de.wedoany.com-Bericht: Die digitale Wirtschaft Nigerias wird voraussichtlich bis 2026 ein Volumen von 18,3 Milliarden US-Dollar erreichen, steht jedoch vor erheblichen Herausforderungen. Die Wirtschaftskanzlei Duale, Ovia and Alex-Adedipe (DOA) veranstaltete kürzlich in Lagos die fünfte DOA Business Series, bei der führende Vertreter der digitalen Wirtschaft des Landes zusammenkamen, um zentrale Themen wie Regulierung, Kapital und Wettbewerbsfähigkeit zu erörtern.

Die erste Podiumsdiskussion konzentrierte sich auf die notwendigen Voraussetzungen für die Förderung der digitalen Wirtschaft, doch das Gespräch lenkte schnell auf die Herausforderungen beim Infrastrukturaufbau. Dapo Otunla von IHS Nigeria erklärte, dass das Unternehmen landesweit über 16.000 Mobilfunkstandorte betreut. Nach der Errichtung eines Telekommunikationsmastes in Nigeria müssten noch Generatoren installiert und der Dieseltransport sichergestellt werden, während in Indien der Anschluss an das Stromnetz bereits den Abschluss des Prozesses darstelle. Er wies darauf hin, dass fragmentierte Wegerechte und mangelnde Koordination zwischen den Bundesstaaten und Infrastrukturunternehmen die Geschäftskosten erheblich erhöhten. Oluwaseun Oluboyo von ipNX ergänzte, dass der Internetverkehr Nigerias über ausländische Server geleitet werde, was zu Latenzen führe. Die Lösung liege im lokalen Aufbau von Rechenzentren, Internetknotenpunkten und Content-Hosting-Einrichtungen. In Bezug auf Kapital vertrat Jude Chiemeka von der Nigerian Exchange Limited (NGX) die Ansicht, dass der Kapitalmarkt in der Lage sei, groß angelegte Investitionen zu tragen, während nachhaltige Finanzierungs- und zinslose Finanzierungsmöglichkeiten noch nicht ausreichend genutzt würden. Robert Ijewere von NOLT Finance betonte, dass die Kosten entscheidend seien: Ein Unternehmen sei bei Kapitalkosten von 13 % rentabel, doch bei 30 % sehe die Lage völlig anders aus. In einem Umfeld mit einem Leitzins (MPR) von 26,5 % könnten viele digitale Unternehmen die Zinslast nicht tragen. Er schlug vor, geistiges Eigentum formell als besicherungsfähigen Vermögenswert anzuerkennen. Ugodre Obi-Chukwu von Nairametrics erklärte, Nigeria habe das Zahlungsproblem im Wesentlichen gelöst; der nächste Schritt sei die Entwicklung von Konsumkrediten und Kapitalbildung.

Die zweite Podiumsdiskussion brachte Vertreter des Bundesministeriums für Kommunikation, der nigerianischen Datenschutzkommission (NDPC), Microsoft, der ESIEE Paris und von Bluechip Technologies zusammen, um Fragen der Daten- und KI-Governance zu erörtern. Babatunde Bamigboye von der NDPC erklärte, die Kommission wolle Unternehmen befähigen, nicht bestrafen, und wies darauf hin, dass die Kernprinzipien des nigerianischen Datenschutzgesetzes eine praktikable Leitlinie für den Einsatz Künstlicher Intelligenz böten. Zur Datenlokalisierung betonte er, dass Datenlokalisierung nicht gleich Souveränität sei; entscheidend sei, wer Zugriffs- und Kontrollrechte habe. Dr. Olumide Okubadejo von der ESIEE Paris teilte mit, dass der Aufbau von KI-Systemen für Nigeria besondere Herausforderungen wie Latenz, Gerätevielfalt, Sprachstrukturen und Sicherheitsbeschränkungen mit sich bringe. Er wies darauf hin, dass Nigeria sich stärker auf die Datenhoheit auf Modell- und Ausgabeebene konzentrieren sollte; bestimmte Daten sollten verstaatlicht werden, um die nationalen Interessen zu sichern. Beide Diskussionen spiegelten wider, dass Nigeria trotz seiner Marktgröße und Talentbasis weiterhin Defizite in den Bereichen stabile Stromversorgung, kohärente Politik, erschwingliches Kapital und Daten-Governance-Rahmen aufweist, die das Wachstum der digitalen Wirtschaft bremsen.
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