Australien erhebt 48% Zoll auf Hohlstahlrohre und treibt Kosten für Solarprojekte in die Höhe
2026-06-15 16:36
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de.wedoany.com-Bericht: In den letzten Monaten haben mehrere Hybridprojekte aus Solar- und Batteriespeicher in Australien die Finanzierung abgeschlossen und mit dem Bau begonnen. Einige dieser Projekte sind für große Industrieabnehmer wie das Aluminiumwerk von Rio Tinto in Gladstone, Queensland, von entscheidender Bedeutung. Eine neue Zollentscheidung wirft jedoch einen Schatten auf die Solarenergieentwicklung des Landes.

Der australische Industrieminister Tim Ayres gab am vergangenen Freitag eine Entscheidung bekannt, wonach auf Hohlstahlrohre (einschließlich Torsionsrohre, die bei der Installation von Solarmodulen verwendet werden) aus China, Taiwan, Malaysia und Südkorea ein Zoll von 48% erhoben werden soll. Dieser Schritt erfolgte auf Antrag einheimischer Stahlhersteller, um die lokale Industrie zu schützen.

Branchenkreisen zufolge ist diese Entscheidung rückwirkend und gilt ab September letzten Jahres, was sich auf tausende Megawatt kürzlich fertiggestellter und kurz vor dem Baubeginn stehender Projekte auswirken könnte. Sie erklärten, dass dies die Projektkosten erheblich in die Höhe treiben und das australische Ziel, bis 2030 einen Anteil erneuerbarer Energien von 82% zu erreichen, noch unsicherer machen würde. Dieses Ziel steht bereits aufgrund mangelnder Investitionen, insbesondere in große Windkraftprojekte, unter Druck.

Die Stahlindustrie (insbesondere das Unternehmen Bluescope) hat sich lange für die Einführung von Zöllen eingesetzt und behauptet, dass importierte Stahlrohre in Australien zu Preisen unter den Herstellungskosten verkauft würden, was die Wettbewerbsfähigkeit lokaler Unternehmen beeinträchtige. Die Bluescope-Tochter und Stahlrohrherstellerin Orrcon argumentierte, dass die betroffenen Waren nur geringfügigen Änderungen wie dem Bohren von Löchern unterzogen worden seien, um die Antidumpingregeln zu umgehen. Das Antidumping-Komitee scheint dieser Ansicht gefolgt zu sein.

Ein Branchenkenner wies darauf hin, dass diese Entscheidung, die die lokale Stahlnachfrage steigern soll, kontraproduktiv sein könnte, da die heimische Produktionskapazität nicht ausreiche, um die benötigten Produkte zu liefern.

Russell Wilkinson von der World Customs Consultants sagte, die Solarbranche sei von dieser Entscheidung überrascht worden, da man zuvor davon ausgegangen sei, dass teilweise modifizierte Produkte nicht betroffen seien. Gegenüber „Renew Economy“ äußerte er, dass die Branche bis zur Lösung des Problems zum Stillstand kommen werde, während ein Einspruchsverfahren Monate dauern könne. Er sagte, es sei derzeit unklar, wie das Komitee den Zoll durchsetzen werde, und es gebe viele offene Fragen.

Nextpower Australia, das derzeit eine Fabrik für Solarnachführsysteme im Land baut und Lieferant für Nachführsysteme und zugehörige Technologien ist, äußerte Bedenken hinsichtlich der Entscheidung. Der Geschäftsführer des Unternehmens, Peter Wheale, erklärte, dass die Kosten dieser Zölle letztlich nicht nur von den Herstellern getragen würden, sondern die gesamte Pipeline erneuerbarer Energien – von Entwicklern und Investoren bis hin zu Verbrauchern – betroffen sein werde. Er forderte die Solarbranche auf, die Auswirkungen der erheblichen Kostensteigerungen auf bereits finanzierte und zugesagte Projekte sowie die möglichen Verzögerungen zu beachten.

Wheale wies darauf hin, dass dies die Projektfinanzierungsrisiken erhöhen würde, die die Regierung mit ihrem „Capacity Investment Scheme“ eigentlich beseitigen wollte, und das Investitionsvertrauen beeinträchtigen würde. Er betonte, dass es sich hierbei nicht um spekulative Risiken handle, sondern um direkte, unmittelbare Konsequenzen für Projekte, die sich bereits in der Umsetzung befänden, von denen viele ihre Spezifikationen nicht ohne erhebliche Störungen und Kosten ändern oder neu beschaffen könnten.

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