de.wedoany.com-Bericht: Die japanische Premierministerin Sanae Takaichi traf am 15. Juni in London mit dem britischen Premierminister Keir Starmer zusammen und unterzeichnete ein Abkommen, wonach beide Länder gemeinsam fortschrittliche modulare Reaktoren (AMR) und die dazugehörigen Brennstoffe entwickeln werden, um die Energiekooperation zu verstärken.
Gemäß dem Abkommen wird das britische Ingenieurunternehmen Rolls-Royce mit dem britischen National Nuclear Laboratory und der Japan Atomic Energy Agency zusammenarbeiten, um fortschrittliche modulare Reaktoren mit einer Betriebstemperatur von über 700 Grad Celsius und einer Leistung von 15 bis 35 Megawatt zu entwickeln. Die Japan Atomic Energy Agency wird Rolls-Royce ihre im Bereich der Hochtemperatur-Gasreaktoren gesammelten Sicherheitsdaten zur Verfügung stellen und das Unternehmen dabei unterstützen, bis Mitte der 2030er Jahre einen Demonstrationsreaktor in Großbritannien zu errichten. Es ist bekannt, dass Rolls-Royce bereits mit der britischen Regierung über mögliche Unterstützungsoptionen berät, die unter anderem staatlich besicherte Kredite, Schuldenfinanzierungen oder direkte Investitionen des National Wealth Fund umfassen könnten.
Der in diesem Reaktor verwendete Brennstoff ist der TRISO-Brennstoff (Tristructural Isotropic), der aus mohnkorngroßen Urankügelchen besteht, die mit mehreren keramischen Schichten umhüllt sind. Er gilt als sicherer als herkömmlicher Kernbrennstoff, da er sich selbst kühlen kann. Die britische Regierung hat Investitionen in Höhe von 300 Millionen Pfund angekündigt, um gemeinsam mit der Urananreicherungsfirma Urenco eine Anreicherungsanlage zu errichten. Derzeit gibt es in Europa jedoch keine Anlage, die TRISO-Partikel zu fertigen Brennstoffbehältern verarbeitet.
Chris Cholerton, Konzernchef von Rolls-Royce, bezeichnete das Abkommen als „einen Meilenstein", der beiden Ländern industrielles Wachstum, hochqualifizierte Arbeitsplätze und Energiesicherheit bringen werde. Masanori Koguchi, Präsident der Japan Atomic Energy Agency, äußerte die Hoffnung, damit die frühzeitige Einführung der Hochtemperatur-Gasreaktor-Technologie voranzutreiben und einen Beitrag zu Netto-Null-Emissionen zu leisten.
Japan verfügte einst über 54 Reaktoren, die rund 30 % des heimischen Stroms lieferten. Nach dem Fukushima-Unfall sind von den 33 noch betriebsfähigen Reaktoren derzeit nur 15 in Betrieb. Japan ist daher verstärkt auf Öl- und Flüssiggasimporte aus dem Nahen Osten und den USA angewiesen. Auch Großbritannien treibt die Renaissance der Kernenergie voran, da eine Reihe alter Reaktoren zwischen Ende der 2020er und Anfang der 2030er Jahre außer Betrieb genommen werden sollen.
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