen Versorgung mit Seltenerdelementen wie Neodym konzentriere, jedoch bestehe weiterhin eine Verwundbarkeit in der Lieferkette bei der Produktion von hochreinem Eisen. Ihrer Aussage nach werden derzeit 90 % des weltweiten hochreinen Eisens in China produziert. Laut Daten des Institute for Energy Economics wird ein Rückgang der chinesischen Stahlproduktion die Nachfrage nach minderwertigem Eisenerz beeinflussen, das in kohlebefeuerten Hochöfen verwendet wird, in denen derzeit 90 % des chinesischen Stahls hergestellt werden. Da Stahlhersteller von Hochöfen auf sauberere Technologien umsteigen, wird die Nachfrage nach hochwertigem Eisenerz, das für die kohlenstoffarme Stahlherstellung geeignet ist, steigen.
Das übergeordnete Ziel von Hertha Metals ist es, die inländische Eisenverhüttungskapazität in den USA wiederherzustellen. Die vorhandene Technologie des Unternehmens kann minderwertige Erze und Eisenerzfeinanteile verarbeiten, die in traditionellen Stahlherstellungsverfahren wirtschaftlich nur schwer zu verarbeiten sind. Derzeit betreibt das Unternehmen eine Pilotanlage mit einer Tagesproduktion von einer Tonne in Conroe, Texas, die nach eigenen Angaben die größte Demonstrationsanlage für einstufige Stahlherstellung in den USA ist. Das Erz stammt aus dem US-Bundesstaat Minnesota. Die Pilotanlage hat bereits Material produziert, das den Kundenspezifikationen entspricht, und hat mit begrenzten Verkäufen begonnen, um sich auf den kommerziellen Ausbau vorzubereiten. Die geplante Fabrik wird auch Versuchsstahlprodukte herstellen, mit dem Ziel, innerhalb der nächsten vier bis fünf Jahre eine Produktionskapazität von etwa 500.000 Tonnen pro Jahr zu erreichen.
In Bezug auf die Kosten gibt Hertha Metals an, dass sein Verfahren durch den Ersatz von Kokskohle durch Erdgas und Strom sowie die Verwendung kostengünstigerer Eisenerzrohstoffe mit der traditionellen Stahlherstellung konkurrieren könne, ohne aufgrund des Inlandsstatus einen Aufpreis zu verlangen. Meroueh räumte ein, dass die Herausforderung von stark subventionierten ausländischen Produzenten ausgehe, hauptsächlich durch den Preisdruck aufgrund chinesischer Regierungssubventionen. Das Unternehmen hat keine Finanzierungsdetails, zukünftige Finanzierungspläne oder potenzielle Abnahmeverträge offengelegt.
Die Strategie von Hertha Metals deckt sich mit den Bemühungen der US-Regierung, die inländische Produktion von kritischen Mineralien, Seltenerdmagneten und Stahl wieder aufzubauen. Neben Dauermagneten sieht das Unternehmen auch Marktchancen für Elektroband, das in Transformatoren und Elektromotoren für Elektrofahrzeuge verwendet wird – ein Bereich, der ebenfalls auf hochreines Eisen angewiesen ist und bei dem das inländische Angebot begrenzt ist. Mit dem näher rückenden DFARS-Stichtag im Januar 2027 setzt Hertha Metals darauf, dass politische Unterstützung, nationale Sicherheitsprioritäten und Marktnachfrage gemeinsam den Aufbau einer inländischen Industrie vorantreiben werden.
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