de.wedoany.com-Bericht: Russland plant, bis 2028 eine vollständige Wertschöpfungskette für seltene und seltene Erdmetalle – von der geologischen Erkundung bis zur Produktion von Gütern mit hoher Wertschöpfung – aufzubauen, um sich von externen Beschränkungen zu lösen und die Chancen der wachsenden Nachfrage nach kritischen Rohstoffen zu nutzen. Dies erklärte Alexander Budarin, Exekutivsekretär des Expertenausschusses der Strategischen Metallallianz „STANNUM“, auf dem St. Petersburger Internationalen Wirtschaftsforum (SPIEF) 2026.

Während des Forums stellte Russlands erster stellvertretender Ministerpräsident Denis Manturov einen konkreten Zeitplan vor: Bis 2028 solle das Land über eine vollständige technologische Verarbeitungskette von leichten über mittlere bis hin zu schweren Seltenen Erden verfügen. Die Technologien für mittlere und schwere Seltene Erden seien bereits weitgehend bereit. Das Ziel sei nicht nur die Importsubstitution, sondern die Produktion von Gütern mit hoher Wertschöpfung, etwa in der Mikroelektronik und Medizintechnik. Naturressourcenminister Alexander Kozlov gab bekannt, dass Russland mit nachgewiesenen Reserven von rund 28,4 Millionen Tonnen weltweit an siebter Stelle bei den Seltenen Erden stehe. Die derzeitige jährliche Fördermenge betrage jedoch nur etwa 2.200 Tonnen, der Inlandsverbrauch liege bei rund 1.100 Tonnen, während die weltweite Jahresnachfrage 226.000 Tonnen betrage. Diese enorme Diskrepanz unterstreiche die Dringlichkeit des Branchenausbaus. Die staatliche Bilanz umfasse 18 Seltene-Erden-Lagerstätten, von denen 12 bereits lizenziert seien; die übrigen sechs gehörten noch zum nicht zugewiesenen Fonds. Die Aufgabe des Staates bestehe darin, einen rechtlichen Mechanismus für die obligatorische Neubewertung der Reserven zu schaffen, damit die Daten der staatlichen Bilanz der Realität entsprächen und für Investoren transparent seien.
Auf dem Forum habe sich die Diskussion über strategische Metalle von der Gesprächsphase in die Kapitalinvestitionsphase verlagert. Bei der von der Group Alliance / Russian Platinum erschlossenen Lagerstätte Chernogorsk im Industriegebiet Norilsk sei der Tagebau bereits in Betrieb, das Wärmekraftwerk und die Erdgasleitung seien fertiggestellt, und die Installation der Aufbereitungsanlage stehe kurz vor dem Abschluss. Der Präsident des Unternehmens, Musa Bazhaev, gab bekannt, dass die erste Konzentratlieferung für November 2026 geplant sei. Die gesamten Kapitalinvestitionen (einschließlich Finanzierungskosten) beliefen sich auf rund 500 Milliarden Rubel. In der zweiten Phase solle der südliche Teil der Lagerstätte „Norilsk-1“ erschlossen werden; die Planungsunterlagen sollen bis 2027 fertiggestellt sein. Bei voller Auslastung werde eine jährliche Erzförderung von 14 Millionen Tonnen und eine Produktion von 55 Tonnen Platingruppenmetallen erwartet. Das Erz enthalte begleitend Kupfer, Nickel, Kobalt, Tellur, Selen, Gold, Silber und andere Metalle – ein typisches Beispiel für eine komplexe Lagerstätte mit strategischen und konventionellen Metallen.
Das Forum sandte ein klares Signal der offenen Unterstützung für Goldförderunternehmen, die sich an Projekten für seltene und Seltene-Erd-Metalle beteiligen. Manturov bezeichnete dies als positiven Trend. Hinter dieser Bewertung stehe eine klare Logik: Goldförderunternehmen verfügten über Erfahrung mit der Verarbeitung komplexer, multikomponentiger Erze, etablierte Produktionsketten und solide finanzielle Ressourcen – insbesondere vor dem Hintergrund der hohen Goldpreise im Jahr 2026. Für Unternehmen, die in Lagerstätten mit einer Vergesellschaftung von Gold, Zinn oder Silber mit seltenen Metallen tätig seien, ergebe sich die Möglichkeit, ihre Produktion zu diversifizieren und in die staatlichen Unterstützungsprogramme für die Seltene-Erden-Industrie einzusteigen. Die Multimetall-Holding „Seligdar“ – einer der führenden Gold- und Zinnproduzenten Russlands mit Vermögenswerten in sieben Regionen – präsentierte auf dem Forum ihre Strategie. Deren Präsident Alexander Khrushch unterzeichnete eine dreiseitige Vereinbarung mit DOM.RF und der Regierung der Republik Sacha (Jakutien). Dieses Dokument sei nicht nur ein Sozialprojekt, sondern zeige auch eine durchdachte Strategie des Unternehmens für den Betrieb in abgelegenen Gebieten: Durch den direkten Aufbau einer vollwertigen Wohnumgebung in den Förderregionen sollen hochqualifizierte Fachkräfte gewonnen und gehalten werden. Vor dem Hintergrund eines gravierenden Fachkräftemangels würden solche Lösungen zu einem echten Wettbewerbsvorteil.
