de.wedoany.com-Bericht: Das tschechische Verkehrsministerium (Czech Ministry of Transport) hat einen wettbewerblichen Ausschreibungsprozess für den Fernverkehrsdienst auf der R26-Linie (Prag–Příbram–Písek–České Budějovice) gestartet. Der geschätzte Vertragswert beträgt 784 Millionen Tschechische Kronen (31,7 Millionen Euro). Der Vertrag beginnt mit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2027 und hat eine Grundlaufzeit von vier Jahren. Das Ministerium hat zudem eine Option auf eine zweijährige Verlängerung vorgesehen, die den Betrieb bis 2033 ausdehnen könnte.
Der Vertrag umfasst den Fernverkehrsdienst auf elektrifizierten und nicht elektrifizierten Abschnitten des R26-Korridors und gewährleistet einen Zweistundentakt zwischen Prag, Písek und České Budějovice. Angesichts der relativ kurzen vierjährigen Grundlaufzeit können die Betreiber vorhandene Fahrzeuge einsetzen, ohne neue kaufen zu müssen. Das Ministerium betrachtet dies als Übergangsregelung, bis ein langfristiges Ausschreibungsverfahren eingeleitet wird, das neue Zugflotten erfordert. Die Angebote werden anhand zusätzlicher Qualitätskriterien bewertet, darunter eine Mindestbetriebsgeschwindigkeit von 100 km/h auf allen Abschnitten und die Ausstattung aller Fahrzeuge mit dem fahrzeugseitigen European Train Control System (ETCS).
Der Vertrag trägt den Namen „R26 Prag–České Budějovice öffentlicher Dienstleistungsauftrag" und hat einen Gesamtwert von 784 Millionen Tschechischen Kronen (31,7 Millionen Euro), einschließlich Fahrkarteneinnahmen. Beteiligte Parteien sind das tschechische Verkehrsministerium (als Auftraggeber) und der derzeitige Betreiber Arriva. Die Ausschreibungsfrist endet am 16. September 2026, der Betrieb beginnt im Dezember 2027, die Grundlaufzeit endet im Dezember 2031, mit einer optionalen Verlängerung bis 2033. Der Korridor liegt in der Region Prag–Südböhmen in der Tschechischen Republik.
Die Struktur der R26-Ausschreibung als Übergangsvertrag mit einer vierjährigen Grundlaufzeit und einer optionalen zweijährigen Verlängerung spiegelt die tschechische Strategie der schrittweisen Liberalisierung wider, bei der kurzfristige Übergangsverträge langfristigen Ausschreibungen zur Flottenerneuerung vorausgehen. Die 784 Millionen CZK decken vier Jahre ab, was etwa 196 Millionen CZK pro Jahr entspricht. Diese Summe ist mit anderen tschechischen Regionalbahnverträgen vergleichbar, liegt jedoch deutlich unter langfristigen Vereinbarungen, die in der Regel die Beschaffung neuer Fahrzeuge beinhalten. Im Vergleich dazu hat die schwedische Transportverwaltung (Swedish Transport Administration) kürzlich eine Vereinbarung getroffen, die den Betrieb der Stena Line-Eisenbahnfähre auf der Strecke Trelleborg–Rostock bis Dezember 2031 sicherstellt. Dies zeigt, dass europäische Verkehrssektoren derzeit mittelfristige Dienstleistungskontinuitätsvereinbarungen über vier bis sieben Jahre abschließen, um die Planungszyklen größerer Infrastruktur- oder Flottenumstellungen zu überbrücken.
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