Bundesstaat Mato Grosso verbietet ab 2034 Nutzung von Biomasse aus Primärvegetation in Maisethanolanlagen
2026-06-18 10:47
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de.wedoany.com-Bericht: Die Regierung des brasilianischen Bundesstaates Mato Grosso und das öffentliche Ministerium haben kürzlich eine Umweltselbstverpflichtung unterzeichnet, die eine schrittweise Einstellung der Nutzung von Biomasse aus Primärvegetation in Industrie- und Maisethanolanlagen vorsieht, mit einem vollständigen Verbot ab 2034. Diese Entscheidung könnte die Energiestruktur einer der am schnellsten wachsenden Branchen des Agrarsektors direkt verändern.

Mato Grosso ist das wichtigste Maisanbaugebiet Brasiliens und konzentriert die größten Investitionsprojekte des Landes für Maisethanol. Diese Maßnahme betrifft Maisethanolanlagen am direktesten, da sich diese Branche im Bundesstaat rasant ausdehnt und die Fabriken auf Biomasse zur Wärmeversorgung von Kesseln angewiesen sind. Die neuen Regeln legen fest, dass neue Projekte nur Biomasse aus Plantagen, nachhaltiger Waldbewirtschaftung oder anderen legal genehmigten Quellen verwenden dürfen, wobei Rohstoffe aus der Rodung von Primärvegetation verboten sind.

Die Umweltselbstverpflichtung legt einen Übergangszeitplan für bestehende Betriebe und neue Projekte fest: Bis 2030 liegt der Höchstanteil von Primärbiomasse bei 50%; bis 2031 sinkt er auf 40%; bis 2032 auf 30%; bis 2033 auf 10%; ab 2034 ist er vollständig verboten. Die Klausel setzt zudem das Ziel, bis 2040 eine Waldfläche von 700.000 Hektar zu erreichen, um sicherzustellen, dass die Expansion von Maisethanol in einem von der Landesregierung als nachhaltig erachteten Modus erfolgt.

In den letzten Jahren haben große Konzerne ihre Aktivitäten in Mato Grosso ausgeweitet und die Region zu einem nationalen Zentrum für Biokraftstoffe gemacht. Die rasche Expansion hat die Nachfrage nach Biomasse für die industrielle Stromerzeugung erheblich erhöht. Branchenführer haben bereits gewarnt, dass diese Veränderung eine schnelle Anpassung der Wertschöpfungskette erfordert. Eines der größten Unternehmen der Branche in Brasilien, FS, hat bereits massiv in eigene Energieplantagen investiert. Das Unternehmen verfügt über mehr als 100.000 Hektar Anbaufläche und sichert durch kontinuierliche Wiederbepflanzungszyklen eine autarke Energieversorgung.

Die im Bundesstaat historisch stimmenstärkste Abgeordnete Janaina Riva erklärte, die Debatte müsse ein Gleichgewicht zwischen Umweltschutz und Rechtssicherheit finden, um Unsicherheiten im Produktionssektor zu vermeiden. Laut der Abgeordneten wurde bereits ein Schreiben an das Umweltsekretariat gesandt, um Rechtssicherheit und Transparenz in der Debatte über die Biomassenutzung in Maisethanolanlagen zu gewährleisten. Ziel sei ein ausgewogener Übergang, der sowohl Umweltverantwortung als auch die Auswirkungen auf den Produktionssektor berücksichtigt.

Die Entscheidung von Mato Grosso, die Nutzung von Biomasse in Maisethanolanlagen zu verbieten, sollte von der gesamten brasilianischen Agrarwirtschaft aufmerksam verfolgt werden. Der Bundesstaat hat sich zum wichtigsten Zentrum für Maisethanol des Landes entwickelt und verleiht der lokalen landwirtschaftlichen Produktion einen Mehrwert. Die Regeländerung könnte Investitionen in kommerzielle Aufforstung beschleunigen, kurzfristig die Betriebskosten erhöhen und möglicherweise als Vorbild für andere Bundesstaaten dienen, die ebenfalls ihre Biokraftstoffprojekte ausweiten.

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