Chilenische Biocambio-Technologie senkt Lachssterblichkeit um 66%
2026-06-15 17:57
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de.wedoany.com-Bericht: Axel Paulsen, Direktor des Unternehmens Biocambio, weist in einem Artikel darauf hin, dass der Schlüssel zum Verständnis der Auswirkungen extremer Klimaereignisse auf die chilenische Lachszucht darin liegt, zu verstehen, wie Umweltveränderungen das biologische Gleichgewicht aquatischer Ökosysteme verändern, und fordert eine verstärkte Präventionsstrategie auf Basis der Biotechnologie.

Die Diskussion über die Auswirkungen extremer Klimaereignisse auf die chilenische Lachszucht schwankt oft zwischen Alarmismus und Verharmlosung. Angesichts globaler Prognosen über mögliche extreme Phänomene ist es entscheidend, makroskopische Vorhersagen von der biologischen Realität in Süßwasserzuchtzentren zu unterscheiden. Paulsen zufolge gibt der Aqueduct-Plattformbericht des World Resources Institute (WRI) keinen direkten biologischen Alarm über Lachs-Pathogene, sondern dokumentiert präzise die zunehmende Klimavariabilität und den steigenden Grundwasserstress. Für die zentral-südlichen Regionen Chiles sagen hydrologische Modelle eine veränderte Häufigkeit thermischer Anomalien und Veränderungen der Oberflächenabflussmuster voraus, was physikalische und chemische Veränderungen der Einzugsgebiete bedeutet, wie z. B. mehr Sedimenteintrag, stärkere Temperaturschwankungen und Spitzenwerte der organischen Stoffkonzentration.

Basierend auf diesen Umweltvariablen stützen wissenschaftliche Literatur und Gesundheitsberichte Hypothesen über das Verhalten der Mikrobiota in Zuchtbetrieben. Paulsen weist darauf hin, dass ein häufiger Fehler in der industriellen Erzählung darin besteht, alle Bakterien der Gattung Flavobacterium als Krankheitserreger einzustufen, während die mikrobiologische Literatur die weite Verbreitung dieser Gattung beschreibt, von denen viele Saprophyten sind. Berichte des chilenischen Dienstes für Fischerei und Aquakultur (Sernapesca) sowie die Standards der Weltorganisation für Tiergesundheit (OMSA) zeigen, dass der Übergang von einer harmlosen Koexistenz zu einem Ausbruch von Flavobacterium psychrophilum (Kaltwasserkrankheit) fast vollständig von Umweltauslösern abhängt. Eine von chilenischen Wissenschaftlern (UNAB / Incar-Zentrum) geleitete Studie beschrieb kürzlich neue Arten in den Einzugsgebieten, wie z. B. Flavobacterium maulense, das aus Abwässern der Atlantischen Lachsproduktion isoliert wurde. Diese Variante besitzt Enzyme, die Substrate abbauen können, die mit Virulenzfaktoren assoziiert sind, und ihr optimales Wachstum liegt in einem höheren Temperaturbereich (18–25 °C). Paulsen betont, dass nicht das Klima die Bakterien schafft, sondern das Klima das Gleichgewicht zwischen Wirt und Erreger verändert. Bei Wasserpilzen (Oomyceten) zeigen epidemiologische Studien, die vom chilenischen Institut für Fischereientwicklung (IFOP) unterstützt werden, dass Oberflächenabfluss zwar viele Sporen in die Flüsse trägt, der Pilz jedoch gesundes Gewebe selten besiedelt; er benötigt eine bereits bestehende Verletzung.

Paulsen kommt zu dem Schluss, dass das tatsächliche Risiko extremer Wetterereignisse nicht das Auftreten neuer Krankheiten ist, sondern die Destabilisierung des aquatischen Ökosystems, die die natürlichen Barrieren der Lachse schwächt. Er nimmt an, dass Betriebe, die ein rein reaktives Management (basierend auf traditionellen chemischen Desinfektionsmitteln wie Formalin oder Natriumchlorid) beibehalten, schwere Verluste erleiden werden. Reizende chemische Bäder reinigen das Wasser zwar vorübergehend, töten aber auch die nützliche Mikrobiota ab und stressen die schützende Schleimhaut der Fische. Im Bereich biotechnologischer Lösungen hat Biocambio durch eine strategische Allianz mit dem brasilianischen Unternehmen Korin für Landwirtschaft und Umwelt das Bioescudo-Projekt im kalten Wasser Südchiles validiert. Die Technologie wirkt durch kompetitiven Ausschluss, indem sie stabile, nützliche Mikroorganismen einführt, die die Körperoberfläche der Fische und deren Umgebung besiedeln. Unter Stressbedingungen gesammelte Felddaten zeigen eine Reduzierung der mit Flavobacterium-Ausbrüchen verbundenen Sterblichkeitsrate um bis zu 66 %. Paulsen ist der Ansicht, dass das Klima sich beschleunigt verändert und die Präventionsinstrumente Schritt halten müssen. Die Bewertung naturbasierter und auf der Blue Economy beruhender Lösungen wird zur Entscheidungsgrundlage für die Sicherung der Betriebskontinuität und finanziellen Resilienz.

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