Auch die russische Zinnindustrie war auf dem Forum vertreten; Mitglieder des Verbandes „STANNUM“ beteiligten sich an den Diskussionen. Der Verband vereint die Schlüsselunternehmen des russischen Zinnmarktes. Zinn, das in die Liste der strategischen Metalle aufgenommen wurde und für die Elektronikindustrie von entscheidender Bedeutung ist, rücke zunehmend – ähnlich wie die Seltenen Erden – in den Fokus der nationalen Agenda. Russland verfüge über eine der weltweit größten Rohstoffbasen für Zinn, während der globale Zinnmarkt mittelfristig voraussichtlich ein strukturelles Defizit aufweisen werde.
In Bezug auf die internationale Zusammenarbeit stellte Manturov klar, dass Russland nicht beabsichtige, die Branche isoliert zu entwickeln. Zu den Partnern gehörten China, Indien und die Länder des Nahen Ostens, insbesondere Saudi-Arabien. Der kasachische Industrieminister Yersaiyn Nagaspaev wies darauf hin, dass sich alle Beteiligten in einer Ära des technologischen Wandels befänden, in der die Nachfrage nach kritischen Rohstoffen stark steige; das Schlüsselwort sei „strategisch“. Russland und Kasachstan verfügten innerhalb der Eurasischen Wirtschaftsunion (EAEU) über eine gemeinsame Rohstoffbasis; gemeinsam könnten sie möglicherweise über eine der weltweit größten kombinierten Reserven an strategischen Rohstoffen verfügen. Das auf dem Forum diskutierte Grundmodell bestehe darin, Investitionsressourcen aus den BRICS- und SCO-Mitgliedsstaaten anzuziehen, Verarbeitungskapazitäten in der Nähe der Lagerstätten aufzubauen und nicht Konzentrat zu exportieren, sondern in Russland und bei verbündeten Staaten Güter mit hoher Wertschöpfung zu produzieren. Die staatliche Unterstützung für solche Projekte werde zunehmend konkreter, darunter die bevorstehende Einführung gezielter Subventionen für Produzenten seltener und Seltene-Erd-Metalle, um deren Wettbewerbsposition gegenüber ausländischen Anbietern zu stärken. Weitere diskutierte Maßnahmen seien Vorzugskredite, Steueranreize, Forschungsförderung und der Aufbau staatlicher Konzentratreserven.
Die geologische Erkundung wurde als staatliche strategische Funktion etabliert. Kozlov wies darauf hin, dass die Reservendaten in der staatlichen Bilanz weitgehend veraltet seien und Investoren nicht mehr mit Zuversicht erfüllten. Der gesamte Zyklus von der geologischen Erkundung bis zur Eintragung der Reserven dauere derzeit durchschnittlich etwa sieben Jahre – zu lang für einen Markt, der schnelle Entscheidungen erfordere. Das Naturressourcenministerium treibe die Schaffung eines rechtlichen Mechanismus für die obligatorische Neubewertung der Reserven voran, was im Wesentlichen die Wiedereinführung eines staatlichen Systems zur Erfassung von Bodenschätzen für kritische Rohstoffe bedeute – eine Grundlage für die Wirtschaftspolitik und Verhandlungen mit externen Partnern.
Während des Forums wurden auch Vereinbarungen unterzeichnet, die direkt mit dem metallurgischen Sektor zusammenhängen. Die Oblast Kursk und das Unternehmen „Ferrum“ schlossen ein Projekt zur Kleinmetallurgie unter Nutzung von Eisenerzabfällen mit einem Investitionsvolumen von 18,4 Milliarden Rubel ab. Die Föderale Dienst für Umwelt-, Technologie- und Atomaufsicht (Rostekhnadzor) unterzeichnete mit Metallurgieunternehmen ein Fachabkommen zur industriellen Sicherheit. Insgesamt wurden auf dem Forum rund 1.100 Vereinbarungen mit einem Gesamtwert von 6,6 Billionen Rubel geschlossen, von denen ein erheblicher Teil direkt oder indirekt mit Industrie- und Bergbauprojekten zusammenhängt.
Der Verband der Strategischen Metallallianz „STANNUM“ hat die Aufgabe übernommen, eine „Strategie für die Gewinnung, Verarbeitung und den Export strategischer Metalle bis 2030 mit einem Ausblick bis 2050“ zu erarbeiten. Man erwarte, dass dieses Dokument zu einem Leitfaden für die Branche und den Staat werde. Der Planungshorizont habe sich bereits auf das entscheidende Prüfdatum 2028 verlagert: Bis dahin solle eine vollständige technologische Kette für Seltene Erden aufgebaut sein. Dies bedeute, dass jetzt Investitionsentscheidungen getroffen werden müssten, ohne auf alte Trägheitsszenarien Rücksicht zu nehmen. Experten des Verbandes wiesen darauf hin, dass Chinas Nutzung von Exportbeschränkungen für Seltene Erden als Druckmittel im internationalen Handel letztlich die Haltung aller großen Akteure gegenüber strategischen Mineralien verändert habe. Russlands Antwort sei der Ausbau der eigenen Produktion und die Zusammenarbeit mit Partnern, die nicht auf Ressourcenkontrolle, sondern auf die gemeinsame Schaffung von Mehrwert abzielten. Derzeit vollziehe die russische Rohstoffindustrie eine Wende hin zur Tiefenverarbeitung; der Export von Konzentrat sei ein Modell der Vergangenheit. Die Aufgabe bestehe darin, in Zusammenarbeit mit Partnern aus den BRICS-Staaten und der EAEU Güter mit hoher Wertschöpfung im Inland zu produzieren.
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