de.wedoany.com-Bericht: Die österreichische Bahnlogistikgruppe (OBB Rail Cargo Group) hat den modernisierten Kombiverkehrs-Güterbahnhof in Přerov-Horní Moštěnice offiziell in Betrieb genommen. Das 16-monatige Bauprojekt zielte vor allem darauf ab, die Transportkapazität zu steigern und die Effizienz des Güterumschlags zu verbessern.

Durch den Umbau wurde der bestehende Güterbahnhof in ein größeres und effizienteres Logistikzentrum verwandelt, um der wachsenden Nachfrage nach multimodalem Verkehr in Mitteleuropa gerecht zu werden. Das Projekt löste langjährige betriebliche Engpässe und schafft zusätzliche Kapazitäten für die zukünftige Entwicklung. Nach dem Umbau vergrößerte sich die Bahnhofsfläche um rund 17.100 Quadratmeter auf insgesamt etwa 36.000 Quadratmeter – eine nahezu Verdopplung.
Die Investition brachte größere Be- und Entlade- sowie Lagerflächen, verbesserte Gleiszugänglichkeit und neue Umschlaggeräte. Diese Verbesserungen sollen die betriebliche Flexibilität erhöhen und die Servicequalität für Kunden steigern. Derzeit bietet der Güterbahnhof Platz für rund 3.000 TEU (20-Fuß-Standardcontainer), ermöglicht einen effizienteren Containerumschlag und unterstützt gleichzeitig häufigere Güterzüge.

Die modernisierten Anlagen sollen die Position von Přerov als wichtigstes Verteilzentrum in Mittelmähren festigen, dessen starke Schienen- und Straßenanbindung den regionalen und internationalen Logistikfluss unterstützt. Zu den Zukunftsplänen gehören die Eröffnung neuer Schienengüterverkehrsdienste, die den Güterbahnhof mit den Adriahäfen Koper und Rijeka verbinden. Der Standort soll zudem die multimodalen Korridore in Mitteleuropa stärken und über Budapest die eurasischen Schienengüterverkehrslinien unterstützen. Der erweiterte Bereich schafft auch die Voraussetzungen für den Umschlag von Sattelaufliegern und erweitert das Angebot an multimodalen Dienstleistungen für die Frachtkunden.
Christoph Grasl, Vorstandsmitglied der Österreichischen Bahnlogistikgruppe, erklärte: „Wir betrachten Přerov als einen Schlüsselknotenpunkt für die weitere Entwicklung des Kombiverkehrs in Mitteleuropa. Unser langfristiges Ziel ist der Aufbau einer starken und flexiblen Logistikinfrastruktur, die unseren Kunden auch in Zeiten globaler Lieferkettenschwankungen Stabilität bietet.“
Die Geschichte des Güterbahnhofs als Frachtknotenpunkt reicht bis zum ursprünglichen ČSKD-INTRANS-Güterbahnhof zurück, der in den 1970er Jahren errichtet wurde. Während viele ähnliche Anlagen nach 1990 geschlossen wurden, ermöglichte die strategische Lage von Přerov den weiteren Betrieb und die Entwicklung zu einem der wichtigsten multimodalen Zentren Mährens.
Das Erweiterungsprojekt unterstützt die breiteren europäischen Nachhaltigkeitsziele, indem es die Verlagerung des Güterverkehrs von der Straße auf die Schiene fördert. Die erhöhte Kombiverkehrskapazität trägt zur Reduzierung von CO₂-Emissionen und zur Entlastung der stark befahrenen Straßennetze bei. Das Projekt wurde von der Europäischen Union kofinanziert. Die Modernisierung stärkt die Rolle des Schienengüterverkehrs als nachhaltigere Transportoption und erhöht gleichzeitig die Resilienz der europäischen Lieferketten und Logistiknetzwerke.
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