Äußeres Gebäude des ersten südkoreanischen Forschungsreaktors „TRIGA Mark-II“ soll abgerissen werden
2026-06-15 17:35
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de.wedoany.com-Bericht: Das äußere Gebäude des ersten südkoreanischen Forschungsreaktors „TRIGA Mark-II“ steht kurz vor dem Abriss, was in der südkoreanischen Nuklearindustrie eine Diskussion über den Schutz des historischen Erbes auslöst.

Die Anlage befindet sich auf dem Gelände des Korea Electric Power Corporation Human Resources Development Institute in Gongneung-dong, Nowon-gu, Seoul. Der Reaktorkern selbst wurde als registriertes Kulturerbe ausgewiesen und soll erhalten bleiben; einige Gebäudeteile, die den Reaktor umgeben, sind jedoch für den Abriss vorgesehen. Das Korea Atomic Energy Research Institute (KAERI) plant, den Reaktorkern zu erhalten und die übrigen Gebäudestrukturen zu entfernen.

Der TRIGA Mark-II gilt als Ausgangspunkt der südkoreanischen Atomforschung. Er wurde 1959 während der Regierung von Rhee Syng-man mit US-amerikanischer Hilfe eingeführt und 1962 offiziell in Betrieb genommen. Im Gegensatz zu Kernkraftwerken zur Stromerzeugung diente dieser Forschungsreaktor hauptsächlich der Ausbildung von Fachkräften, der Kernenergieforschung und der Produktion von Radioisotopen. Viele Forscher, Studenten und Industriefachleute, die später an der Entwicklung der südkoreanischen Kernenergietechnologie und am Export von Kernkraftwerken beteiligt waren, wurden in dieser Einrichtung ausgebildet oder führten dort Forschungen durch.

Nachdem das KAERI 1985 nach Daejeon umzog, wurde das Gelände in Gongneung-dong an die KEPCO verkauft. Nach der Inbetriebnahme des neuen Forschungsreaktors „HANARO“ im Jahr 1995 wurde der TRIGA Mark-II stillgelegt. In der Folgezeit entwickelte sich in Südkorea die Richtung, den Reaktor als Kulturerbe zu erhalten, die Gebäude jedoch abzureißen. Mit der bevorstehenden Abrissarbeiten wird diese Entscheidung jedoch zunehmend hinterfragt, da ein isolierter Erhalt des Reaktorkerns allein möglicherweise nicht ausreicht, um das historische Szenario der Anfänge der südkoreanischen Kernenergieforschung vollständig darzustellen.

Einige Experten plädieren dafür, den Reaktor und die umliegenden Gebäude als Gesamterbe zu betrachten. Professor Yoo Seung-hun von der Seoul National University of Science and Technology erklärte, dass es notwendig sei, die Möglichkeit zu prüfen, sowohl das Gebäude als auch den Reaktor gemeinsam zu erhalten und in eine Besucher- und Bildungseinrichtung umzuwandeln, um ihre historische Symbolik bestmöglich zu bewahren. Diese Ansicht spiegelt einen häufigen Konflikt beim Schutz technischer Denkmäler wider: Die Kernausrüstung selbst hat einen kulturellen Wert, aber auch die Gebäudeumgebung, die ihre Funktion, ihren Raum und die Erinnerung an ihre Zeit trägt, beeinflusst das öffentliche Verständnis der Geschichte.

Das KAERI erklärte, dass selbst bei einem Abriss der Gebäude Schutzmaßnahmen ergriffen würden, um den Reaktor zu gedenken und zu erhalten. Die konkrete Nutzung werde in Absprache mit der KEPCO festgelegt. Da Faktoren wie Eigentumsverhältnisse, Wartungskosten, Sicherheitsmanagement und die Art der öffentlichen Zugänglichkeit ineinandergreifen, geht es bei der endgültigen Entscheidung nicht nur um den Verbleib einer alten Anlage, sondern auch darum, wie Südkorea mit symbolträchtigen Industriedenkmälern aus seiner Kernenergiegeschichte umgeht.

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