Renault Indien treibt Hybridantrieb mit 90 % lokalisierten Teilen voran
2026-06-15 17:41
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de.wedoany.com-Bericht: Dr. Vikraman V, Engineering Director von Renault Indien, erläuterte kürzlich in einem Interview die Ingenieursphilosophie und Strategie von Renault auf dem indischen Markt. Er betonte, dass „Make in India“ die Lokalisierung betreffe, während „Made for India“ die Technik betreffe.

Hinsichtlich der Anpassungen des neuen Duster-Modells wies Dr. Vikraman V darauf hin, dass das Fahrzeug auf der modularen Plattform der Renault-Gruppe basiert, Renault jedoch nicht einfach europäische Produkte lokalisiert, sondern von diesem Ausgangspunkt aus über 90 % der Teile neu konstruiert hat, um sie an die indischen Bedingungen anzupassen. Fahrzeugdynamik, Fahrwerk, Lenkung und elektronisches Stabilitätssystem wurden für indische Straßen neu kalibriert. Sicherheit wurde von Anfang an als Ziel gesetzt, und jede strukturelle Entscheidung und technische Änderung dient der Erreichung höchster Sicherheitsstandards.

Dr. Vikraman V ist der Ansicht, dass die heutige Lokalisierung weit über die Herstellung von Teilen in Indien hinausgeht. Nach Investitionen in Werkzeuge der Zulieferer, Montagelinien und Industrialisierung könne ein zusätzlicher Einsatz von Ingenieursressourcen zur gezielten Optimierung der Produkte zu besserer Leistung, höherer Haltbarkeit und Produkten führen, die besser auf die Bedürfnisse indischer Kunden zugeschnitten sind. Er betonte: „Make in India“ bedeute Lokalisierung, während „Made for India“ Technik bedeute.

Zum langfristigen Antriebsstrang-Fahrplan erklärte Dr. Vikraman V, dass der indische Markt zunehmend fragmentiert sei und jeder Original Equipment Manufacturer (OEM) eine Multi-Antriebsstrang-Strategie benötige. Renault wandle sich von einem reinen Kraftstoffunternehmen hin zu einem Anbieter von Benzin, komprimiertem Erdgas (CNG), Hybridantrieben und schließlich Elektrofahrzeugen und werde sich auch mit flexiblen Kraftstoffen bis zu E85 und E100 befassen. Er prognostiziert, dass bis 2030 Diesel allmählich zurückgehen werde, während CNG, Hybrid- und Elektrofahrzeuge weiter wachsen würden; OEMs könnten nicht länger reine Kraftstoffunternehmen bleiben.

Im Bereich Hybridantrieb wird Renault dieses Jahr zu Diwali eine starke Hybridtechnologie auf den Markt bringen, um den Premiummarkt anzusprechen. Die ersten Rückmeldungen seien ermutigend, und die diesjährigen Hybridkontingente seien bereits vollständig reserviert. Dr. Vikraman V bezeichnete den Hybridantrieb als „neuen Diesel“ und ist der Ansicht, dass er die Effizienzvorteile von Diesel biete und gleichzeitig besser mit zukünftigen Emissionsanforderungen vereinbar sei.

Zu den Chancen von Elektrofahrzeugen in Indien sagte Dr. Vikraman V, dass Renault weltweit über Fachwissen im Bereich Elektromobilität verfüge. Die Frage sei nicht, ob Elektrofahrzeuge nach Indien gebracht werden, sondern wann und wie. Wenn Renault in den indischen Markt für Elektrofahrzeuge eintrete, solle es wirklich hochmoderne Produkte mitbringen, die einen hervorragenden Wert bieten, ohne Sicherheit, Haltbarkeit oder Kundenerfahrung zu beeinträchtigen. Die indischen Bedingungen erforderten zusätzliche technische Überlegungen zu Batteriesicherheit, Wasserfestigkeit, Wärmemanagement und Langzeithaltbarkeit.

Softwaredefinierte Fahrzeuge verändern die Branche. Dr. Vikraman V wies darauf hin, dass die Veränderungsgeschwindigkeit außergewöhnlich sei. OEMs müssten ständig Cockpit-Technologie, fortschrittliche Fahrerassistenzsysteme, Konnektivität, Softwarearchitektur und Elektronik weiterentwickeln. Dieselbe Plattform müsse mehrere Antriebsstränge, mehrere Fahrzeugsegmente und Funktionsstufen unterstützen. Ingenieure müssten ein Gleichgewicht zwischen Softwarefähigkeiten, Hardwarekosten und zukünftiger Skalierbarkeit finden. Das indische Elektronik-Ökosystem reife schnell und schließe die Lücke zu den globalen Marktführern stetig.

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