ČEZ plant Umbau des Wasserkraftwerks Orlík zu einem 174-MW-Pumpspeicherkraftwerk bis 2033
2026-06-18 11:54
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de.wedoany.com-Bericht: Der tschechische Energiekonzern ČEZ hat angekündigt, das Wasserkraftwerk Orlík zu modernisieren und Teile der Anlage in ein Pumpspeicherkraftwerk umzuwandeln. Das Projekt soll voraussichtlich 2033 in Betrieb gehen. Dann wird Tschechien über das vierte große Pumpspeicherkraftwerk verfügen.

Im Rahmen des Projekts werden zwei der vier Turbinen des Kraftwerks Orlík zu vollständig reversiblen Pumpspeichereinheiten umgerüstet. Dadurch kann Wasser aus dem flussabwärts gelegenen Stausee Kamýk zurück in den Stausee Orlík gepumpt und dort gespeichert werden. Das modernisierte Kraftwerk kann pro Zyklus 750 Megawattstunden Strom speichern, was dem täglichen Stromverbrauch von rund 80.000 tschechischen Haushalten entspricht. Das Wasserkraftwerk Orlík ist Teil der Moldau-Kaskade (Vltava Cascade); die vierte Turbine wurde vor 63 Jahren in Betrieb genommen.

Industrie- und Handelsminister Karel Havlíček erklärte, die Regierung betrachte den Ausbau der emissionsfreien Stromerzeugung und Energiespeicherung als Priorität im Energiebereich. Er wies darauf hin, dass das letzte Pumpspeicherkraftwerk in Tschechien Mitte der 1990er Jahre gebaut wurde. Dlouhé stráně sei zu einem Symbol der Wasserkraftspeicherung des Landes geworden. Der Bau einer neuen Pumpspeicheranlage nach drei Jahrzehnten sei von großer Bedeutung.

Daniel Beneš, Vorstandsvorsitzender und CEO von ČEZ, sagte, das Unternehmen habe beschlossen, die Rolle von Orlík im Stromsystem zu erhalten und gleichzeitig die Speicherkapazität zu erhöhen. Er wies darauf hin, dass der Höhenunterschied von 70 Metern zwischen den Stauseen Kamýk und Orlík das Projekt realisierbar mache. Die Umrüstung erfolge innerhalb der bestehenden Anlage, ohne zusätzlichen Flächenverbrauch, und vereinbare so Effizienz mit Umweltschutz. Das Projekt werde schrittweise umgesetzt, sodass während der Modernisierung mindestens zwei Turbinen in Betrieb bleiben.

Ingenieure werden alle vier Turbinen modernisieren, wobei die Gesamtleistung des Kraftwerks von 364 Megawatt erhalten bleibt. Zwei konventionelle Turbinen werden eine Gesamtleistung von 190 Megawatt erbringen, während die beiden reversiblen Einheiten eine Pumpspeicherkapazität von 174 Megawatt bereitstellen. Die Hauptphase der Modernisierung soll 2027 beginnen, die Inbetriebnahme der Pumpspeicheranlage ist für 2033 geplant. Nach Abschluss des Projekts wird die tschechische Pumpspeicherkapazität um über 12 % steigen.

ČEZ arbeitet mit der Moldau-Einzugsgebietsverwaltung (Vltava River Basin Authority) zusammen, die die Stauseen betreibt. Deren Geschäftsführer Petr Kubala erklärte, der Umbau des Kraftwerks erfordere keine wesentlichen baulichen Eingriffe an der Talsperre, verändere nicht die in den Betriebsregeln festgelegten Wasserstände und benötige keine zusätzlichen Grundstücke. Er werde auch keine Auswirkungen auf Freizeitaktivitäten, Schifffahrt oder Angeln haben. Das Projekt wird zudem von der Wikov Group unterstützt. Deren Vorstandsvorsitzender Martin Wichterle sieht darin einen Beleg für die Weltklasse der tschechischen Ingenieurskunst.

ČEZ zufolge wird das Orlík-Projekt das größte in der modernen tschechischen Wasserkraftgeschichte sein. Das Unternehmen hat zuvor an den Kraftwerken Lipno, Dlouhé stráně, Slapy, Kamýk, Mohelno und Dalešice rund 40 Turbinen modernisiert. Investitionen von rund 5 Milliarden Tschechischen Kronen haben den Wirkungsgrad der Turbinen je nach Kraftwerk und Turbinentyp um 4 bis 10 Prozentpunkte gesteigert und sie für den Betrieb in den kommenden Jahrzehnten gerüstet.

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