de.wedoany.com-Bericht: Die neuseeländische Kiwi-Industrie hat in der Saison 2026 eine massive Ernte eingefahren, die mit insgesamt 225 Millionen Körben den bisherigen Rekord von 216 Millionen Körben aus dem Jahr 2025 übertraf. Damit setzt sich das Wachstum des Obst- und Gemüsesektors des Landes fort.

Nach drei Monaten intensiver Ernte können Verbraucher in Neuseeland und auf internationalen Märkten nun die neuen grünen, gelben und roten Kiwis der Saison in den Supermärkten kaufen. Die New Zealand Kiwifruit Growers Incorporated (NZKGI) berichtet, dass die Gesamtproduktion rund 162 Millionen Körbe SunGold-Kiwis, 5 Millionen Körbe rote Kiwis und etwa 58 Millionen Körbe grüne Kiwis umfasst. Ein Korb enthält durchschnittlich etwa 30 Früchte. Die Zahlungen für Früchte und Dienstleistungen der Branche beliefen sich in der letzten Saison auf rund 2,1 Milliarden US-Dollar, was einen bedeutenden Beitrag zur regionalen Wirtschaft leistet.

Trotz der Rekordproduktion der Branche stehen die Erzeuger von grünen Kiwis vor herausfordernderen Bedingungen. Die NZKGI weist darauf hin, dass die Erntezeit aufgrund einer verzögerten Fruchtreife länger als erwartet dauerte, was zu einem geringeren Angebot auf dem frühen Markt führte. Darüber hinaus sank der Ertrag pro Hektar im Vergleich zu 2025 um über 14 %. Obwohl die Erträge pro Korb in den letzten Jahren stabil geblieben sind, könnte der Produktionsrückgang die endgültige Rentabilität einiger Erzeuger beeinträchtigen. Colin Bond, CEO der NZKGI, würdigte die Arbeit der gesamten Wertschöpfungskette während der außergewöhnlich geschäftigen Saison und dankte allen, die in den Obstgärten und Packhäusern tätig waren, für ihren Einsatz bei der Ernte und Verpackung dieser außergewöhnlich großen Ernte.
Mit dem Ende der Ernte konzentrieren sich die Erzeuger nun auf die kommerzielle Leistung der Früchte auf den internationalen Märkten. Die NZKGI betont, dass die Branche die Performance der großen Exportmengen sowie die Preisentwicklung in den kommenden Monaten genau beobachte. Erste Berichte deuten auf eine gute Fruchtqualität hin, doch die Branche gibt an, dass mehr Zeit benötigt werde, um die kommerziellen Ergebnisse zu bewerten und festzustellen, ob die in der letzten Saison beobachteten Herausforderungen gelöst wurden. Bond hob außerdem hervor, dass die Zusammenarbeit zwischen Erzeugern, Exporteuren und anderen Akteuren der Wertschöpfungskette in einem globalen Umfeld voller Logistikrisiken und Handelshemmnisse von entscheidender Bedeutung sei.
Die Aussichten für die kommenden Jahre bleiben optimistisch. Die Branche rechnet damit, dass die Produktion in den nächsten fünf Jahren auf 236 Millionen Körbe ansteigen wird, während die Erträge für die Erzeuger auf einem attraktiven Niveau bleiben. Der im Juni 2026 vom neuseeländischen Ministerium für Primärindustrien erstellte Bericht „Situation and Outlook for Primary Industries" führt Kiwis als wichtigstes gärtnerisches Exportprodukt des Landes auf. Es wird erwartet, dass die Einnahmen der Branche in diesem Jahr um 16 % auf 2,8 Milliarden US-Dollar steigen und damit die Sektoren Wein, Äpfel und Birnen sowie Gemüse übertreffen. Die Branche sieht auch Wachstumschancen durch kürzlich angekündigte Regulierungs- und Handelsmaßnahmen, darunter ein verstärkter Sortenschutz für neue Pflanzensorten sowie Fortschritte bei einem Freihandelsabkommen zwischen Neuseeland und Indien, das die Zölle senken und den Marktzugang für neuseeländische Kiwis erweitern könnte.
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