de.wedoany.com-Bericht: Die Bank von Russland (Банк России) hat das Dokument „Konzept einer kommerziellen Smart-Contract-Plattform" zur Diskussion veröffentlicht und plant, im Rahmen des digitalen Rubelsystems eine Plattform zu schaffen, auf der Marktteilnehmer Smart-Contract-Szenarien entwickeln können.

In der begleitenden Erklärung der Zentralbank heißt es, dass die Plattform für den digitalen Rubel bereits grundlegende Smart Contracts für regelmäßige und einmalige Überweisungen unterstützt. Um die Palette innovativer Dienstleistungen für Bürger und Unternehmen zu erweitern, plant die Zentralbank, auf Basis der digitalen Rubel-Plattform eine kommerzielle Smart-Contract-Plattform (ПКСК) zu entwickeln und Marktteilnehmer zur Erstellung von Smart Contracts einzuladen. Das Konzept zitiert Erfahrungen aus dem Ausland mit Smart Contracts in asiatischen und europäischen Ländern, inländische Umsetzungserfahrungen in Russland, das zukünftige Plattformmodell, die Rollen der Teilnehmer, Monetarisierungsmöglichkeiten, Grundsätze der Informationssicherheit sowie die positiven Effekte der Plattformimplementierung.
Die Plattformteilnehmer unterteilen sich in Betreiber, Smart-Contract-Entwickler, Prüfstellen, vertrauenswürdige Datenanbieter und Nutzer. Der Betreiber organisiert den Betrieb der Plattform, bindet Entwickler und vertrauenswürdige externe Datenanbieter an, legt technische Anforderungen, Anforderungen an die Informationssicherheit und Regeln für den Datenaustausch fest und stellt sicher, dass ein Verfahren zur Überprüfung von Smart Contracts existiert. In der Anfangsphase fungiert die Zentralbank als Betreiber; in Zukunft könnte eine unabhängige Organisation speziell für die Plattform zuständig sein. Smart-Contract-Entwickler sind juristische Personen, deren Aufgaben die Beschreibung der Vertragslogik, die Entwicklung und Beseitigung von Schwachstellen im Quellcode, die Behebung identifizierter Mängel in der Geschäftslogik sowie die Änderung von Vertragsversionen umfassen. Prüfstellen überprüfen, ob Smart Contracts den erklärten Geschäftslogik- und Informationssicherheitsanforderungen entsprechen. Vertrauenswürdige Datenanbieter liefern der Plattform Informationen über Ereignisse und Indikatoren aus externen Quellen, wie Marktnotierungen, Lieferstatus von Waren usw. Das Dokument weist darauf hin, dass die Plattform in Zukunft drei Arten externer Datenquellen unterstützen wird – staatliche und kommerzielle Informationssysteme sowie öffentliche Informationsquellen. Nutzer sind natürliche und juristische Personen, die auf der Plattform veröffentlichte Smart Contracts nutzen können.
Das Fazit des Konzepts besagt, dass die kommerzielle Smart-Contract-Plattform es allen Teilnehmern ermöglichen wird, innovative Zahlungsszenarien auf der vertrauenswürdigen und fehlertoleranten Infrastruktur des digitalen Rubels zu realisieren und die Programmierbarkeit des digitalen Rubels auf kommerzielle Anwendungsszenarien auszuweiten. Ein Vertreter der Pressestelle der Zentralbank erklärte, dass die Regulierungsbehörde gerade erst mit der Diskussion des Plattformkonzepts begonnen habe und Marktteilnehmer ihre Antworten und Vorschläge bis zum 30. September 2026 einreichen könnten.
Alexander Potawin, Analyst der Finam-Gruppe (ФГ „Финам"), erklärte, dass die Schaffung dieser Plattform eine Weiterentwicklung des Themas der breiteren Nutzung des digitalen Rubels sei. Er erläuterte, dass mit dem digitalen Rubel Zahlungen so modifiziert werden könnten, dass sie automatisch erfolgen, wenn die erforderlichen Bedingungen erfüllt sind, z. B. wenn die Ware geliefert, die Dienstleistung erbracht, die Frist abgelaufen oder das Dokument unterzeichnet wurde. Die kommerzielle Smart-Contract-Plattform (ПКСК) sei im Wesentlichen ein Marktplatz für Smart Contracts.
Natalja Miltschakowa, Chefanalystin von Freedom Finance Global, ist der Ansicht, dass die Schaffung dieser Plattform einen bedeutenden Fortschritt der Zentralbank bei der Entwicklung des Pilotprojekts für den digitalen Rubel darstellt. Sie wies darauf hin, dass auf einer solchen Plattform, die Abrechnungen in dieser dritten Währungsform verwendet, keine Partei die Vertragsbedingungen verletzen könne. Sie vermutet, dass normale Russen zunächst durch den Abschluss eines Smart Contracts mit der Zentralbank ein Token-Wallet für Transaktionen mit dem digitalen Rubel auf deren Plattform eröffnen würden. Sie glaubt, dass die Implementierung der Plattform nicht über Nacht erfolgen werde; dieser Prozess werde mindestens ein bis zwei Jahre dauern. Gleichzeitig äußerte sie sich zu den Plänen der Zentralbank zur Schaffung einer solchen Plattform und sagte, dass die Regulierungsbehörde sehr ernsthaft daran arbeite, den digitalen Rubel zu fördern.
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