de.wedoany.com-Bericht: Der Senator der Italienischen Demokratischen Partei (PD), Antonio Nicita, hat gemeinsam mit seinem Kollegen Antonio Misiani einen Brief an den Minister für Unternehmen und „Made in Italy“, Adolfo Urso, sowie an den Wirtschafts- und Finanzminister, Giancarlo Giorgetti, gerichtet. Darin stellen sie die Preiserhöhungen für den Zugang zu FiberCop sowie den Stillstand bei der Schaffung eines einheitlichen Festnetzes in Frage. Nicita erklärte, dass die derzeitige Regierung seit ihrem Amtsantritt keinerlei Maßnahmen zur Integration von FiberCop und Open Fiber ergriffen habe – dies sei eines ihrer größten Versäumnisse im digitalen Bereich und bei der Umsetzung des Nationalen Aufbau- und Resilienzplans (PNRR).

FiberCop wird vom US-Fonds KKR (Anteil 37,8 %) kontrolliert; das italienische Wirtschafts- und Finanzministerium hält 16 % der Anteile. Am 28. April 2026, nachdem die italienische Kommunikationsaufsichtsbehörde (AGCOM) mit der Resolution Nr. 114/24/CONS die Deregulierung des Festnetzmarktes ausgeweitet hatte, veröffentlichte FiberCop eine neue Preisliste. Nach Angaben von einkaufenden Betreibern sind die Zugangspreise für Kupfer- und Glasfasernetze deutlich gestiegen. Nicita wies darauf hin, dass der italienische Telekommunikationsmarkt bereits einer der wettbewerbsintensivsten in Europa sei und die Gewinnmargen der Betreiber ohnehin gering seien. Der Wettbewerb zweier Betreiber auf dem Vorleistungsmarkt führe zu steigenden Zugangspreisen, während das Fehlen einer horizontalen Integration (die von der Regierung geplante Netzgesellschaft lasse weiterhin auf sich warten) die langfristige Nachhaltigkeit der Akteure gefährde.
Die Anfrage betrifft auch die Stilllegung des Kupfernetzes. Die Europäische Kommission hat im Entwurf des „Digital Networks Act“ die Frist für die Kupferabschaltung auf 2035 festgelegt. Nicita und Misiani fragen die Regierung, ob ihr die Auswirkungen der Preiserhöhungen auf die Ausgaben der Betreiber und die Endverbraucherpreise bewusst seien; welche Mechanismen der Minister für Unternehmen und „Made in Italy“ einzuführen gedenke, um den Umstieg auf Hochleistungsnetze (VHCN, d. h. Glasfaser bis ins Haus) zu fördern, beispielsweise ob ein Gutscheinprogramm für Betreiber oder Verbraucher vorgesehen sei; und wie der Wirtschafts- und Finanzminister als Aktionär von FiberCop die Schaffung einer einheitlichen nationalen Festnetz-Infrastruktur mit Open Fiber (das zu 60 % von der italienischen Depositen- und Darlehenskasse CDP gehalten wird, die wiederum dem Wirtschafts- und Finanzministerium untersteht) vorantreiben wolle, um die Effizienz der Branche und den Wert des strategischen nationalen Vermögenswerts zu steigern.
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